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Die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas hat den Antrag auf Erstreckung auf Grund der Verweigerung der Arbeitgeber abgelehnt. Man wolle die Tarifautonomie entgegen der weltlichen Träger aufrechterhalten. Die Arbeitsrechtliche Kommission der Diakonie Deutschland hat daraufhin gar nicht mehr abgestimmt und damit dem wichtigen Projekt ebenfalls die Unterstützung verweigert und sich so aus der Verantwortung gezogen.

Die Leidtragenden dieser Entscheidung sind vor allem weibliche Beschäftigte. „Nach dem Klatschen kommt die Klatsche!“ Frauen stellen 83 Prozent der 1,2 Millionen Beschäftigten in der Altenpflege. Die Niedriglöhne, mit denen sie vor allem bei kommerziellen Trägern abgespeist werden, führen geradewegs in die Altersarmut. Laut einer OECD-Studie beziehen Frauen über 65 in Deutschland eine um durchschnittlich 46 Prozent niedrigere Rente als Männer – so groß ist die Lücke in kaum einem anderen OECD-Land. Neben den niedrigeren Löhnen hat das auch mit der hohen Teilzeitquote zu tun. Bei Frauen in der Altenpflege liegt diese mit 62 Prozent deutlich höher als bei Männern mit 37 Prozent. Die Altenpflegerin Branka Ivanisevic ist sauer. „Da entscheiden die Dienstgeber der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas – vorwiegend durch Männer besetzt – und der Arbeitsrechtlichen Kommission Diakonie – 90 Prozent Männer – darüber, dass die Niedriglöhne in der Altenpflege für abertausende Frauen erhalten bleiben. Und das kurz vor dem Internationalen Frauentag – ein wirklich mieses Signal.“

Das steht alles in krassem Widerspruch zu den sonstigen Aussagen und Werten der konfessionellen Wohlfahrtsverbände. Durch ihre Ablehnung haben sie sich als scheinheilig entlarvt und ein schlimmes Signal an die rund 1,2 Millionen Beschäftigten in der Altenpflege gesendet, die nun weiterhin nur Pflegemindestlohn bekommen. „Händeringend werden überall Altenpflegerinnen und Altenpfleger gesucht – diese gewinnt man nur mit guten Arbeitsbedingungen und anständiger Bezahlung“, so Ivanisevic.

Am Montag, 8.3.2021, wird um 5 nach 12 Uhr vor der Zentrale der Caritas Alte Mainzer Gasse 10 in Frankfurt eine Protestaktion unter Einhaltung der Corona Hygienebestimmungen stattfinden. In Anschluss an die Eröffnungskundgebung vor der Caritas erfolgt ein Demonstrationszug zum Frankfurter Dom, dort endet die Veranstaltung mit einer Abschlusskundgebung.

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