Die Zahl der Elektrogeräte in deutschen Haushalten wächst ständig. Eines der beliebtesten Geräte ist das Handy.
Früher oder später veraltet aber auch das modernste Gerät oder wird nicht mehr gebraucht – und ist gleichzeitig noch immer sehr wertvoll.
Aus 14 Tonnen Elektro-Altgeräten gewinnt man, neben vielen anderen Wertstoffen, durchschnittlich etwa eine Tonne Kupfer. Um diese eine Tonne des Metalls aus Bergwerken zu schürfen, muss die tausendfache Menge an Gestein bearbeitet werden. Die Verwertung von Altgeräten schont also wertvolle Rohstoffe.
Handys sind ein Verkaufsschlager. Allein in Deutschland werden Jahr für Jahr mehr als 35 Millionen neue Handys gekauft. Weit über 72 Millionen Handys verstauben in den Schubläden deutscher Haushalte. Deutschland gehört zu den internationalen Spitzenreitern bei der Mobilfunk-Ausstattung. Zwar geht der Trend heutzutage zum Zweit-Handy, doch in den meisten Fällen ersetzt ein neues Handy ein altes. Und: die Einsatzzeit eines Handys ist kurz. Im Schnitt wird jedes Gerät gerade einmal 18 Monate benutzt und dann wieder durch ein neues ersetzt. So kommen allein durch diese klingelnden Allroundtalente vorsichtigen Schätzungen zufolge jährlich 5.000 Tonnen Elektronikschrott zusammen, von denen ein Großteil nicht in den Rohstoffkreislauf zurück findet.
Handys sammeln für die Umwelt. In den alten Handys stecken neben Schadstoffen auch wertvolle Rohstoffe. Um mit beiden verantwortungsvoll umzugehen, werden Handys direkt gesammelt: Das ermöglicht im Vergleich zu der gemischten Altgeräte-Sammlung am Wertstoffhof eine Wiederverwendung und ein hochwertiges Recycling. Die Deutsche Umwelthilfe und die Telekom kooperieren seit 2003 erfolgreich bei der Sammlung, dem Recycling und der Weiterverwendung von Althandys. Ziel ist es, möglichst viele alte Handys weiterzuverwenden oder zu recyceln und damit viele Rohstoffe in den Kreislauf zurückzuführen.
Umwelt und Natur profitieren dreifach. Handys werden erneut verwendet bzw. Wertstoffe zurück gewonnen; Schadstoffe werden fachgerecht entsorgt. Zudem spendet die Deutsche Telekom aus den Erlösen der zurückgegebenen Alt-Handys 3 Euro pro Gerät an die Deutsche Umwelthilfe, die davon die Hälfte an zertifizierte Sammelorganisationen vor Ort weitergibt. Dazu gehört seit Ende 2011 ganz offiziell die gemeinnützige Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.), die das Geld langfristig für einen Laubfrosch-Biotopverbund in der unteren Kinzigaue einsetzt. Außerdem hat die GNA inzwischen viele Sammelstellen im Main-Kinzig-Kreis eingerichtet und organisiert einmal im Monat mobile Handysammlungen in verschiedenen Kommunen. Alle Sammelstationen und Termine unter: www.gna-aue.de
Wie wird umweltgerecht recycelt? „Zunächst werden die Akkus, die gefährliche Stoffe enthalten, entfernt und fachgerecht entsorgt. Anschließend werden die Althandys mechanisch zerkleinert, um die einzelnen Bestandteile besser sortieren zu können. Die aussortierten Metalle, wie z.B. Kupfer, werden recycelt. Die Kunststoffe werden, aufgrund der Vielfalt verschiedener Farben und Kunststoffarten in Handys, in der Regel nicht stofflich, sondern energetisch verwertet.“, berichtet die GNA Biologin Susanne Hufmann. Weiter: „Ein Mobiltelefon besteht zu rund 25 Prozent aus Metallen. Es enthält beispielsweise 250 mg Silber, 24 mg Gold, 9 mg Palladium, 9 Gramm Kupfer und 4 Gramm Kobalt - alle wertvollen und zum Teil seltenen Metalle.“ Insbesondere die Leiterplatte enthalte wertvolle Edelmetalle. Diese wird deshalb in einem weiteren Recyclingschritt behandelt – und zwar in einer modernen, entsprechend ausgestatteten Metallhütte (Schmelze). Hier werden die seltenen, aber sehr wertvollen Metalle abgetrennt und zurückgewonnen. Damit stehen sie dem Rohstoffkreislauf wieder zur Verfügung. Pro Gerät sind dies zwar geringe Mengen – aber hochgerechnet auf alle jährlich gekauften Mobiltelefone kommt man schnell in den Tonnen-Bereich. In den weltweit jährlich über eine Milliarde verkauften Handys sind insgesamt 250 Tonnen Silber, 24 Tonnen Gold und 9 Tonnen Palladium enthalten.
„Als Besitzer eines Handys ist jeder ein Rohstofflieferant! Um ein fachgerechtes Recycling zu gewährleisten, empfehlen wir, alte Handys nur an den GNA-Sammelstellen abzugeben!“, so der erste Vorsitzende der GNA, Günter Könitzer. Abschließend bittet die GNA um Spenden für das Laubfroschprojekt, da eine dringend notwendige Pflege von drei großen Laichtümpeln in Hasselroth ansteht. Das Spendenkonto der gemeinnützigen GNA lautet 10 70 800 bei der Raiffeisenbank Rodenbach, BLZ 506 636 99. „Spenden an die GNA sind steuerlich absetzbar.“, erläutert Könitzer. „Bitte geben Sie dafür Ihren Namen und Anschrift an. Spätestens Anfang des nächsten Jahres erhalten Sie von uns eine Spendenquittung zur Vorlage beim Finanzamt, auf Wunsch natürlich auch sofort. Der Laubfrosch wird es Ihnen danken!“
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