Sie blüht im Herbst, bekämpft wird sie im Frühjahr

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Die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.) beschäftigt sich seit 2015 in einem Großprojekt mit den Herbstzeitlosen, um die giftigen Pflanzen mit naturverträglichen Mitteln von landwirtschaftlich genutzten Wiesen an der unteren Kinzigaue zu verdrängen.

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Bereits zu Beginn des Projektes angelegte Versuchsparzellen spiegeln nun die Erkenntnisse der großflächigen und langjährigen Untersuchungen wider. Die hübschen Blüten der Herbstzeitlose können darüber hinwegtäuschen, dass die Zwiebelblume eine der giftigsten einheimischen Grünlandpflanzen ist. Der Verzehr kann tödlich sein – für Mensch und Tier. Und ausgerechnet diese Pflanze breitet sich in den letzten Jahren vor allem auf extensiv genutztem Grünland aus. Dies stellt Landwirte nicht nur im Main-Kinzig-Kreis, sondern bundesweit vor ein immenses Problem, da mit Herbstzeitlosen versetztes Heu nicht mehr verfüttert und auch nicht vermarktet werden kann.

Das Projekt: Aus diesen Gründen wurde vor etwa sieben Jahren im unteren Kinzigtal ein Pilotprojekt zur Rückdrängung der Herbstzeitlosen mit einer Gesamtfläche von circa 600 Hektar etabliert. Es steht unter der Leitung der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung und wird in Kooperation mit den Kommunen Erlensee, Rodenbach, Langenselbold, Hasselroth und Gründau, dem Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichem Raum, dem Kreisbauernverband und vielen landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt. Beratend zur Seite steht der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), der ebenfalls sehr an den Ergebnissen interessiert ist.

„Auf verschiedenen Flächen wenden Landwirte seit Projektbeginn jeweils andere, zuvor festgelegte, naturverträgliche Maßnahmen an. Ausgeschlossen ist die chemische Behandlung ebenso wie die Gülledüngung.“, berichtet Projektmanagerin Patrizia König. Seitens der GNA werden die Herbstzeitlosen jährlich zur Vegetationszeit im Frühjahr und zur Blüte im Herbst kartiert, um Veränderungen in der Ausbreitung und die Anzahl der Pflanze zu dokumentieren. Außerdem halten die Biologen die jeweiligen Mahdtermine fest.

Die Versuchsparzellen: Aufgrund der Größe des Projektgebiets und zur besseren Vergleichbarkeit verschiedener Maßnahmen legten die wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen der GNA schon 2015 zusätzlich ein kleinräumigeres Versuchsfeld an. Es besteht aus 15 Grünland-Quadraten, die jeweils eine Parzelle darstellen. Diese sind in drei Reihen mit je fünf Parzellen angelegt. Jede Parzelle hat eine Fläche von zwei Quadratmeter. Zwischen den Parzellen liegen immer 30 cm Abstand. Zweimal im Jahr führt die GNA festgelegte Pflegemaßnahmen durch, darunter im April bis Mai das Mulchen und/oder Mähen (bei einer Blattlänge von 20 bis 25 cm), das Ausreißen und Ausziehen der Pflanze, und - nur zu wissenschaftlichen Zwecken - eine Düngung mit ca. 60 kg Gesamtstickstoff je Hektar. Jede Maßnahme wird je einmal in jeder der drei Reihen durchgeführt. Zwischen den Reihen sind die Maßnahmen zufällig verteilt, um Nachbarschaftseffekte zu verhindern und um auszuschließen, dass Ergebnisse auf Unterschieden wie zum Beispiel der Bodenbeschaffenheit beruhen. Die Maßnahmen werden jährlich auf den Parzellen wiederholt. Das GNA-Team dokumentiert die Pflanzen im Frühjahr, wenn ihre Blätter wachsen und im Herbst, wenn die Blüten erscheinen. Alle Parzellen erhalten im Herbst eine abschließende Pflegemahd.

Erkenntnisse: Bisher konnte gezeigt werden, dass das Ausreißen der Blätter im Frühjahr den mit Abstand besten Effekt erzielt, um die Herbstzeitlosen zu reduzieren. An zweiter Stelle steht die frühe Mahd. Diese Resultate entsprechenden den Erfahrungen der Landwirte. Eine zusätzliche Düngung zeigte bisher keine dauerhafte Verbesserung der Situation. Fazit und Ausblick: Auf intensiv genutzten Grünlandflächen tritt die Herbstzeitlose dagegen grundsätzlich weniger häufig auf. „Die Annahme, dass dafür die stärkere Düngung der Flächen verantwortlich sei, ist so nicht haltbar. Vielmehr scheint die häufigere Mahd ausschlaggebend zu sein.“, erklärt die Botanikerin König. Denn wenn die Herbstzeitlose während ihrer Vegetationsphase keine Blätter entwickeln kann, findet keine Fotosynthese und damit auch kein Aufbau von Energie statt, um Blüten, neue Knollen und Samen zu bilden. „Das kann man jedoch auf extensiv genutzten Flächen auch durch eine frühe Mahd erreichen, allerdings braucht dies viel Geduld. Das Ausreißen oder Ausstechen der Blätter ist, obwohl aufwändig, in jedem Fall die zielführendste Methode, da die Effekte schon nach wenigen Jahren groß sind, sofern konsequent und korrekt vorgegangen wird.“, so König abschließend. Ein von der GNA herausgegebener Leitfaden mit Vorstellung der Herbstzeitlosen und der unterschiedlichen Methoden zu ihrer Rückdrängung soll noch Ende des Jahres veröffentlicht werden.

Zur Unterstützung ihrer wichtigen Arbeit bittet die Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach. Als gemeinnützige Organisation ist die GNA berechtigt, Zuwendungsbestätigungen für das Finanzamt auszustellen.



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