Mit einem überregionalen Zentrum für Neurologie soll die Versorgung von zirka 250.000 Menschen im Einzugsgebiet der Main-Kinzig-Kliniken zukünftig auf höchstem Qualitätsniveau sichergestellt werden.
Mit einem überregionalen Zentrum für Neurologie soll die Versorgung von zirka 250.000 Menschen im Einzugsgebiet der Main-Kinzig-Kliniken zukünftig auf höchstem Qualitätsniveau sichergestellt werden.



Grundlage dafür ist eine Kooperation zwischen den Main-Kinzig-Kliniken und dem Klinikum Fulda. Der dortige Chefarzt Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin wird ab Januar 2015 in Personalunion auch die Neurologie in Gelnhausen leiten.
Auf einer Pressekonferenz stellte Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Erich Pipa das neue Modell vor, mit dem der bisher bereits praktizierte Austausch zwischen den beiden Kliniken intensiviert und zugleich eine wohnortnahe Versorgung auf hohem Niveau garantiert werden soll: „Zusammen mit den Fuldaer Kollegen wollen wir die Versorgung von neurologischen Erkrankungen in unserer Heimat sicher stellen.“ Im Jahr 2013 wurden in Gelnhausen zirka 1.500 Patienten in diesem Sektor behandelt, 900 davon hatten einen Schlaganfall.
Die wichtigste Änderungen für die Patienten: Der neue Chefarzt, der pro Woche eineinhalb Tage selbst in Gelnhausen vor Ort sein will, wird die Anzahl der Neurologen von fünf auf zehn Ärzte verdoppeln, so dass diese Station zukünftig 24 Stunden besetzt sein wird. Bislang ist laut Dieter Bartsch, Geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken, zwar bereits ein Großteil des Tages abgedeckt, der Rest werde aber über eine Rufbereitschaft gelöst. Zudem soll den Patienten in Gelnhausen ein medizinisches Konzept angeboten werden, dass den Standards des Klinikums Fulda entspricht. Dazu gehört beispielsweise der Austausch von elektronischen Krankenakten, so dass bei schwierigen Fällen die Spezialisten in Fulda schnell zu Rate gezogen werden können. Dort werden jedes Jahr 1.200 Schlaganfallpatienten behandelt, davon 1.000 auf einer Spezialstation („Stroke-Unit“).
„Ein Chefarzt an zwei Standorten ist innovativ und zukunftsfähig“, erhofft sich Dr. Thomas Menzel, Vorstandssprecher des Klinikums Fulda, eine Vergrößerung des Einzugsgebiets für sein Haus, denn finanziert werden soll die neue Kooperation durch einen Anstieg der Patientenzahlen. In Gelnhausen stehen derzeit 29 neurologische Betten zur Verfügung, läuft alles nach Plan könnten es bald zehn mehr sein. „Wir erhoffen uns, neben den Schlaganfällen nun auch andere neurologische Patienten behandeln zu können“, verweist der Leitende Oberarzt des neuen Neurologie-Zentrums, Rainer Thiele, darauf, dass auch jetzt bereits eine gute Versorgung der Menschen durch die Main-Kinzig-Kliniken gewährleistet sei.
„Eine Herausforderung für uns alle“, erwartet der neue Chefarzt Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin, der seit 2010 diese Funktion am Klinikum Fulda innehat und zuvor zehn Jahre am Universitätsklinikum Frankfurt tätig war. Der 47-Jährige, der ursprünglich aus Freiburg stammt und auch in Köln und London studiert hat, lobte die bisherige Zusammenarbeit mit den Main-Kinzig-Kliniken auf einer unverbindlichen Ebene und will möglichst schnell beide Krankenhäuser auf einen neurologischen Standard führen.
Foto von links: Dieter Bartsch, Dr. Thomas Menzel, Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin, Erich Pipa, Rainer Thiele.
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