Naturgarten: Wie geht das?

Wildblumen im Garten. (Foto: Iris Sparwasser)

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„Wir werden von Menschen mit dem Wunsch, die Natur aktiv und engagiert zu schützen, immer wieder gefragt, was das ist: ein Naturgarten und wie man ihn am besten gestaltet“, berichtet Iris Sparwasser, Mitarbeiterin des Projekts „Main.Kinzig.Blüht.Netz“. „Unsere Antwort ist denkbar einfach: Im Naturgarten lässt die Gärtnerin oder der Gärtner die Natur machen und greift nur dort ein, wo es ihr oder ihm nötig erscheint.

Dadurch entsteht ein Refugium für Tiere und Pflanzen, die durch Flächenversiegelung und den Einsatz von Pestiziden immer mehr an Lebensraum verlieren.“

Susanne Simmler, Erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernentin, betont in diesem Zusammenhang: „Es braucht dringend neue Wege für den Erhalt der natürlichen Vielfalt. Naturgärten mit überwiegend heimischen Pflanzen sind solche neuen Wege, so ungewöhnlich das klingen mag. Tiere und Insekten sind an die hier natürlich vorkommenden, also an die heimischen Pflanzen angepasst. Konnten Insekten und kleine Tiere früher in die freie Landschaft ausweichen, wenn in den Privatgärten und Parks vermehrt nicht-heimische Pflanzenarten kultiviert wurden, ist dies heutzutage nicht mehr ohne weiteres möglich. Naturgärten, in denen die Natur sich relativ frei entfalten darf, sind zu sogenannten Trittsteinbiotopen geworden, zu einem Ersatzlebensraum und damit zum Rettungsanker für die heimische Fauna.“

„Heute braucht es vielleicht ein bisschen Mut, um Gärten und Balkone naturnah mit heimischen Gewächsen zu gestalten. Dabei ist deren Vielfalt enorm“, ergänzt Iris Sparwasser: „Da sind zum Beispiel Wildstauden, die auch in Pflanzgefäßen kultiviert werden können. Eine Kombination aus Schlüsselblume, Lungenkraut, Knäulglockenblume und Mondviole passt für halbschattige Bereiche. Die unterschiedlichen Höhenstufen ergeben eine schöne Optik und durch die verschiedenen Blühzeiten gibt es immer wieder neue, farbenfrohe Eindrücke für das Auge.“

Um einen Naturgarten zu schaffen, rät sie Interessierten, erst einmal mit einem Natur-Teilbereich zu beginnen. Für ein sonniges Beet von etwa zehn Quadratmetern mit durchlässigem, nährstoffarmen Boden schlägt sie folgende Pflanzen in folgender Anzahl vor: sieben Stück Färberkamille, drei Wilde Karde oder Königskerzen (zweijährig), sieben Ackerwitwenblumen, drei Stück Wimpernperlgras, zehn rundblättrige Glockenblumen, zehn Heidenelken, zehn Stück Sandthymian, fünf Karthäusernelken, fünf Moschusmalven und jede Menge Blumenzwiebeln von Krokussen und botanischen Tulpen. Angepflanzt werden kann, je nach Wetterlage, noch im laufenden Jahr – und zwar im September oder Oktober. Aufgrund der derzeitigen Trockenheit ist der Oktober aktuell die bessere Wahl. Alternativ kann nächstes Jahr im April gepflanzt werden.

„Auch die vergessenen Winkel und Ecken sind Elemente des Naturgartens“, unterstreicht die Projektmitarbeiterin. Dort darf es ruhig einen Platz geben, wo dicke Äste gelagert werden, Erdhaufen auf eine spätere Verwendung warten oder Brennnesseln wachsen. Die Herausforderung eines Naturgartens liegt häufig im Nichtstun statt im aktiven Tun. Wichtig ist zu beobachten, was die Natur macht, und ein Gespür zu entwickeln, was an lenkendem Eingreifen sinnvoll ist. „Einen Naturgarten anzulegen, ist also durchaus einfach. Den Pflanzen beim Gedeihen zuzuschauen, erfüllt mit Freude, vor allem, wenn Insekten diesen Naturraum zurückerobern.“, so Iris Sparwasser.

Das Verbundprojekt „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ des Main-Kinzig-Kreises und des Landschaftspflegeverbandes MKK e.V. verfolgt das Ziel, bis Ende 2025 ein Biotopverbundnetz aus ökologisch wertvollen Lebensräumen zu entwickeln. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert. Weitere Informationen sind unter www.mainkinzigbluehtnetz.de zu finden. Regionale Wildpflanzen bietet das „Glashaus“ des Behindertenwerkes Main Kinzig (BWMK) in Gelnhausen an. Dort zieht Miriam Meisner junge Pflanzen.

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Wildblumen im Garten. (Foto: Iris Sparwasser)


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