Bundeskanzlerin Angela Merkel rief die Bevölkerung am 16. März 2020 auf, alle nicht lebensnotwendigen Kontakte und Reisen einzustellen, und am 22. März wurde Deutschland zum ersten Mal abgeriegelt. Dies führte zur Schließung von Geschäften, wodurch Arbeitsplätze und Existenzen gefährdet wurden, und schuf auch neue Herausforderungen und Möglichkeiten für die Anlageklasse der P2P-Kredite.

Dieser Artikel erläutert, wie sich die Pandemie auf die den Peer-to-Peer-Kreditsektor ausgewirkt hat.

Das Kreditvergabesysteme selbst

Der Lockdown in Deutschland bedeutete, dass viele Unternehmen nicht öffnen oder arbeiten konnten. Die Regierung entwickelte ein Unterstützungsprogramm für angeschlagene Unternehmen.

Die Rettungsschirme konzentrierten sich zunächst darauf, den Unternehmen über die großen Banken Mittel zur Verfügung zu stellen. Allerdings mussten sie lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um für die Rettungsschirme zugelassen zu werden und warteten teilweise monatelang auf ihr Geld.

Alternative Kreditgeber argumentierten, dass sie dies schneller tun könnten.

Schließlich wurde im Vereinigten Königreich mit Funding Circle der erste alternative Kreditgeber für die Corona Nothilfen akkreditiert, gefolgt von Assetz Capital, Folk2Folk und LendingCrowd.

Vermehrte Auszahlungsanfragen

Eine der größten Herausforderungen für P2P-Kreditplattformen war der Umgang mit nervösen Investoren, die Gelder abheben wollten.

RateSetter und Assetz Capital gehörten zu den Kreditgebern, die aufgrund der erhöhten Nachfrage Abhebungsanfragen zurückstellen mussten.

Auch der Sekundärmarkt von Funding Circle ist derzeit geschlossen.

Plattform-Schließungen

Viele P2P-Kreditgeber passten ihre Kreditvergabekriterien an, um die Kreditvergabe fortsetzen zu können, andere hatten jedoch Schwierigkeiten, sowohl die Abhebungsanfragen als auch die Aufrechterhaltung der Liquidität zur Genehmigung und Finanzierung von Krediten unter einen Hut zu bringen.

Octopus Choice pausierte die Kreditvergabe im letzten Jahr und hat nun beschlossen, ganz zu schließen.

Growth Street stoppte bereits am 17. März 2020 durch ein Liquiditätsereignis den Zugriff auf investierte Gelder für Investoren. Der Geschäftskreditgeber gab an, dass dies auf ein größeres als das übliche Geldvolumen zurückzuführen war, das aufgrund der Unsicherheit über das Coronavirus nicht wieder angelegt wurde, was es schwieriger machte, Auszahlungsanträge zu finanzieren. Das Unternehmen hat sich inzwischen zur Schließung entschlossen und hat alle Investoren ausgezahlt.

Mehr Akquisitionen

Ein wirtschaftlicher Abschwung wird oft als Kaufgelegenheit gesehen und hat die Fusions- und Übernahmeaktivitäten im P2P-Sektor angekurbelt.

Im August 2020 wurde bekannt gegeben, dass die Metro Bank die drei großen P2P-Kreditgeber RateSetter übernehmen und ausschließlich deren neue Kredite finanzieren würde. Inzwischen wurde das gesamte Portfolio von der Metro Bank gekauft und alle Investoren sollen im April ausgezahlt werden.

Auch Lending Works wurde zu einem Übernahmeziel. Das Unternehmen hatte die Neukreditvergabe pausiert und seinen Sekundärmarkt im März 2020 geschlossen und gab im Juli bekannt, dass es an den alternativen Investmentmanager Intriva Capital verkauft wurde. Die Neukreditvergabe wurde wieder aufgenommen, aber die Anleger erhalten geringere Renditen, wobei mehr in den Shield-Vorsorgefonds von Lending Works umgeleitet wird.

Andere Plattformen wie Assetz Capital und Folk2Folk gaben an, dass sie große Zuflüsse von Geldern erhalten haben.

Wenn die Beschränkungen in Deutschland und Europa in den nächsten Monaten gelockert werden, werden P2P-Plattformen sowie ihre Investoren und Kreditnehmer hoffen, dass sie zur Normalität zurückkehren können. Wie auch immer diese aussehen mag.

Fest steht, die Art und Weise, wie Menschen Kredite aufnehmen, ändert sich in großem Stil. Digitale Kreditvergabemöglichkeiten, wie z. B. Online-Banken, wachsen, ebenso wie P2P (Peer-to-Peer)-Kreditplattformen, die eine Alternative zu traditionellen Bankkrediten bieten. Dieser Trend wird sich weiter verstärken, und es kann davon ausgegangen werden, dass die angebotenen Dienstleistungen stärker personalisiert werden, um einer neuen Generation von Kunden gerecht zu werden.

Der Trend: Zugängliche Finanzprodukte und mehr finanzielle Bildung

Viel zu lange war die Finanzwelt für einen großen Teil der Weltbevölkerung unverständlich. Mit dem zunehmenden Trend zum selbstbestimmten Finanzmanagement wird es immer wichtiger, dass Finanzdienstleister ihre Angebote für ihre Kunden verständlich machen. Und das beginnt bereits in jungen Jahren mit Programmen zur Vermittlung von Finanzwissen. Dies ist jedoch nicht auf junge Menschen beschränkt. Finanzdienstleister sollten - und tun es meist auch - daran arbeiten, ihre Angebote verständlich zu machen.

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