Durch frühzeitige Diagnose und effektive Erstbehandlung konnte in den letzten Jahren die Zahl der Todesfälle stetig gesenkt werden. Anlässlich des Weltherztages am 29. September, den unter anderem kardiologische Gesellschaften aus mehr als 100 Ländern ausgerufen hat, rät Dr. Barbara Dewald, Oberärztin Innere Medizin, Bergman Clinics Mathilden-Hospital Risikofaktoren für einen Herzinfarkt systematisch zu reduzieren.

Rund 300 Patienten je 100000 Einwohner erleiden in Deutschland jährlich einen Herzinfarkt. Das entspricht rund 280000 Herzinfarkte jährlich. Im Jahr 2000 starben 67282 Menschen in Deutschland an einem Herzinfarkt. 2020 betrug diese Zahl immer noch 44529 Todesfälle. Damit ist der Herzinfarkt seit 1998 bis heute die zweithäufigste Todesursache. Auffällig ist, dass deutlich mehr Männer als Frauen an Herzinfarkten sterben.

Dabei sind beide von den Risikofaktoren gleichermaßen betroffen. „Vor allem Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes mellitus, Übergewicht, Rauchen, Stress und eine familiäre Vorbelastung erhöhen die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden,“ erläutert die Oberärztin Barbara Dewald. Dass die Zahl der Todesfälle durch Herzinfarkte bei Frauen stärker rückläufig als bei Männern ist, lässt auf ein größere Gesundheitsbewusstsein schließen.

„Wenn ein Herzinfarkt schnell erkannt und behandelt wird, ist das Risiko daran zu sterben oder Langzeitfolgen wie eine Herzschwäche zu erleiden, deutlich geringer“, stellt Dewald fest. Sind typische EKG-Veränderungen zu sehen, sollte innerhalb von 90 Minuten das verschlossene Gefäß mittels Herzkatheteruntersuchung und Wiedereröffnung versorgt werden. Wichtig ist auch, dass medizinische Laien die typischen Anzeichen für einen Herzinfarkt kennen. Dazu zählt vor allem ein plötzlich auftretender Schmerz auf der im Bereich des Brustbeins der mit einem ausstrahlenden Druckgefühl in Kiefer, Arme, Hals, Rücken und Oberbauch zusammen auftreten kann. Diese Symptome können von Übelkeit bis zum Erbrechen, kaltem Schweißausbruch und Todesangst begleitet sein. Bei Frauen und Diabetikern kann jedoch der typische Schmerz in der Brust fehlen. Außerdem kann ein Herzinfarkt auch zu Atemnot führen, wenn sich durch die akut eingeschränkte Herzleistung Flüssigkeit in der Lunge staut.

Durch begleitende Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern, ventrikuläre Tachykardie ) kann der Herzinfarkt einen plötzlichen Herztod auslösen. Bei einer sofortigen Wiederbelebung, notfalls auch durch Laien kann das leben der betroffenen Patienten häufig gerettet werden. „Die sicherste Methode, einen Herzinfarkt zu vermeiden ist Vorbeugung,“ betont Dewald „Das bedeutet vor allem Risikofaktoren zu vermeiden oder zu minimieren.“ Hier gilt es den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren und soweit nötig durch den Hausarzt durch entsprechende Medikamente anpassen zu lassen. Auch Überzuckerung sollte vermieden werden. Weitere wichtige Maßnahmen wie der Verzicht auf Nikotin, eine ausgewogene Ernährung mit reduziertem Fleischkonsum und viel Obst und Gemüse oder mehr Sport und Bewegung können sofort umgesetzt werden. „Auch wenn es nicht immer leicht fällt, sollte man im Alltag darauf achten, Stress zu vermeiden“, mahnt Dewald. Dabei sollten zumindest regelmäßige Entspannungsphasen eingeplant werden.


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