Warum wird die „Nordmainische S-Bahn“ noch immer nicht gebaut?
Warum wird die „Nordmainische S-Bahn“ noch immer nicht gebaut?

Darüber diskutierten am Freitagnachmittag führende Unternehmer aus dem Main-Kinzig-Kreis mit dem Hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Vor über 40 maßbeglichen Entscheidern bekannte sich Rentsch eindeutig zu der Forderung nach einem möglichst schnellen Baubeginn. Rentsch verwies auf den hohen Nutzen einer Nordmainischen S-Bahn: „Die Strecke nutzt nicht nur den Bürgern und der Wirtschaft in ihrem Einzugsgebiet, sondern hat als Verbindungsglied zwischen dem Knoten Frankfurt und der geplanten Neu- und Ausbaustrecke im Kinzigkorridor großräumige Bedeutung für den Fernverkehr. Wir brauchen deshalb eine gemeinsame Finanzierung aus Nahverkehrs- und Fernverkehrsmitteln. Die hessische Landesregierung hat diese Strecke deshalb für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet und erwartet, dass die Bundesregierung die notwendigen Komplementärmittel zur Ergänzung der Finanzierung des nach GVFG zu finanzierenden Nahverkehrsanteils bereitstellt.“
Der Minister machte deutlich, dass weitere Finanzierungsrisiken wegen des Auslaufens des GVFG-Bundesprogramms 2019 bestehen. „Auf Beschluss des Bundesrats vom 3. Mai liegt dem Bundestag inzwischen ein Gesetzentwurf zu dessen unbeschränkter Verlängerung vor“, sagte Minister Rentsch. „Ich bitte alle Mitglieder des Bundestags, fraktionsübergreifend dieser für den Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur bundesweit entscheidenden Gesetzesinitiative zuzustimmen.“
„Ohne diese wichtige Linie bleiben die Bahnverbindungen in der Rhein-Main-Region Stückwerk. Wir erleben unnötige Staus und Verspätungen“, stimmte der Minister den Beschwerden aus der Wirtschaft zu. Die blühende Metropolregion FrankfurtRheinMain leide unter einem Mangel niedrig- und mittelpreisiger Wohnungen in ihrem Zentrum. Die Nordmainische S-Bahn bringt neue Potenziale auch für die Stadtentwicklung in Hanau, Maintal und Frankfurt. Wie sich im Laufe des Informations- und Gedankenaustausch zeigte, eröffnen sich ferner in den anliegenden Städten Bruchköbel, Erlensee und Nidderau neue Perspektiven. Nicht zuletzt die Unternehmer im Westen des Main-Kinzig-Kreises hoffen auf eine baldige Fertigstellung der S-Bahn: Top-ausgebildete und junge Fach- und Führungskräfte bevorzugen nach Ende des Studiums häufig noch das Leben in der Großstadt. Mit der Nordmanischen S-Bahn erreichen sie ihre möglichen Arbeitgeber im Osten von Frankfurt nach dem Bau der S-Bahn wesentlich leichter. IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold stellte fest: „Gute Fach- und Führungskräfte finden im Main-Kinzig-Kreis ideale Bedingungen zum Arbeiten, Leben, Wohnen – sie müssen sie nur kennen lernen und erreichen können“.
Beeindruckt zeigte sich Rentsch vom überwältigenden Zuspruch zur Online-Petition zum Bau der Nordmainischen S-Bahn, die unter www.pendler-glück.de unterschrieben werden kann. Als kreative Idee lobte der Minister auch die Werbeunterstützung der regionalen Wirtschaft, die ihre Logos zur Verfügung stellt, um den Druck auf Bundespolitik zu erhöhen.
Einig waren sich Rentsch und die Unternehmer auch darin, dass die vielen Verzögerungen durch Staus in den Unternehmen zu vermeidbaren Kosten führen. Es sei nicht zuletzt auch für den Bahnverkehr in ganz Deutschland und Europa von Vorteil, wenn das Eisenbahn-Nadelöhr im Osten von Frankfurt künftig weniger eng sei. „Fangt endlich an zu bauen. Wir alle wollen die Nordmainische S-Bahn“, lautete denn auch das Fazit des Treffens mit Minister Florian Rentsch. Dem schlossen sich auch Maintals Bürgermeister Erhard Rohrbach und Hanaus Stadtrat Axel Weiss-Thiel an, die von Seiten der lokalen Politik am Gedankenaustausch teilnahmen.
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