Welchen Einfluss hat das Glücksspielgeschäft auf die Kultur von den 1920er Jahren bis heute gehabt?

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Die Erfindung des Würfels und diverser Kartenspiele schien nur eine Frage der Zeit zu sein.

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Die Lust am Nervenkitzel und schnellen Glück zieht sich durch alle Länder und Zeiten der menschlichen Zivilisation hindurch. Die Wurzeln des Glücksspiels lassen sich bis in das alte Ägypten und frühe Mesopotamien zurückverfolgen. Ohne Frage haben wir es hier mit einer anthropologischen Konstante zu tun.

Während das organisierte Glücksspiel lange Zeit und in vielen Kulturkreisen untersagt und verpönt war, gibt es im heutigen Europa eine schier endlose Vielfalt an Spielhäusern. Allein mit einem der vielen online casino schweiz lassen sich zahlreiche Stunden am Roulettetisch verbringen. Dennoch wäre es zu kurz gegriffen das Phänomen Glücksspiel auf einzelne Länder zu begrenzen. Insbesondere für die Frage, welchen Einfluss das Thema auf unsere moderne Kultur seit 1920 genommen hat, darf der Horizont nicht zu weit eingeengt werden – und genau dieser Frage soll hier nachgegangen werden.

Glück – eine Frage der Definition

Schon die Definition des Begriffs Glücksspiel ist schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint. Bei der Suche nach dem beliebtesten Glücksspiel in China stößt man auf „Mah-Jongg“. Hierbei liegen Dominosteine aufeinander gestapelt, die in der richtigen Reihenfolge entfernt werden müssen. Zwar beinhaltet das Spiel Zufallselemente, doch spielen Voraussicht und Konzentrationsgabe eine mindestens ebenso große Rolle. Ob es sich daher überhaupt um ein Glücksspiel handelt, ist fraglich.

Im deutschsprachigen Raum ist die Frage hingegen recht eindeutig definiert. Insbesondere durch die Rolle des Gesetzgebers hat sich mit der Zeit eine klare Abgrenzung von Geschicklichkeits- zu Glücksspielen herauskristallisiert. Zu Letzteren zählt man hierzulande Lotto, Sportwetten und klassische Casino-Spiele, wie Roulette und Black Jack.

Ein kurzer, geschichtlicher Abriss

Die Geschichte des Glücksspiels ist eine wechselhafte. Bis ins 19. Jahrhundert war das organisierte Spielen in vielen europäischen Ländern entweder verboten oder ausschließlich eine Sache des Adels. Mal wurden Staatslotterien eingeführt, um die leeren Kriegskassen zu füllen, mal wurden sie von Seiten der Regierungen verboten.

So auch in Deutschland: Bis in die 1930er Jahre war das Glücksspiel praktisch verboten. Ab 1933 war es unter den Nationalsozialisten erlaubt. Casinos wurden gegen Kriegsende hin geschlossen und erst ab den 50er Jahren wieder in Betrieb genommen. Gerade in Berlin erfreute der wieder geöffnete Spielbetrieb nicht nur ansässige Bürger, sondern auch die leeren Staatskassen.

Der Einfluss auf Literatur, Film und Kultur

Der Einfluss des Glücksspiels auf Kultur und Gesellschaft kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Selbst unsere Sprache ist davon geprägt. Da der gesellschaftliche Stand des Spielens zumeist niedrig war, erhielt das auch Einzug in unseren Wortschatz. In der deutschen Sprache gibt es viele alltägliche Aussprüche, wie „etwas aufs Spiel setzen“, „den Kürzeren ziehen“ oder ein „hartes Los“ zu haben, welche allesamt negativ konnotiert sind.

Literatur

Auch in der gesamteuropäischen Literatur ist auffällig, wie stark sie durch das jeweilige, gesellschaftliche Verhältnis zum Spielen geprägt ist. War es geächtet, wurde es mit ausschließlich niederen, menschlichen Eigenschaften in Verbindung gesetzt, wie das in der berühmten, viktorianischen Literatur des 19. Jahrhunderts der Fall war. Derlei Tätigkeiten gingen hier nur soziale Verlierer, die Schwachen, Dummen und Ausgestoßenen nach. War es hingegen dem Adel vorbehalten, sich in Spielhäusern zu treffen und seinen Reichtum zur Schau zu stellen, erhielt es in der Literatur eine dementsprechende Würdigung, galt als vornehm und zeugte von hohem Status.

Seit den 1920er Jahren sind nicht zuletzt im Zuge der Konsumgesellschaft eine ganze Reihe von literarischen Werken, Musikstücken und Filmen entstanden, die das Thema Glücksspiel unter höchst unterschiedlichen Gesichtspunkten unter die Lupe nehmen. Während die zuvor erwähnten Bücher einen sehr moralischen Blick auf solche Aktivitäten warfen, wird sich dem Thema seit dem 20. Jahrhundert differenzierter gewidmet.

Filme

So auch im Film. Bis in die 1960er Jahre war das Thema Glücksspiel in Film und Popkultur praktisch nicht existent. Das liegt insbesondere an den Nachwirkungen der Prohibition in den USA, in der Glücksspiel strikt untersagt war. Tatsächlich gelten in den USA – entgegen dem Klischee vom freiheitlichen Amerika und den Casino-Promenaden von Las Vegas – bis heute mit die striktesten Regulierungen aller westlichen Länder.

Einer der frühesten Filme mit klarem Glücksspielbezug ist „Cincinnati Kid“ aus dem Jahr 1965, in dem erstmals ausführlich die Geschichte zweier professioneller Pokerspieler erzählt wird. Spätestens seit den 90er Jahren gehört das Thema zu den beliebtesten in Hollywood. Man denke nur an die erfolgreiche „Ocean’s Eleven“ Reihe oder dem James Bond Teil „Casino Royale“.

Hingegen gibt es auch Filme, in denen das Casino mehr als nur den Schauplatz abgibt. Im Film „21“, der auf dem gleichnamigen Buch basiert, werden erfolgversprechende Tricks aufgezeigt, mit denen sich in Casinos echtes Geld verdienen lässt. Ähnlich im Film „Rounders“ mit Matt Damon, in dem auf Betrugsstrategien beim Pokern eingegangen wird. Weitere nennenswerte Erwähnungen sind „The Gambler“, „Casino“, „Rounders“ und „Croupier“.

Fazit

Das Glücksspiel auf der einen, Politik und Kultur auf der anderen Seite stehen in einem unverkennbaren Wechselspiel. Mal waren es die Bedürfnisse des Staats, die das Glücksspiel überhaupt zuließen und dadurch zu seiner Enttabuisierung führten. Mal waren es gesellschaftliche Entwicklungen, die den Umgang damit verändert haben.

Vor allem seit den 1960er Jahren kehrt das Glücksspiel als wiederkehrendes Thema auf die Leinwand und in die Popkultur zurück. Mal nur als Schauplatz, mal als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Mal werden daran die Charakterschwächen des Protagonisten aufgearbeitet, mal bleibt ein moralisches Urteil aus. So bleibt es bei einer ständigen Ambivalenz zwischen Mensch und Glücksspiel, die sich durch unsere gesamte Geschichte zieht.



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