teamstaerkqe az

Hier hängen bunte Grafiken an der Wand, dort laminierte Folien, auf denen „Masseur und Bademeister“, „Was lernt man?“ und „Nach der Ausbildung“ steht. Besonderes viel Platz nimmt der Schriftzug „Handwerkprojekt“ an der hinteren Wand des Seminarraums ein. Um ihn herum sind Zeitungsausschnitte rund um das Thema Kochen geklebt: Schürzen, Bestecktaschen, Holz- und Schneidebretter, Kochlöffel und Topflappen sind darauf zu sehen.

Was es mit dem ungewöhnlichen Wandschmuck auf sich hat, erschloss sich den Besucherinnen und Besuchern der Abschlussveranstaltung des ersten „Teamcamp“-Seminars der Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA) in der Leipziger Straße. In seiner Begrüßung betonte Hans-Jürgen Scherer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung, wie überaus wichtig das neue Projekt der AQA sei: „,Teamcamp‘ ist ein im vergangenen Sommer angelaufenes Dauerseminar. Mit großen und kleinen Projekten soll es junge Erwachsene an die Berufs- und Arbeitswelt heranführen, ihnen die eigenen Stärken ins Bewusstsein rufen, ihre Chancen verbessern, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden, und ihnen helfen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.“ Susanne Simmler (SPD), Erste Kreisbeigeordnete und AQA-Aufsichtsratsvorsitzende, ergänzte: „Entscheidend ist, dass junge Menschen, die Unterstützung, Motivation und Anreize brauchen, diese auch erhalten: Genau deshalb ist das ‚Teamcamp‘ eine großartige Ergänzung zu allem, was AQA ohnehin schon anbietet. Unser Ziel ist, dass niemand auf der Strecke bleibt, sondern jeder junge Mensch die Chance erhält, einen Beruf zu ergreifen, der ihm oder ihr Teilhabe ermöglicht.“

Es steht allen jungen Menschen aus dem Kreisgebiet offen, die jünger als 25 Jahre, aber nicht mehr schulpflichtig sind und ist damit – so der Fachbegriff – rechtskreisoffen. Bei allen anderen Seminaren der AQA würde das Kommunale Center für Arbeit die Teilnehmenden zuweisen, so der AQA-Geschäftsführer weiter: „Das ‚Teamcamp‘ ist außerdem, wie der Name schon vermuten lässt, auf einen demokratischen Prozess angelegt. Die Teilnehmenden entscheiden demokratisch, was sie wann machen und wie sie es angehen.“ Gemeinsam hätten sich die Teilnehmenden des nun zu Ende gehenden Seminars zum Beispiel dazu entschlossen, im Seminarraum zu kochen, und Ideen rund um das Thema gesammelt. „Von Seiten der AQA wurden die Rahmenbedingungen dafür geschaffen, Brandschutz- und Hygieneauflagen inklusive. Alle haben gemeinsam Rezepte ausgewählt, gemeinsam eingekauft, gemeinsam gekocht. Daraus ist das grandiose ‚Teamcamp‘-Kochbuch entstanden“, lobte Hans-Jürgen Scherer und dankte allen Beteiligten ausdrücklich.

Im „Teamcamp“ lernen die jungen Erwachsenen Toleranz, aber auch Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Sozialarbeiterin Christina Salwasser unterstrich: „Die Teilnehmenden werden behutsam an den Arbeitsmarkt herangeführt. Hierzu finden viele Projekte statt. Begonnen haben wir zum Beispiel damit, die neu angemieteten Räume in der Leipziger Straße zu streichen und zu dekorieren.“ Ihr Kollege Sebastian Weddige betonte: „Wir wollen den Teilnehmenden die Gelegenheit geben, sich handwerklich auszuprobieren. Für unser Projekt ‚Gemeinsames Kochen‘ zum Beispiel haben wir in der Tischlerei Holzbretter und Kochlöffel hergestellt. In der Schneiderei wiederum wurden Schürzen genäht.“ Dieser Bezug zu den Werkstätten der AQA ist für das „Teamcamp“ von großer Bedeutung. „Steht ein handwerkliches Projekt an, kann das Knowhow der AQA-Profis vor Ort sowie die Maschinen und das Werkzeug in den Werkstätten genutzt werden. Unser Ziel ist, mehr in der Werkstatt zu sein als im Seminarraum“, sagte Christina Salwasser.

Eine der Teilnehmerinnen des ersten „Teamcamps“ stellte anschließend in einer PowerPoint- Präsentation das Seminar und seine Teilnehmenden vor. Auch sie betonte die Bedeutung des demokratischen Miteinanders. Im Rahmen des Seminars würden zudem praktische Kompetenzen vermittelt. Es findet Unterricht in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und gelegentlich Biologie statt. Außerdem lernen die Teilnehmenden eine Bewerbung zu schreiben, einen Lebenslauf zu erstellen und ein Vorstellungsgespräch zu führen. Teilnehmerin Sarah schilderte, dass sie seit November 2022 an dem Seminar teilnimmt. Zunächst habe sie das Ganze als „Maßnahme vom Amt“ abgetan und sei mit dieser Einstellung auch ins „Teamcamp“ gekommen. Doch bereits in der zweiten Woche habe sich ihre Haltung verändert. Während der Abschlussveranstaltung sagte sie: „Es gefällt mir und ich werde es vermissen.“

Das neue „Teamcamp“-Seminar beginnt am 28. März. Treffpunkt ist der Seminarraum in der Leipziger Straße 62, in Gelnhausen-Roth. Seminarzeiten: montags bis donnerstags von 8.45 Uhr bis 15.45 Uhr und freitags von 8.45 Uhr bis 13.15 Uhr. Ein Einstieg ist wöchentlich möglich. In der Regel ist die Teilnahme auf sieben Monate angelegt, bei Bedarf kann sie verlängert werden. Gefördert wird das Seminar vom Main-Kinzig-Kreis im Rahmen des Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget, finanziert über das Land Hessen und dem Kommunalen Center für Arbeit.

Foto: An der Feier zum Abschluss des ersten „Teamcamps“ nahmen neben Hans-Jürgen Scherer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Ausbildung (AQA, Dritter von rechts), auch die Projektleitenden Christina Salwasser (Sechste von rechts) und Sebastian Weddige (Achter von rechts) sowie Vertreterinnen und Vertreter der AQA, des Kommunalen Centers für Arbeit, des Jugendamtes und der Jugendgerichtshilfe teil.


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