Verkehrsunsichere Fahrzeuge sind glücklicherweise selten

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Über die Ergebnisse der Hauptuntersuchungen bei den Kraftfahrzeugen im TÜV Service Center Gelnhausen des TÜV Hessen hat sich jetzt der Landtagsabgeordnete Dr. Rolf Müller vor Ort informiert.

Evonik

In einem ausführlichen Gespräch mit dem Leiter des TÜV Service Centers, Waldemar Sebesta wurde deutlich, dass bei den untersuchten Autos häufig Mängel festgestellt werden. Dass ein Fahrzeug jedoch verkehrsunsicher sei, das komme außerordentlich selten vor.

Bei seinen Erläuterungen machte der Chef des Gelnhäuser TÜV Service Centers, Sebesta deutlich, dass die Prüfkriterien ständig angepasst werden. Erst zum 1. Juli 2012 habe es teilweise eine Verschärfung gegeben. Dies bedeute in der Praxis, dass eine Reihe von Mängeln, die in der Vergangenheit als „leicht“ eingestuft wurden, jetzt als „erheblich“ bewertet werden und eine Wiedervorführung des beanstandeten Autos erforderlich machen. Eine defekte Glühbirne könne folglich nach den neuen Richtlinien dazu führen, dass die begehrte Plakette vor einer Reparatur verweigert werde.

Grundsätzlich sei jedoch festzuhalten, dass eine Hauptuntersuchung eine Momentaufnahme sei. Niemand könne beurteilen, wie sich der Fahrzeugzustand in sechs Monaten entwickelt. Das hänge nicht zuletzt ab von der Kilometerleistung, den Einsatzorten und schließlich auch davon, ob der Halter dem Auto die nötige Aufmerksamkeit und Pflege widme – oder auch nicht.

Es ist aktuell nicht vorhersehbar, dass sich für die Prüfunternehmen – wie die Technische Überwachung Hessen GmbH – die von der Europäischen Union angedachte jährliche Hauptuntersuchung als wirtschaftlich erfreulich darstellen wird. Das hänge im Wesentlichen von dem künftigen tatsächlichen Prüfaufwand und den dann gültigen Prüfgebühren ab. Ob sich durch die Änderung der Prüfintervalle gleichzeitig die Verkehrssicherheit nennenswert verbessert, könne er nicht beurteilen. Zu berücksichtigen sei auch, dass in der Bundesrepublik Deutschland technische Mängel an Fahrzeugen eine untergeordnete Rolle bei der Unfallursache spielten. In anderen europäischen Ländern ergebe sich dazu möglicherweise ein anderes Bild.

„Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge erscheint eine jährliche TÜV-Untersuchung nicht erforderlich“, so der Eindruck von Dr. Rolf Müller nach dem Informationsaustausch auf der Prüfstelle des TÜV-Hessen in Gelnhausen. Er dankte dem Leiter des Gelnhäuser TÜV Service Centers, Waldemar Sebesta, für die umfangreichen Erläuterungen und Praxisbeispiele.

„Eine jährliche Hauptuntersuchung steht zur Steigerung der Verkehrssicherheit in Deutschland nicht an oberster Stelle“, so Müller. Er wies darauf hin, dass die Prüfgebühren für viele Autofahrer eine erhebliche Aufwendung darstellten. Gleichzeitig sei das Auto unverzichtbar, um im ländlichen Raum Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen. Fahrten zu den Einkaufszentren seien dabei auch für älteren Menschen unabweisbar. Busse und Bahnen kommen dabei nur sehr eingeschränkt als Ersatz für das eigene Auto in Betracht.

Foto: Beim TÜV Hessen informierte sich Dr. Rolf Müller beim Leiter der Servicestelle in Gelnhausen, Waldemar Sebesta (rechts), über die Arbeit der technischen Überwachung.

 


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