Ratgeber: Was bei Hitze nicht im Auto zurückgelassen werden darf

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Nach der Hitzewelle ist vor der Hitzewelle: Auch in den kommenden Wochen werden in ganz Deutschland hohe Temperaturen erwartet.

Das Thermometer könnte erneut auf bis zu 35 Grad klettern. Bei diesen sommerlichen Temperaturen droht Gefahr im Innenraum eines Autos: „Binnen kurzer Zeit kann sich dort die Temperatur auf 50 Grad und mehr aufheizen. DerACE, Europas Mobilitätsbegleiter, informiert nachfolgend darüber, was auf keinen Fall im Auto zurückgelassen werden darf“ so die wichtigsten Hinweise, von Anton Hofmann, Pressesprecher vom Auto Club Europa (ACE) im Main-Kinzig-Kreis und Wetterau.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

In der prallen Sonne kann sich der Innenraum eines Autos schon nach wenigen Minuten gefährlich aufheizen. Kleinkinder oder Tiere dürfen nie, auch nicht kurz, im Auto zurückgelassen werden. Wird diese Grundregel missachtet, droht für die Insassen Lebensgefahr. Was in Italien schon seit einigen Jahren Vorschrift ist, kann hierzulande freiwillig umgesetzt werden: Inzwischen gibt es Kindersitze fürs Auto, die Alarm schlagen, wenn das Kind im Auto zurückgelassen wurde. Mit smarten Matten oder Gurt-Clips, die per Bluetooth mit dem Handy kommunizieren, können auch herkömmliche Kindersitze nachgerüstet werden.

Dennoch sollte sich nie allein auf ein solches Notfallsystem verlassen werden. Achtung: Die verpflichtende Verwendung von Kindersitzen mit Warnsystem in Italien betrifft alle dort zugelassenen Fahrzeuge, also auch Mietwagen.

Bei Lebewesen Gefahr in Verzug

Wer ein Kleinkind oder ein Tier in einer solchen Notsituation entdeckt, sollte zuerst prüfen, ob es noch reagiert. Das Auto sollte nicht mehr aus dem Blick gelassen werden. Nach Möglichkeit umstehende Menschen um Hilfe bitten, um den Fahrzeughalter oder die -halterin ausfindig zu machen. Immer mehr Autos verfügen über eine Standklimaanlage, um zu prüfen, ob der Innenraum möglicherweise gekühlt wird, sollte die Temperatur der Autoscheiben geprüft werden. Kann die Situation nicht in kurzer Zeit gelöst werden, sollte die Polizei (110) oder Feuerwehr (112) gerufen werden.

Ist hingegen keine Reaktion mehr erkennbar und keine Zeit mehr den Besitzer bzw. die Besitzerin des Fahrzeugs ausfindig zu machen, ist Gefahr in Verzug: Unverzüglich den Notruf wählen! Wenn das Kind oder das Tier bewusstlos ist, herrscht akute Lebensgefahr und eins der Seitenfenster sollte zur Befreiung einschlagen werden. Mit den bloßen Händen wird das jedoch schwierig, besser geeignet sind Werkzeuge mit einer harten Spitze: Im besten Fall ist ein Nothammer vorhanden, aber auch ein herkömmlicher Hammer oder ein spitzer Stein können helfen. Nicht die Scheibe direkt neben dem Kind wählen und dann Stoff an die Scheibe halten und mit viel Kraft auf das Glas schlagen. Nach Paragraf 34 Strafgesetzbuch ist diese Art von Sachbeschädigung nicht rechtswidrig, da sie Gefahr für Leib und Leben abwendet. Auch wenn Tiere vor dem Gesetz als Sachgegenstände betrachtet werden, ist das in einer solchen Notsituation unerheblich. Damit es später keine Schwierigkeiten gibt, sollte die Rettungsaktion genau dokumentiert werden. Dazu am besten Namen und Kontaktdaten der Zeugen notieren und möglichst Fotos oder Videos von dem Vorfall machen, die belegen, dass sofortiges Eingreifen notwendig war.

Auch Gegenstände können zur Gefahr werden

Gefährlich kann es auch werden, wenn leicht entflammbare Flüssigkeiten oder Gase bei Hitze länger im Auto aufbewahrt werden: Schon ab 50 Grad besteht Explosionsgefahr. Deodosen, flüssiges Desinfektionsmittel, Frostschutzmittel vom letzten Winter, Reinigungsprodukte für die nächste Autowäsche und sogar kohlensäurehaltige Getränke können bei steigendem Druck auslaufen.

Egal ob Plastikflasche, Dose oder Glasflasche: Alles kann Platzen und Teile des Behältnisses oder die Verschlüsse können sogar zum Geschoss werden. Deswegen sollten die Hinweise auf den Etiketten immer beachtet und leicht entzündliche Mittel kühl und ohne direkte Sonneneinstrahlung aufbewahrt werden. Da sich aber alle Flüssigkeiten bei Wärme grundsätzlich ausdehnen, kann sogar das aus dem Urlaub mitgebrachte Olivenöl auslaufen. Achtung auch bei elektronischen Geräten wie Akkus, Handys, Powerbanks oder E-Book-Readern. Werden sie im Auto vergessen, können auch sie bei direkter Sonneneinstrahlung explodieren. Wer auf diese Dinge im Auto nicht verzichten kann, sollte sie zumindest im Kofferraum lagern. Hier ist es meistens kühler und eine mögliche Explosion richtet weniger Schaden an.

Weitere Informationen

>> Hitze verursacht Schäden an Auto-Technik

https://presse.ace.de/pressemitteilungen/presse-detail/news/gefaehrliche-hitze-so-werden-schaeden-an-autotechnik-und-elektronik-verhindert/

>> Klimaanlage richtig zum Kühlen nutzen

https://www.ace.de/autoclub/ace-lenkrad/test-und-technik/test-und-technik-artikel/artikel/klimaanlage-richtig-nutzen-kuehl-aber-keine-eisschranktemperaturen/

Über den ACE Auto Club Europa:

Klare Orientierung, sichere Hilfe, zuverlässige Lösungen: Der ACE Auto Club Europa kümmert sich seit 1965 um alle mobilen Menschen, egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind. Die Kernthemen des Autoclubs mit rund 630.000 Mitgliedern sind die klassische Unfall- und Pannenhilfe sowie Verkehrssicherheit, Elektromobilität, neue Mobilitätsformen und Verbraucherschutz.

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Ein Blick auf den Beifahrersitz zeigt die Gefahrenquellen für mögliche Explosionen bei direkter Sonneneinstrahlung: Elektronische Geräte wie Akkus, Handys, Powerbanks oder E-Book-Readern sowie Fotoapparate und ähnliches. Aber auch Deodosen, flüssiges Desinfektionsmittel, Reinigungsprodukte für die nächste Autowäsche und sogar kohlensäurehaltige Getränke können bei steigendem Druck auslaufen.