Neue Teamleitung der Fachambulanz für Suchtkranke

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Wer sich auf den Weg macht, sich mit seiner Suchtproblematik auseinanderzusetzen, trifft dabei auf so manchen Stolperstein: Wie kann ich Konflikte am Arbeitsplatz oder in der Familie meistern oder besser mit Stress umgehen?

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Antwort auf diese und weitere Fragen erhalten die Teilnehmer der wöchentlichen Therapiegruppe von Cosima Goncalves Silva in der Fachambulanz für Suchtkranke. Mit Fachwissen und Einfühlungsvermögen gibt die Suchttherapeutin ihren Klienten dabei viel Hilfreiches für ihren schwierigen Weg mit. Doch nicht nur die Arbeit mit der Therapiegruppe gehört zu den Aufgaben der 45-Jährigen: Seit Sommer letzten Jahres ist sie auch die neue Teamleiterin der Beratungsstelle in der Gelnhäuser Holzgasse 17.

Bereits seit elf Jahren gehört Goncalves Silva zum Team der Beratungsstelle, kennt die Aufgaben und Herausforderungen der ambulanten Suchthilfe gut. Ihren Beruf übt die Diplom-Sozialpädagogin dabei mit viel Hingabe aus. Schon im Studium sei ihr Interesse an diesem Themengebiet geweckt worden: „Mich hat damals schon der Bereich der zwischenmenschlichen Kommunikation sehr interessiert“, verrät sie. So sei für sie schnell klar gewesen, dass sie ihr Anerkennungsjahr gerne in der Beratung machen möchte. Bei der Psychosozialen Beratungsstelle der Caritas in Olpe sammelte sie erste Erfahrungen auf dem Gebiet Sucht, die sie bei ihrer Tätigkeit für die Drogenberatung Bielefeld e.V. in der Beratungsstelle Detmold vertiefte. Seit 2007 ist sie in der Fachambulanz für Suchtkranke der Caritas in Gelnhausen tätig. „Auf der einen Seite sieht man sehr viel Leid“, gibt Goncalves Silva zu. Auf der anderen Seite könne man aber auch viele Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, begleiten und ihnen helfen. Dabei sind es auch die kleinen Veränderungen im Leben ihrer Klienten, die sie immer wieder mit Freude erfüllen: „Die Menschen werden selbstbewusster, lernen sich abzugrenzen und besser für sich zu sorgen“, berichtet sie aus ihren Erfahrungen. All dies mache die Arbeit in der Suchtberatung für sie zu einem erfüllenden und spannenden Aufgabengebiet, das nie langweilig wird. Denn: „Jeder Mensch ist immer wieder anders.“

Viele Veränderungen miterlebt

Bisher zählte die Leitung der Suchtberatungsstelle in Trägerschaft des Caritas-Verbandes für den Main-Kinzig-Kreis zu den Aufgaben von Ingo Bischoff, dem Fachbereichsleiter der Beratungsdienste. Da dieser Bereich, zu dem neben der Fachambulanz für Suchtkranke auch Angebote wie die Allgemeine Sozialberatung, die Migrationsdienste, die Flüchtlingshilfe oder das Caritas-Zentrum in Bad Orb zählen, in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist und weitere strukturelle Veränderungen im Verband hinzu kamen, war es an der Zeit, eine neue Teamleitung für die Fachambulanz zu finden. Bischoff ist überzeugt, dass diese Aufgabe nach über acht Jahren unter seiner Leitung bei Goncalves Silva in den richtigen Händen liegt. Beide kennen sich viele Jahre, haben gemeinsam so manche Veränderung in der Fachambulanz für Suchtkranke miterlebt. Das kleine Team, das 2008 noch aus lediglich vier Mitarbeitern bestand, setzt sich inzwischen aus neun festen und vier freien Mitarbeitern zusammen. Dabei galt es im Laufe der Jahre auch immer wieder, auf die gesellschaftlichen Veränderungen einzugehen und das Angebot der Beratungsstelle den Bedürfnissen der Hilfesuchenden anzupassen. Ein wichtiges Stichwort sei hierbei das Thema Flexibilität: „Wir haben das Angebot der Sprechstunden auf Abends erweitert sowie zusätzliche Beratungsangebote in Bad Orb und Schlüchtern geschaffen“, zählt Bischoff beispielhaft auf. Das Angebot des Betreuten Einzelwohnens ist von elf Plätzen auf mittlerweile 25 gewachsen. Unter anderem mit dem Angebot des „Kontrollierten Trinkens“ habe es einen wichtigen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Suchtkranken gegeben. Aber auch die ambulante Therapie bietet einen weiteren wertvollen Baustein unter den verschiedenen Bausteinen, der eigenen Suchtproblematik entgegen zu treten. Hierbei haben die Menschen die Möglichkeit, zuhause in ihrem gewohnten Umfeld während der Entwöhnung wohnen zu bleiben, anstatt dem zumeist mehrmonatigen Aufenthalt in einer stationären Therapieeinrichtung. „Ein tolles Angebot für Personen, die sozial, familiär oder beruflich stark eingebunden sind“, findet Goncalves Silva. Die Erfolgschancen hierbei seien dabei genauso groß wie bei einer stationären Therapie, vielen sei jedoch gar nicht bekannt, dass es diese Alternative gebe.

Zwischen 400 und 450 Klienten jährlich

Mit den verschiedenen Angeboten erreichen die Mitarbeiter der Fachambulanz für Suchtkranke durchschnittlich zwischen 400 und 450 Klienten jährlich. „Diese Leute sind schon eine Art Helden“, findet Bischoff. Denn nur zehn Prozent der eigentlich Betroffenen erreichen tatsächlich die Angebote der Suchthilfe deutschlandweit. Diesen Schritt zu gehen, das Problem anzupacken und sein Leben verändern zu wollen, falle den Menschen sehr schwer. Auch Goncalves Silva hat deshalb großen Respekt für den Mut der Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen: „Das sind Menschen, die oft vieles erlebt haben, aber nicht den Kopf in den Sand stecken sondern sich dem stellen.“ Dabei sei jeder willkommen, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, nicht nur jene, die beschlossen hätten, dass sie mit dem Trinken aufhören möchten. Die Möglichkeiten hierfür sind vielfältig und werden immer individuell abgestimmt. „Wir begleiten die Menschen, aber wohin es geht, müssen sie selbst entscheiden“, fasst Goncalves Silva zusammen.

Mehr Informationen über die Fachambulanz für Suchtkranke, die Sprechzeiten und Angebote finden Sie auch im Internet auf der Homepage des Caritas-Verbandes für den Main-Kinzig-Kreis www-caritas-mkk.de in der Rubrik Beratungsdienste oder telefonisch unter der 06501-9245-0.

Foto: Der Fachbereichsleiter der Beratungsdienste, Ingo Bischoff, freut sich, dass mit Cosima Goncalves Silva eine erfahrene Suchttherapeutin die Teamleitung der Fachambulanz übernimmt.

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