Im Einsatz für Gewässer, Auen und den Artenschutz

Verbraucher
Typographie
  • Smaller Small Medium Big Bigger
  • Default Helvetica Segoe Georgia Times

Das zweite Pandemiejahr in Folge. Normalerweise nehmen viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Umweltbildungsangebote der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA) wahr.

gnaueuenschu_az.jpg

gnaueuenschu_az1.jpg

gnaueuenschu_az2.jpg

gnaueuenschu_az3.jpg

gnaueuenschu_az4.jpg

In diesem Jahr musste wieder vieles abgesagt werden. Wichtige Auenschutzprojekte wurden aber ungehindert fortgeführt.

„Wir sind froh, dass sich ab Mitte Juni unsere Naturschutzjugend „Die Eisvögel“ wieder treffen konnte, mehrere Waldseminare für Erwachsene stattfanden und unser Waldrucksack einige Male unterwegs war“, berichtet Susanne Hufmann, Vorsitzende der GNA. „Besonders freuen wir uns, dass es uns gelungen ist, wegweisende Natur- und Artenschutzprojekte in enger Zusammenarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis, der Landwirtschaft, örtlichen Naturschutzgruppen, Kommunen und Behörden, Stiftungen und vielen anderen zu initiieren, planen und umzusetzen.“

Vorfahrt für den Fischotter. Um dem Fischotter die Wiederbesiedlung der Kinzig zu erleichtern, ist die Reduzierung der Gefahren durch den Straßenverkehr von entscheidender Bedeutung. Dazu erfassten die Artenschützer Quer- und Brückenbauwerke an der Kinzig und beurteilten ihre Passierbarkeit. „Das von der Heinz Sielmann Stiftung unterstützte Projekt wurde zwar im Januar 2021 erfolgreich beendet; unser Engagement für den Fischotter ist aber nach wie vor ungebrochen.“ berichtet Hufmann.

Die Wiederherstellung eines halboffenen Landlebensraumes in Brachttal näherte sich Mitte des Jahres seinem vorläufigen Ende. Im „Fußloch“, das immerhin 20 ha groß ist, setzten Bagger ab August acht sehr große Lesesteinriegel neu auf, legte die GNA große Totholzhaufen an und stellte eine wertvolle Feuchtwiese von Gehölzen frei, auf der sich nun seltene Pflanzen und Orchideen ungestört entwickeln können.

Da Lesesteine Sonnenwärme speichern und nachts abgeben, sind sie Ruhe- und Jagdplatz von Reptilien, Unterschlupf für Insekten, Spinnentiere und v.a. Unterirdisch vervollständigt ein frostsicheres Winterquartier für Amphibien das Angebot an die Tierwelt. Außerdem stimmte die GNA gemeinsam mit der Gemeinde Brachttal, dem Jagdpächter und einem Landnutzer die naturschutzgerechte Bewirtschaftung ab. Auf den Wiesen findet ab sofort nur noch eine einschürige Mahd statt. Danach sollen leichte Dexter-Rinder als „Landschaftspfleger“ zum Einsatz kommen.

Erste Quellenerfassung lieferte erstaunliche Ergebnisse
Ende April führte der Landesverband der Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V. im Auftrag der GNA eine zweite Kartierung von diesmal 50 Quellaustritten durch. Allein die große Anzahl der gefundenen Quellen lässt auf die Bedeutung des Fußloch als wertvolles Grundwasserreservoir schließen, das es nachhaltig zu nutzen gilt, ohne weitreichende Schäden an Flora und Fauna, aber auch ohne eine unnötige Absenkung des Grundwasserspiegels zu verursachen. Auf die Ergebnisse und das Arteninventar, das zurzeit noch von Experten bestimmt wird, ist man nicht nur bei den Naturschützern sehr gespannt. Die Ergebnisse findet man unter: https://vogelsberg.quellen-grundwasser.de/kartierung/ergebnisse/.

Biologische Vielfalt in den Flussauen an der Kinzig
Durch die Wiederbelebung von Feuchtgebieten erhofft sich die GNA weitreichende Effekte. Im Fokus stehen wiesenbrütende Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine, seltene Amphibien wie Laubfrosch und Gelbbauchunke, gefährdete Insekten wie Libellen. Dazu planten und realisierten Günter Könitzer und Susanne Hufmann mit Fördermitteln des Bundes und des Landes gleich zwei Großprojekte:

Schaffung von Feuchtbiotopen in der Langenselbolder Kinzigaue. Seit Oktober sind wieder große Bagger und anderes schweres Gerät im Auenlebensraum Flos. Ziel ist die Wiederherstellung der offenen Wiesenlandschaft. Mit der Anlage von Flutmulden auf einer Gesamtlänge von 540 m und 16 Feuchtbiotopen unterschiedlicher Größe und Ausprägung wird das Grünland als Wiesenbrüter- und Amphibiengebiet aufgewertet. Eine Furt aus Wasserbausteinen ermöglicht Landwirten die Querung und dem Hochwasser einen geregelten Abfluss. Zusätzlich ist die Anlage von Altgrasstreifen geplant.

Die Schaffung und Entwicklung eines großen Feuchtbiotops in der Niedermittlauer Kinzigaue steht kurz bevor. Ausgangspunkt ist auch hier ein tiefer und stark verlandeter Entwässerungsgraben, der eine Trennlinie zwischen dem von der GNA ökologisch aufgewerteten Feuchtgebiet Herrenbruch im südlichen Bereich und einer sehr intensiv genutzten Wiese im nördlichen Bereich darstellt. Die Renaturierung des Grabens beginnt in einem Abstand von 20 Metern zu einer Kreisstraße. Damit dieser Abschnitt besser von Amphibien durchwandert werden kann, muss viel Gehölz und noch mehr Müll entfernt werden. Durch die Aufweitung des Grabens auf Breiten zwischen acht und 12 Metern wird ein etwa 550 m langes Feuchtbiotop mit stark abgeflachten Ufern entstehen.

„Die Großprojekte entstanden in enger Kooperation mit der Stadt Langenselbold, der Gemeinde Hasselroth, den örtlichen Landwirten, den Jagdpächtern vor Ort und dem Regierungspräsidium Darmstadt, denen wir allen ausdrücklich für die zielführende und sehr gute Zusammenarbeit danken.“ berichtet Projektleiter Günter Könitzer, der seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich im Naturschutz tätig ist. „Umweltbildung liegt uns besonders am Herzen. Deshalb haben wir wieder einen Veranstaltungskalender mit Exkursionen und interessanten Vorträgen aufgelegt, unser Internetmagazin NATUR Online ausgebaut und neue Schautafeln entwickelt, die an verschiedenen Standorten im Main-Kinzig-Kreis dazu einladen, sich über Artenreiche Wiesen, den Auenverbund Kinzig oder das Autal bei Bad Orb zu informieren.“ ergänzt Hufmann. Die Tafeln entstanden in bewährter Zusammenarbeit mit dem NABU Wächtersbach und der Natur- und Vogelschutzgruppe Bad Orb (NVSG).

Seit bald 20 Jahren setzt sich die GNA für die Natur und die Biologische Vielfalt ein. Zur Unterstützung ihrer wichtigen Projekte bittet die Naturschutzorganisation um Spenden auf das Konto IBAN: DE 75 5066 3699 0001 0708 00 bei der Raiffeisenbank Rodenbach. Da die GNA gemeinnützig ist, können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Übrigens: Auch Patenschaften helfen, die Artenvielfalt in der Aue zu bewahren. Mehr Infos unter www.gna-aue.de


Anzeige

online werben

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige

Online Banner 300x250px MoPo 2