Wie man die schwankenden Wechselkurse nutzen kann

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Im Zuge der gegenwärtigen COVOD-Pandemie sind nicht nur die Aktienmärkte auf Achterbahnfahrt gegangen. Auch bei den Wechselkursen zeigen sich derzeit heftige Ausschläge nach oben und unten. Bei all der damit einhergehenden Unsicherheit bestehen allerdings durchaus Chancen, von dieser Situation zu profitieren.

Dass sich Währungsunterschiede und schwankende Wechselkurse direkt auf die Profitabilität und Ertragskraft von Unternehmen auswirken, ist allgemein bekannt. Deshalb sichern sich global orientierte Unternehmen schon lange mit langfristigen Währungskontrakten gegen zu große Schwankungen ab. Allerdings schützen diese die Unternehmen nicht vor den Turbulenzen der global grassierenden COVID-Pandemie, die die Weltwirtschaft in arge Bedrängnis gebracht hat. Trotzdem kann das Wissen um die Prinzipien der Wechselkurse Unternehmen und Anlegern auch jetzt dabei helfen, intelligente Entscheidungen zu treffen.

So hat beispielsweise der US-Dollar gegenüber dem Euro innerhalb von nur acht Tagen sechs Prozent an Wert verloren, ehe einer eine Woche später schon wieder um sechs Prozent stieg. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Währungen wie dem Schweizer Franken Japanischen Yen, oder dem Britischen Pfund, welches im Zuge der Krise zeitweise sogar auf den niedrigsten Stand seit 35 Jahren sank. Angesichts dieser volatilen Bedingungen schrillen in der Unternehmens- und Finanzwelt sämtliche Alarmglocken, denn sie machen internationale Transaktionen zu einem Vabanque-Spiel, bei der die Beteiligten von einem Tag auf den nächsten aufgrund der Schwankungen viel Geld sparen oder aber auch verlieren können.

In diesen Zeiten haben jedoch nicht nur Firmen, sondern auch Anleger die Möglichkeit, durch kluge Investitionen von den Markttrends zu profitieren. Voraussetzung ist, dass man über ausreichend Know-how in Bezug auf die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge verfügt. Darüber hinaus verschafft einem eine kontinuierliche forex analyse einen guten Überblick über die aktuelle Entwicklung und damit die Basis für die Findung fundierter Entscheidungen. So kann sich ein sinkender Dollarkurs auf viele, insbesondere ölabhängige Branchen wie Pharma oder Automobil, gerade in der gegenwärtigen schweren Lage im Euro-Raum durchaus positiv auswirken, da der auf Dollarbasis festgelegte Ölpreis automatisch sinkt, wenn der Kurs der Eurowährung im Vergleich zum Dollar an Wert gewinnt. Gleichzeitig senkt ein niedriger US-Dollar für viele Staaten und Unternehmen die Last der Schuldentilgung, da die Ausstände oftmals ebenfalls auf Dollarbasis bestehen.

Anleger sollten diesen Faktor deshalb beachten, wenn sie ihre Investitionsentscheidungen treffen. Natürlich spielen momentan viele weitere Faktoren in die Bewertung von Unternehmen mit ein, denn wenn es beispielsweise um die Wettbewerbsfähigkeit oder die finanziellen Rücklagen eher schlecht bestellt ist, können auch ein günstigerer Ölpreis und die damit verbundenen niedrigeren Kosten ein Unternehmen schwerlich aus seiner misslichen Lage befreien. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Reiseindustrie und im Speziellen die Luftfahrtbranche. Sie zählt aufgrund des hohen Kostenanteils der Kerosinkosten naturgemäß zu den ersten Industrien, die von einem niedrigen Ölpreis profitiert. Angesichts der auf ein Minimum geschrumpften Flugverbindungen und entsprechend nahe Null tendierender Einnahmen ist die ölbedingte Kostenersparnis allerdings zu vernachlässigen.

Doch auch abseits des Dollarraums können sich für Anleger lukrative Chancen auftun. So hat der Südafrikanische Rand seit Beginn des Jahres im Vergleich zum Euro rund 25 % seines Wertes eingebüßt. Normalerweise wären ausländische Touristen die Ersten, die von dem Kursrutsch profitieren, da sich die Kosten für Übernachtungen, Speisen und Getränke sowie Einkäufe signifikant verbilligt hätten. Jedoch kann der rapide Kursverfall in Südafrika auch Investoren interessantes Anlagemöglichkeiten bieten. So führen die niedrigen Kurse zu günstigeren Immobilienpreisen - auch in der gerade bei Europäern besonders beliebten Kap-Region rund um die Millionenmetropole Kapstadt. Zwar sind dort die Preise für Häuser und Wohnungen in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, doch die jüngste Entwicklung führt zu einer merklichen Korrektur der Preise.

Gleiches gilt, ganz unabhängig von der Wechselkursentwicklung, auch in vielen europäischen Immobilienmärkten, wo es aufgrund der COVID-19-Pandemie zu einer merklichen Korrektur der Preise kommen dürfte. So dürfte sich wegen der zu erwartenden wirtschaftlichen Probleme vieler Besitzer das Angebot spürbar erhöhen, während die Nachfrage nicht in gleichem Maße zunimmt. Hier könnten sich Anlegern deshalb ähnliche Chancen bieten, die im Gegensatz zu Südafrika zudem quasi vor der Haustür und nur wenige Flugstunden entfernt liegen - wenn dies wieder problemlos möglich sein wird. Es zeigt sich somit, dass die derzeitige Lage Investoren und Unternehmen Chancen bieten kann. Allerdings sind günstige Wechselkurse leider keine ausreichende Basis, die über den Erfolg einer entsprechenden Finanztransaktion entscheidet. Doch als ein nicht unbedeutender Faktor können sie durchaus dazu dienen, den Kreis potentieller Investitionsobjekte merklich einzuengen.

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