Einschneidende Veränderungen in Wissenschaft und Gesellschaft stellen Geburtskliniken vor große Herausforderungen.
Künstliche Befruchtung, Mehrlingsgeburten und späte Schwangerschaften sind nur einige Stichworte. Darauf hat sich das Klinikum Hanau mit seinem Mutter-Kind-Zentrum eingestellt. Denn nur hoch spezialisierte Krankenhäuser können Schwangeren Sicherheit und optimale Betreuung bieten. Das hat auch das gerade zu Ende gegangene Symposium zur Geburtsmedizin in Hanau gezeigt.
„Frauen werden im Durchschnitt immer später schwanger, zudem kommt die Reproduktionsmedizin immer häufiger zum Einsatz. Das hat zu einer deutlichen Zunahme von Mehrlingsschwangerschaften und Frühgeburten geführt“, erklärt die Oberärztin Dr. Luzie Massey Skatulla vom Mutter-Kind-Zentrum des Klinikums Hanau. „Dies stellt Eltern und uns während der Schwangerschaft und unter der Geburt vor besondere Herausforderungen“, fügt Oberarzt Dr. Helmut Sedlaczek hinzu; wie seine Kollegin ist er auf vorgeburtliche Medizin und Geburtshilfe spezialisiert.
Das hat Konsequenzen auch für das Klinikum Hanau, das mit mehr als 1.100 Geburten im Jahr zu den großen Zentren im Rhein-Main-Gebiet gehört. Folgerichtig hat sich das diesjährige Symposium des Mutter-Kind-Zentrums im Arkadenbau im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad schwerpunktmäßig mit den Herausforderungen und Risiken dieser Entwicklungen befasst. Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit dem Landesverband der Hessischen Hebammen e.V., dem Berufsverband der Frauenärzte sowie dem Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V und dem „Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland“. Die Veranstaltung wurde von mehreren Partnern unterstützt, insbesondere der Sparkasse Hanau und der Firma Philips.
An der Fortbildung nahmen rund 80 Frauenärzte, Kinderärzte, spezialisierte Kranken- und Kinderkrankenschwestern sowie Hebammen und Vertreter von ProFamilia und SkF teil. Ein Grußwort richtete Andrea Pillmann, Leiterin der Stabsstelle Prävention und Sicherheit der Stadt Hanau, an die Teilnehmer. Sie stellte dabei besonders die „Frühen Hilfen“ vor. Anschließend referierte Dr. Konstantin Manolopoulos aus Offenbach über Möglichkeiten und Perspektiven der Reproduktionsmedizin. Prof. Roland Axt-Fliedner aus Gießen berichtete über die besonderen Anforderungen an die Ultraschalldiagnostik bei der Betreuung solcher Schwangerschaften. Thematisiert wurden auch die Probleme bei früher Frühgeburt an der Grenze zur Lebensfähigkeit. Diesem Thema nahmen sich die Vorträge von Dr. Winfried Krill, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Hanau, und Oberarzt Dr. Bernhard Bungert, Leiter der Neugeborenen-Medizin im Klinikum Hanau, an. Beide sind spezialisiert für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen.
Privatdozent Dr. Thomas Müller, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikums Hanau, hob den regen fachlichen Austausch bei der Tagung hervor, denn „es ist ganz wichtig, dass wir miteinander reden und eng kooperieren: Denn je näher wir uns kennen, und da meine ich auch ausdrücklich Patienten und kooperierende bzw. zuweisende Kollegen, desto besser wird die Versorgung der uns anvertrauten Schwangeren.“
Im Anschluss an das Symposium fand ein Hebammen-Workshop zum Thema „Kindgerechte Beikost-Einführung“ statt. Die Geburtshilfliche Veranstaltung wurde vom Team des Mutter-Kind-Zentrums Hanau bereits zum fünften Mal ausgerichtet. „Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zur Veranstaltung waren wieder sehr positiv“, freut sich Tatjana Nicin, Leitende Hebamme am Klinikum und Stillbeauftragte des hessischen Hebammenverbandes.
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