Hessen geht laut einer Pressemitteilungt aus Wiesbaden einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Fachkräftemangel: "Mit der Zentralen Stelle für Fachkräfteeinwanderung Hessen (ZFEH) beim Regierungspräsidium Darmstadt wird im Herbst ein beschleunigtes Fachkräfteverfahren eingeführt. Dieses soll die Einwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Ausland deutlich vereinfachen und beschleunigen."
Am Montag präsentierten der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) und die Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann (SPD), gemeinsam die neuen Strukturen und Verfahren. Zuvor wurden im Innenministerium kommunale Vertreter und Unternehmensverbände über das Vorhaben und die weiteren Planungs- und Organisationsschritte informiert.
Im Anschluss daran betonten Innenminister Roman Poseck und Sozial- und Arbeitsministerin Heike Hofmann die Bedeutung von Fachkräften als Voraussetzung dafür, dass die hessische Wirtschaft überhaupt funktionieren und wachsen könne: „Deutschland und Hessen sind wegen des Fachkräftemangels auch auf qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Ohne sie könnten zahlreiche Stellen nicht besetzt werden, was letztendlich auch zu wirtschaftlichen Verlusten führen würde. Fachkräfte aus dem Ausland tragen dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen langfristig zu sichern. Darüber hinaus bringen internationale Arbeitskräfte neben ihren Qualifikationen auch neue Perspektiven, Erfahrungen und Ideen mit, von denen unsere Unternehmen profitieren können.“
Innenminister Roman Poseck führte aus: „Um qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland noch schneller auf den hessischen Arbeitsmarkt zu bringen, wird im Regierungspräsidium Darmstadt eine Zentrale Stelle für Fachkräfteeinwanderung Hessen — kurz ZFEH — geschaffen. Mit ihr gibt es in Zukunft einen klaren, zentralen Ansprechpartner für Unternehmen, die internationale Fachkräfte gewinnen möchten.“
„Denn bisher sehen sich Arbeitgeber mit einer fragmentierten Behördenstruktur konfrontiert – 31 unterschiedliche Ausländerbehörden mit teils abweichenden Verfahren und Zuständigkeiten. Die Fast Lane kommt als Option hinzu, die einheitliche Abläufe und Transparenz bietet und gleichzeitig die kommunalen Ausländerbehörden entlastet, die vielfach stark beansprucht sind. Mir ist jedoch wichtig zu betonen: Die neue Möglichkeit ersetzt die alte nicht, sondern ergänzt sie. Unternehmen und Arbeitgeber, die mit den bisherigen Strukturen gute Erfahrungen gemacht haben, können auch weiter darauf setzen – mit dem Wissen, dass mit der Fast Lane eine Stelle hinzukommt, die Fachwissen bündelt und als einheitlicher Ansprechpartner effiziente Verfahren ermöglicht“, so Hofmann weiter. Diese sogenannte Fast Lane ist eine Gemeinschaftsinitiative der Landesregierung und ein Meilenstein für den Wirtschaftsstandort Hessen. Wir als Sozialministerium unterstützen das Vorhaben ganz konkret, indem wir Personal zur Verfügung stellen, damit diese Struktur aufgebaut werden kann“, ergänzte Sozialministerin Hofmann.
Innenminister Roman Poseck erläuterte, dass dabei das beschleunigte Fachkräfteverfahren nach § 81a Aufenthaltsgesetz das zentrale Instrument sei und sagte weiter: „Es bietet Unternehmen vor allem Planungssicherheit, indem Zuständigkeiten, Fristen und Abläufe frühzeitig verbindlich festgelegt werden. Die Ausländerbehörde übernimmt dabei eine koordinierende Rolle, berät umfassend und bündelt die Kommunikation mit weiteren beteiligten Stellen wie Anerkennungsbehörden und der Bundesagentur für Arbeit. Gerade diese zentrale Steuerung ist ein entscheidender Vorteil für die Praxis. Hessen nutzt das beschleunigte Verfahren bereits intensiv und erfolgreich. Von 184 Vorabzustimmungen im Jahr 2020 ist die Zahl kontinuierlich auf über 2.150 im Jahr 2025 und damit um über 1000 Prozent gestiegen. Bereits im ersten Quartal 2026 wurden 724 Vorabzustimmungen erteilt. Mit der ZFEH gehen wir diesen erfolgreichen Weg konsequent weiter und stärken Hessen als attraktiven Standort für qualifizierte Fachkräfte aus aller Welt.“
Die Fast-Lane sei ein wichtiger Baustein – doch sie alleine könne keine zusätzlichen Fachkräfte schaffen: „Wir müssen insgesamt an der Attraktivität Deutschlands für ausländische Arbeitskräfte arbeiten. Ein großer Zeitfaktor wird auch weiterhin in den Anerkennungs- und Gleichwertigkeitsprüfungen ausländischer Abschlüsse liegen, die notwendigerweise an hohe berufsrechtliche Anforderungen gebunden sind. Die weiteren Schritte zum Aufbau der ZFEH werden im Regierungspräsidium durch einen Aufbaustab begleitet. Aktuell gehen wir davon aus, dass die ZFEH im Herbst in den Normalbetrieb gehen wird“, so Poseck weiter.
Innenminister und Sozialministerin wiesen abschließend darauf hin, dass die Landesregierung mit der ZFEH und der sogenannten „Fast Lane“ ein weiteres zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrages umsetze: „Wir halten auch hier Wort und liefern. Wir schaffen klare Strukturen, erhöhen die Verlässlichkeit für Unternehmen und senden ein deutliches Signal: Hessen ist offen für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland und gestaltet aktiv die Zukunft seiner Wirtschaft“, so Poseck und Hofmann einhellig.
Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertags erklärte: „Die Einrichtung einer zentralen Stelle für die Fachkräfteeinwanderung ist ein wichtiger Schritt für den Wirtschaftsstandort Hessen. Unsere Unternehmen brauchen verlässliche, transparente und vor allem zügige Verfahren, um internationale Fachkräfte gewinnen zu können. Wir freuen uns sehr, dass mit diesem Vorhaben eine unserer ganz wesentlichen Forderungen umgesetzt wird, die wir seit langem – und auch im Rahmen unserer wirtschaftspolitischen Positionierungen zur Landtagswahl 2023 – vertreten. Eine gebündelte Zuständigkeit kann dazu beitragen, Prozesse zu vereinfachen, Planungssicherheit zu schaffen und Hessen im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte attraktiver zu machen“.
Jonas Fidler, Geschäftsführer Bildungspolitik der VhU sagte: „Hessen braucht neben der besseren Ausschöpfung des inländischen Potentials auch Fachkräfte aus dem Ausland, um den Fachkräftebedarf in vielen Branchen und Berufen zu decken. Der demografische Wandel wird den Bedarf in Zukunft noch erhöhen. Mit der neuen Zentralstelle schafft Hessen die Voraussetzungen, Verfahren zur Fachkräfteeinwanderung zu beschleunigen und Unternehmen bei der Besetzung offener Stellen zu unterstützen.“
Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt führt aus: „Ich freue mich, dass das Regierungspräsidium Darmstadt in Hessen die zentrale Stelle für Fachkräfteeinwanderung wird. Wir schaffen zügig die organisatorischen, personellen und technischen Voraussetzungen, um so einen Beitrag für die Fachkräftesicherung Hessens zu leisten.“
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