Nach Jahren steigender Kaiserschnittraten wurden im Jahr 2012 bundesweit erstmals wieder weniger Babys per Kaiserschnitt geboren.
Das belegen die Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse und des statistischen Bundesamtes. Demnach ist der Anteil der Kaiserschnittentbindungen bei der KKH von 32,4 Prozent (2011) auf 31,7 Prozent (2012) gesunken. Auch das statistische Bundesamt hat einen Rückgang um 0,4 Prozentpunkte festgestellt. Für 2013 sieht die Prognose weiter positiv aus: Nach dem Ablauf der ersten drei Quartale liegt die Kaiserschnittquote bei der KKH noch unter 32 Prozent. „Es wäre schön, wenn sich damit eine Trendwende abzeichnet und bei Ärzten, Hebammen und Schwangeren ein Umdenken beginnt“, sagt Dr. Elisabeth Siegmund-Schultze, Gynäkologin und Abteilungsleiterin bei der KKH.
Im Bundesland Hessen lag die Kaiserschnittquote 2012 bei 35,1 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt. Im Ländervergleich ist die Kaiserschnittrate in den neuen Bundesländern seit Jahren konstant niedriger als in den alten Bundesländern. So kommt der Osten Deutschlands auf eine Quote von 25,3 Prozent im Vergleich zu 33,6 Prozent in den westlichen Bundesländern. Die wenigsten Kaiserschnitte wurden 2012 in Sachsen durchgeführt (21,9 Prozent). Den höchsten Wert erreichte dagegen das Saarland mit 45,5 Prozent.
Für die steigende Entwicklung von Kaiserschnitten in der Vergangenheit wurde vor allem die Zunahme an Risikoschwangerschaften aufgrund des erhöhten Alters der gebärenden Frauen verantwortlich gemacht. Zudem haben aber auch immer mehr Schwangere aus Angst vor Geburtsschmerzen einen Wunschkaiserschnitt vornehmen lassen. Um dem entgegenzuwirken, wurde in den vergangenen Jahren viel Aufklärungsarbeit betrieben. Denn die Experten sind sich einig, dass ein Kaiserschnitt heute zwar ein routinemäßiger Eingriff ist, eine solche Operation jedoch auch einige Risiken birgt.
„Die häufigsten Komplikationen können Wundheilungsstörungen oder dauerhafte Unterbauchschmerzen auf Grund von Verwachsungen sein“, erklärt Dr. Siegmund-Schultze. Sie rät deshalb allen schwangeren Frauen, Ängste und Sorgen vor der Geburt mit der zuständigen Hebamme oder der betreuenden Frauenärztin vertrauensvoll zu besprechen.
Bundesweit | Anteil der Entbindungen per Kaiserschnitt in Prozent | Anzahl Geburten KKH-Versicherte |
2011 | 32,4% | 14.937 |
2012 | 31,7 % | 14.692 |
2013 (nach drei Quartalen) | 31,9 % | 10.364 |
Hessen | Anteil der Entbindungen per Kaiserschnitt in Prozent | Anzahl Geburten KKH-Versicherte |
2011 | 36,1% | 1013 |
2012 | 35,1 % | 1000 |
2013 (nach drei Quartalen) | 34,3 % | 654 |
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