„Es war eine gute Zeit im BWMK“, sagte Arnhild Becker-Bös bei ihrer Verabschiedung im Brockenhaus Hanau.
„Es war eine gute Zeit im BWMK“, sagte Arnhild Becker-Bös bei ihrer Verabschiedung im Brockenhaus Hanau.
„Ich habe viel dazu gelernt.“ Seit Februar 2006 hatte die 59-Jährige aus Groß-Umstadt die Wohnstätte Johannes-Steubner-Haus des BWMK (Behinderten-Werk Main-Kinzig e.V.) in Hanau-Kesselstadt geleitet. Dort finden Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen ein Zuhause.
„Die Leitung steht in einer Einrichtung immer im Zentrum. Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter sehen diesen Menschen jeweils aus einer anderen Perspektive“, sagte Joachim Schröck, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BWMK. „Für Sie waren alle Zielgruppen wichtig, aber letzten Endes haben Sie immer für die Bewohner gestritten.“ Er lobte Arnhild Becker-Bös für ihr Engagement und Durchhaltevermögen. „Sie sind auch gegen den Strom geschwommen, um die Situation der Bewohner zu verbessern. Sie gehören zu der Kategorie Mensch, die Farbe zeigt.“ Ein Sozialunternehmen wie das BWMK lebe davon, dass sich Menschen dort einbringen.
Das Johannes-Steubner-Haus wurde 1984 eingeweiht und hält 48 Plätze für Menschen mit Behinderung bereit. Nachfolger von Arnhild Becker-Bös ist Marcus Vogt, der bereits seit dem 1. August in der Kesselstädter Wohnstätte arbeitet. Durch das vernetzte Angebot aus Wohnstätten, Wohngruppen und Betreutem Wohnen im Main-Kinzig-Kreis eröffne das BWMK Menschen mit Unterstützungsbedarf unterschiedliche Möglichkeiten, ihre Wohnwünsche umzusetzen, erklärte Joachim Schröck.
Wer intensive Betreuung und Begleitung brauche und das Leben in der Gemeinschaft schätze, fühlte sich meist in einer Wohnstätte gut aufgehoben. „Menschen, die den Wunsch nach mehr Selbstständigkeit hegen, können schrittweise lernen, den Alltag in einer eigenen Wohnung zu gestalten. Wir bieten beispielsweise Probewohnen in Einzelapartments an, die den Wohnstätten angeschlossen sind“, berichtete Schröck.
Dabei erhalten die Bewohner die Unterstützung, die sie brauchen. Der Wechsel ins Betreute Wohnen – entweder aus dem elterlichen Zuhause oder aus einer anderen Wohnform – sei für viele ein großer Schritt und berge erhebliches Entwicklungspotenzial. Vieles müsse neu eingeübt werden; das eigenständige Leben in einem anderen sozialen Umfeld sei eine Herausforderung und gleichzeitig mit vielen Lernprozessen verknüpft: „Wo kann ich einkaufen? An wen wende ich mich, wenn etwas in der Wohnung nicht funktioniert? Wie pflege ich Kontakte zu Nachbarn, Freunden, Verwandten? Wie komme ich zu meinem Arbeitsplatz? Was kann ich in meiner Freizeit tun?“
In den vergangenen Jahren seien die Platzzahlen im Betreuten Wohnen kontinuierlich gestiegen, so Schröck. „In Schlüchtern, Salmünster, Gelnhausen und Hanau sind neue Apartments entstanden oder befinden sich im Bau. Diese Wohnungen sind barrierefrei, liegen zentral und verfügen über eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die übrige städtische Infrastruktur.“
Foto: Wünschten Arnhild Becker-Bös (Mitte) für ihren weiteren Lebensweg alles Gute: (hinten von links) ihr Nachfolger Marcus Vogt, Betriebsratsvorsitzender Roland Schlund, Georg Hollerbach (Ressortleiter Personal), Willi Merx (Leiter des Wohnverbundes Schlüchtern), Dagmar Lukas (Koordination Wohnen) sowie (vorne von links) Iris Fuchs (Leiterin des Wohnverbundes Hanau), BWMK-Verwaltungsratsvorsitzende Doris Peter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Joachim Schröck und Christine Fischer (Bereichsleitung Kinder, Jugend und Familie).
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de