Technologiesprung in der Kardiologie

Unternehmen

Das Klinikum Hanau hat ein neues, hoch modernes Herzkatheter-Labor erhalten.

VORSPRUNG - Anruf genuegt

Interessierte Mitbürger können sich am Samstag, 3. Mai 2014 zwischen 11 und 14 Uhr vor Ort ein Bild von der innovativen Spitzentechnik machen. Denn das Klinikum lädt zum Tag der offenen Tür in die Abteilung ein. „Die zwei neuen Herzkatheter-Untersuchungsplätze bringen unseren Patienten einen Technologiesprung und erlauben uns zugleich, Leistungen in der Herzmedizin anzubieten, die es bisher am Klinikum Hanau noch nicht gab“, betont Dr. med. André Michel, Ärztlicher Direktor des Klinikums Hanau, die Bedeutung des neuen Herzkatheter-Labors.

Das Herzkatheter-Labor wird von der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und spezielle internistische Intensivmedizin geführt. Ein Schwerpunkt ist daher die Herzmedizin. Die Klinik wird von Chefarzt Privatdozent Dr. med. Christof Weinbrenner geleitet. Im Herzkatheter-Labor erfolgen in erster Linie Röntgenuntersuchungen des Herzens und der Adern. Außerdem können Blutgefäße aufgedehnt und Stützen (Stents) eingesetzt werden. Katheter sind feine biegsame Schläuche, mit denen die Herzkranzgefäße und die Herzkammern, angesteuert werden. Mit Hilfe eines Kontrastmittels wird der Untersuchungsbereich markiert und so auf einem Monitor sichtbar gemacht. Im Herzkatheter-Labor werden auch Patienten mit einem akuten Herzinfarkt behandelt. Zum Leistungsspektrum gehören weiterhin die Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren (überwachen eine regelmäßige Herztätigkeit).

Für das neue Herzkatheter-Labor waren umfangreiche Umbauarbeiten notwendig. Mit dem Umzug der Zentralen Notaufnahme in den Neubau ist im HA-Gebäude Raum für eine großzügige Neuorganisation der Herzmedizin gewonnen worden. Dort sind nicht nur die beiden neuen Herzkatheter-Plätze installiert worden, sondern auch die Infrastruktur und der Komfort wurden insgesamt deutlich verbessert, erläutert Chefarzt Dr. Christof Weinbrenner. Bisher war die Herzkatheter-Ambulanz in recht beengten Verhältnissen beheimatet. Dort gab es für die Katheter-Untersuchungen vier Liegend-Plätze, ein kleines Wartezimmer und ein Untersuchungszimmer. Im neuen Bereich stehen insgesamt fünf Plätze für Liegend-Patienten und vier Plätze für sitzende Patienten zur Verfügung. „Das Ambiente zeichnet sich durch großzügige Räume aus, deren angenehme Atmosphäre eher an eine Praxis als an ein Krankenhaus erinnert“, berichtet Dr. Weinbrenner. Bisher fanden viele Eingriffe an Herzpatienten im zentralen OP-Trakt des Klinikums statt. Das ist mit den neuen Räumlichkeiten und ihren hohen Hygienestandards (wie Schleuse und spezielle Entlüftung) nicht mehr notwendig. Sie können nun im Herzkatheter-Labor selbst erfolgen.

Die erste Anlage zur Untersuchung der Herzgefäße hatte das Klinikum 1988 erhalten. Die Nachfolgerin wurde zehn Jahre später installiert. In den 16 Jahren bis heute sind dort rund 32.000 Coronar-Angiographien (Röntgenaufnahmen vom Herzen) entstanden und zirka 4.500 Patientinnen und Patienten mit einem akuten Herzinfarkt behandelt worden.

Das neue Herzkatheter-Labor besteht aus zwei Untersuchungseinheiten. Bislang gab es nur eine Anlage. „Die eine ist ein Angiographie-Platz, an dem man vorwiegend Adern des Herzens untersucht und auch Interventionen vornimmt – wie Gefäßaufdehnungen mit einem Ballon und Stent-Implantationen“, erklärt Chefarzt Dr. Weinbrenner. „Der zweite Herzkatheter-Platz ermöglicht viele Spezialeingriffe – diagnostisch wie therapeutisch. Er liefert u.a. viel größere Bilder, d. h. es können viel ausgedehntere Körperregionen aufgenommen und dargestellt werden.“ Das ist besonders für die Implantation von Schrittmachern und Defibrillatoren wichtig. Mit dem neuen Herzkatheter-Labor ist jetzt auch die Implantation von so genannten Drei-Kammer-Schrittmachern und Drei-Kammer-Defibrillatoren möglich.

Neu ist auch die Rotations-Angiographie. Dabei rotiert die Röntgenröhre in weniger als einer Sekunde um 270 Grad um den Patienten herum. Dies ist besonders für die Darstellung von großen Gefäßen erforderlich, aber auch für die Untersuchung von Rhythmusstörungen. „Das ist eine diagnostische Besonderheit, die nur einige wenige Kliniken zu bieten haben“, berichtet Dr. Weinbrenner. „Gleichzeitig produzieren die neuen Geräte nur einen Bruchteil der Strahlungsmenge im Vergleich zu älteren Anlagen.“, Mit diesem Sicherheitsaspekt hebt der Chefarzt einen weiteren Vorteil für Patienten hervor. Das gilt auch für die Druckdrahttechnik. Sie erlaubt es, schon während der Untersuchung festzustellen, ob eine Stelle im Gefäß wirklich so eng ist, dass man sie behandeln und aufdehnen muss oder ob man sie belassen kann. Das gab es bisher nicht in Hanau.

Im Klinikum Hanau werden derzeit rund 1.900 Herzkatheter-Untersuchungen im Jahr vorgenommen, davon etwa 450 akute Interventionen beim Infarkt. Eine Besonderheit dabei ist: Der Zugang für den Katheter erfolgt in rund 90 Prozent der Fälle über die Unterarmarterie statt wie früher üblich über die Leiste. Für die Patienten ist dies risikoärmer und komfortabler. Sie erholen sich schneller und können sofort nach der Untersuchung aufstehen. „Das wird von allen Patienten vorzüglich angenommen“, freut sich Dr. Weinbrenner.

Die neuen Geräte sind überdies mit dem Intranet und dem Bildarchiv des Gesamtklinikums vernetzt. Das heißt: Die Aufnahmen sind dauerhaft elektronisch archiviert und die am Behandlungsprozess Beteiligten können die Bilder jederzeit überall im Klinikum abrufen. Ausdrucke und Papier sind damit entbehrlich geworden. Die kardiologische Abteilung ist selbst hochzufrieden mit der neuen Anlage und freut sich darauf, sie am Tag der offenen Tür interessierten Besuchern zu zeigen.


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