Gefährlicher Social-Media-Trend: Schwangere sollten auf Rohmilch verzichten

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In den sozialen Netzwerken tauchen derzeit vermehrt Empfehlungen auf, Rohmilch zu verzehren – dies gelte auch für Schwangere, so die Aussage der oft zweifelhaften „Experten“. Weshalb der Verzehr von Rohmilch aber gefährlich sein kann und was empfindliche Verbraucherinnen und Verbraucher bei ihrer Ernährung sonst noch beachten sollten, erklärt die Task-Force Lebensmittelsicherheit vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt.



Gerade Schwangere möchten sichergehen, dass das Baby bereits vor der Geburt bestmöglich versorgt ist. Besonderen Wert wird auf eine ausgewogene Ernährung gelegt, bei der oft auch die tatsächliche oder empfundene Natürlichkeit von Lebensmitteln eine Rolle spielt. In den sozialen Medien teilen werdende Eltern eigene Erfahrungen und auch die Influencer-Szene gibt Ratschläge, die aus wissenschaftlicher Sicht nicht immer haltbar sind. Da Schwangere zu den Personengruppen zählen, die gegenüber lebensmittelbedingten Infektionen besonders empfindlich sind, sollten Ernährungsempfehlungen aus den sozialen Medien immer kritisch hinterfragt werden.

In vielen Posts heißt es, Rohmilch sei nährstoffreicher als pasteurisierte Milch, auch probiotische Eigenschaften werden ihr zugeschrieben. So wird der Eindruck erweckt, es handele sich um ein wertvolles Lebensmittel für Schwangere. Tatsächlich verliert Milch durch Pasteurisation aber wesentlich weniger Nährstoffe als behauptet. Lediglich bei wasserlöslichen Vitaminen steht pasteurisierte Milch etwas schlechter da als Rohmilch. „Das ist bei einer ansonsten ausgewogenen Ernährung zu vernachlässigen“, heißt es dazu von der Task-Force Lebensmittelsicherheit. „Wichtig ist jedoch, dass durch die Pasteurisation Krankheitserreger in der Milch abgetötet werden, die Schwangeren und ungeborenen Kindern schaden können. Aus gesundheitlicher Sicht sind die Folgen einer möglichen Infektion über Rohmilch deutlich gravierender als mögliche positive Effekte“, so die Expertinnen und Experten des RP.

Das Bakterium Listeria monocytogenes kann schwerwiegende Komplikationen auslösen. Infizieren sich Schwangere mit diesem Keim, kommt es häufig zu Fehl- oder Frühgeburten. Die Infektion wird in manchen Fällen auch erst bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen und kann für dieses im schlimmsten Fall tödlich enden. Daher lautet der Rat, in der Schwangerschaft keine Rohmilch zu verzehren. Das gilt auch für Produkte, die daraus hergestellt werden, wie etwa Rohmilchkäse.

Neben Rohmilch gibt es auch noch weitere Lebensmittel, bei denen die Gefahr einer Kontamination mit gefährlichen Keimen höher ist als bei anderen Produkten. So sollten Schwangere beispielsweise ebenfalls auf rohes Hackfleisch, rohen oder lediglich geräucherten Fisch, Sprossen, nicht durcherhitzte Tiefkühl-Beeren oder auf Lebensmittel, die mit rohen Eiern hergestellt wurden, verzichten. Ein von der Task-Force Lebensmittelsicherheit erstelltes Merkblatt gibt eine Übersicht zu allen aktuellen Ernährungsempfehlungen für besonders sensible Personengruppen.

Hintergrund: Die Task-Force Lebensmittelsicherheit beim RP Darmstadt stärkt mit hessenweiten Schwerpunkt-Aktionen den Verbraucherschutz in Hessen. Sie ist landesweit in Hessen tätig und besteht aus einem interdisziplinären Team von Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen.


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