Volkskrankheit Diabetes: Eine Herausforderung für die Medizin

Verbraucher

In Deutschland gibt es rund acht Millionen Diabetiker. Und die Zahl der zuckerkranken Patienten nimmt stetig zu.

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Dies stellt die Gesundheitsversorgung vor große Herausforderung. Das Klinikum Hanau reagiert auf diese zunehmende Volkskrankheit mit effektiven interdisziplinären Behandlungskonzepten. Patienten profitieren dabei von einem Behandlungsteam, in dem Experten unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen zusammenarbeiten. Der Welt-Diabetes-Tag am 14. November will das Bewusstsein für die Zuckerkrankheit schärfen. Das Klinikum Hanau beteiligt sich daran mit einem Gesundheitstag.

Die Zuckerkrankheit nimmt in Deutschland wie auch weltweit seit Jahren dramatisch zu, und ein Ende dieses besorgniserregenden Trends ist nicht zu kennen – im Gegenteil. Auf diese Herausforderung reagieren deshalb auch die Vereinten Nationen. Denn seit 2006 gibt es den Welt-Diabetes-Tag. Er liegt jeweils auf dem 14. November eines Jahres. Dieser Tag soll dazu beitragen, dass Bewusstsein für den Diabetes zu schärfen, die Vorbeugung zu betonen und gravierende Folgen – wie zum Beispiel Nierenerkrankungen, Dialyse, Erblindung, Amputationen und Herzerkrankungen – zu vermeiden. Welche Bedeutung die Vereinten Nationen dem Diabetes beimessen, zeigt sich auch daran, dass es gemeinsam mit dem Welt-Aids-Tag nur zwei solcher offiziellen UN-Tage gibt.

Am 14. November rückt die Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie den Diabetes ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Chefarzt PD Dr. Axel Eickhoff wird um 17.30 Uhr in der Aula der Psychiatrischen Klinik (Julius Leber-Straße 2a) informieren und Fragen der interessierten Zuhörer beantworten. Der Eintritt ist frei.

Die Gründe für die Zunahme des Diabetes sind bekannt: vor allem sind diese eine älterwerdende Bevölkerung, Fehlernährung, Bewegungsmangel etc. Darunter leidet die Bauchspeicheldrüse, die den Zuckerstoffwechsel über das Insulin reguliert. „Die Lebensweise in unseren modernen Gesellschaften“, unterstreicht Dr. Eickhoff, „ist ein wesentlicher Grund für die Zunahme des Diabetes.“ Dabei sind nicht nur ältere Menschen vom Typ 2 der Erkrankung, umgangssprachlich Altersdiabetes genannt, betroffen. Zunehmend leiden auch jüngere übergewichtige Menschen an dieser Form der Zuckerkrankheit, berichtet der Arzt. Das Tückische daran ist: In der Frühphase verläuft die Krankheit für den Betroffenen praktisch unbemerkt. Erst bei einem sehr hohen Blutzuckerwert kommt es zu Schwindel, Unwohlsein, starkem Durstgefühl oder Konzentrationsstörungen.

Anders verläuft die Entwicklung beim Diabetes Typ 1. Er tritt meist schon in der Kindheit auf. Dabei greift das Immunsystem die Bauchspeicheldrüse an und zerstört die insulinproduzierenden Zellen. Die Patienten atmen schneller und erscheinen unkonzentriert, die Atmung kann unregelmäßig werden und es zur Bewusstlosigkeit kommen – bis hin zum diabetischen Koma. Eine ärztliche Behandlung ist deshalb dringend notwendig.

Die Folgen von Diabetes sind komplex – die richtige Behandlung ist es auch. „Patienten profitieren deshalb grundsätzlich am meisten, wenn sie von einem Expertenteam behandelt werden, das Wissen aus unterschiedlichen medizinischen Disziplinen einbringt“, unterstreicht der Ärztliche Direktor des Klinikums Hanau, Dr. André Michel, und ergänzt: „Als großes Haus der Maximalversorgung sind wir in der Lage, diese Experten zusammen zu bringen. Deshalb arbeiten z. B. Diabetologen, Gefäßchirurgen, Frauenärzte und Kinderärzte ganz eng abgestimmt zum Wohle der Patienten.“

Weil auch immer mehr Kinder und Jugendliche vom Diabetes betroffen sind, hat das Klinikum Hanau in den vergangenen Jahren seine Diabetesambulanz kontinuierlich ausgebaut. „Wir bieten dort u. a. ein Kompetenztraining für die jungen Patienten an, aber auch für Eltern, Erzieher und Lehrer. So bereiten wir diese Gruppen auf den richtigen Umgang mit den Betroffenen vor“, erklärt Dr. Winfried Krill, der Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik.

Große Aufmerksamkeit wird im Klinikum auch dem so genannten Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) beigemessen. Denn auch Frauen können in der Schwangerschaft durch erhöhte Blutzuckerwerte auffällig werden, auch Diabetes Typ 4 genannt. Und dann gibt es zahlreiche andere Frauen, die schon vor der Schwangerschaft an Diabetes Typ 2 erkrankt waren. Diese werdenden Mütter gelten dann als Hochrisikopatientinnen, erläutert der Chefarzt der Frauenklinik, PD Dr. Thomas Müller. „Im Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums sind bis zu 20 Prozent der Schwangeren Diabetes Typ 2-Patientinnen“, sagt Dr. Müller. Tendenz steigend. Damit sind nicht nur erhebliche Risiken für die Mütter, sondern auch für die Babys verbunden. Die Fachgesellschaften empfehlen bei Schwangerschaftsdiabetes die Entbindung in einem Mutter-Kind-Zentrum (MKZ)/Perinatalzentrum. Denn Geburtshilfliche Komplikationen sind hier häufiger und nur in einem MKZ ist eine unmittelbare kinderärztliche Versorgung bereits im Kreißsaal gesichert. Auch wird so eine mögliche Trennung von Mutter und Kind bei nachgeburtlich notwendiger Überwachung des Kindes vermieden (z. B. bei drohende Unterzuckerung).

Unter Diabetes Typ 3 werden schließlich die Patienten zusammengefasst, bei denen das Gewebe der Bauchspeicheldrüse in erster Linie durch Tumoren, Infektionen, Entzündungen und genetische Defekte zerstört wird. Chefarzt Dr. Axel Eickhoff betont deshalb: „Die optimale Behandlung der verschiedenen Krankheitsformen ist sehr wichtig, denn es drohen schwerwiegende Folgeerkrankungen.“

Zu diesen zählt vor allem der diabetische Fuß. Denn bis zu 80 Prozent der in Deutschland jährlich vorgenommenen Amputationen, berichtet der Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Leiter des Gefäßzentrums, Dr. Simon Classen, gehen auf diabetische Grunderkrankungen zurück. Die Gefäßmedizin am Klinikum Hanau ist deshalb auch auf die Erkennung und Behandlung von Risikopatienten spezialisiert.


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