Gemeinsam mit dem „Dienstgeberverband Diakonische Altenhilfe Hessen“ hat ver.di tarifliche Regelungen vereinbart, die am 1. April in Kraft treten. Den etwa 1.500 Beschäftigten bringt der Tarifvertrag im Vergleich zu den bislang geltenden kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien deutliche Verbesserungen. „Nach über zwei Jahren intensiver Verhandlungen ist uns ein historischer Durchbruch gelungen. Der Tarifvertrag bedeutet nicht nur eine bessere Bezahlung und kürzere Arbeitszeiten, sondern auch einen Kulturwandel für die Einrichtungen und ihre Beschäftigten“, erklärte der ver.di-Verhandlungsführer Georg Schulze. „Jetzt können die Beschäftigten selbst unmittelbaren Einfluss auf ihre Arbeitsbedingungen nehmen, indem sie sich zusammen mit ihrer Gewerkschaft für gute Ergebnisse einsetzen.“

Der neue Tarifvertrag gilt bei der DiaCom Altenhilfe Eschwege, dem Seniorenzentrum Wolfhagen, den Pflegeeinrichtungen der DIAKO Waldeck-Frankenberg gGmbH in Arolsen und Frankenberg sowie der Inneren Mission Frankfurt. Dort kamen bislang kircheninterne Arbeitsvertragsrichtlinien zur Anwendung, die weitgehend ohne Beteiligung der betroffenen Beschäftigten in Arbeitsrechtlichen Kommissionen festgelegt werden. „Bei Tarifverhandlungen entscheiden dagegen die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten demokratisch über Forderungen und Kompromisse. Deshalb ist es uns so wichtig, dass sich die Kolleginnen und Kollegen selbst für ihre Belange engagieren“, erläuterte Schulze, der bei ver.di Hessen für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständig ist. Im Zuge der Verhandlungen haben sich mehrere hundert Diakonie-Beschäftigte bei ver.di organisiert, was die Grundlage und demokratische Legimitation des Tarifvertrags sichert.

Der Tarifvertrag sieht unter anderem eine schrittweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden vor. Bislang liegt die Arbeitszeit in der Diakonie Kurhessen-Waldeck bei 39, in Hessen-Nassau bei 40 Stunden. Deutliche Verbesserungen gibt es auch bei den Zuschlägen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit. Innerhalb von 14 Tagen ist künftig ein zusammenhängendes freies Wochenende garantiert. Insgesamt steigen die Entgelte (inklusive des Effekts der Arbeitszeitverkürzung) um durchschnittlich acht bis zehn Prozent. ver.di-Mitglieder erhalten im Februar 2022 zudem eine Bonuszahlung von 150 Euro. „Uns ist der Einstieg in die überfällige finanzielle Aufwertung der Altenpflege gelungen“, bilanzierte Schulze. „Der Tarifabschluss erhöht die Attraktivität der Einrichtungen im Wettbewerb um die dringend benötigten Arbeitskräfte.“

Der Gewerkschafter forderte andere Betreiber aus dem diakonischen Bereich auf, dem Beispiel zu folgen und ebenfalls Tarifverhandlungen mit ver.di aufzunehmen. Er verwies darauf, dass sich die Bezahlung in Pflegeeinrichtungen ab dem 1. September nach Tarifverträgen richten muss. „Eine flächendeckend gute tarifliche Bezahlung in der Altenpflege ist entscheidend, um den wachsenden Fachkräftebedarf in Zukunft zu decken“, betonte Schulze. „Das ist nicht nur im Interesse der Beschäftigten, sondern auch im Sinne der Einrichtungen und der pflegebedürftigen Menschen, die auf eine hochwertige Versorgung angewiesen sind.“


Anzeige
Anzeige

online werben

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Anzeige
Anzeige
Anzeige

vogler banner

Online Banner 300x250px MoPo 2