Kann ein iranischer Elektriker deutsche Leitungen verlegen?

Verbraucher

Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hanau, möchte Zuwanderer nach Deutschland möglichst schnell in den Arbeitsmarkt integrieren.

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Menschen, die in ihren Herkunftsländern bereits eine Berufsausbildung gemacht oder längere Berufserfahrung erworben haben, haben die größten Chancen, einen Job zu finden. Doch wie kann man feststellen, ob im Ausland erworbene praktische Kenntnisse den deutschen Anforderungen an eine abgeschlossene Berufsausbildung entsprechen? Die Gesellschaft für Wirtschaftskunde (GfW) als regionales Bildungswerk der Wirtschaft hat in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer, der Kreishandwerkerschaft und dem regionalen Arbeitgeberverband Osthessen ein Verfahren entwickelt, um berufspraktische Fertigkeiten ermitteln zu können.

„Wir orientieren uns an den Anforderungen, die eine praktische Abschlussprüfung in dem deutschen Beruf verlangt. In einigen Berufsfeldern können auch theoretische Prüfungsinhalte einbezogen werden“, erläutert GfW-Geschäftsführer Reinhold Maisch. „Die Ergebnisse werden in einem Kompetenzpass dokumentiert.“ Ponyan Semnani hat in seinem Heimatland Iran Elektrotechnik studiert und viel „auf dem Bau“ gejobbt. Er spricht mittlerweile ganz gut Deutsch und hat vor kurzem seine Führerscheinprüfung bestanden. Per Aktivierungsgutschein wurde er nun der GfW zur ‚Kompetenzfeststellung für Menschen mit Migrationshintergrund‘ (KoMM) zugewiesen, um seine berufspraktischen Kenntnisse im Beruf Elektriker festzustellen.

Insgesamt 24 Stunden durchlief er das Kompetenzfeststellungsverfahren. Sein Ergebnis kann sich sehen lassen. „Herr Semnani verfügt über grundlegende Kenntnisse eines Elektronikers für Energie- und Gebäudetechnik, die der Kompetenzstufe 1-2 zugeordnet werden können“, so Ausbildungsmeister Thorsten Menge. „Fachspezifische Kenntnisse, insbesondere angewandte Standards und Vorschriften, sind jedoch verständlicherweise noch unzureichend“.

Agenturleiterin Heike Hengster zeigt sich von dem Verfahren angetan: „Mit KoMM erhalten wir  in kurzer Zeit verlässliche Informationen über das Qualifikationsniveau von zugewanderten Menschen. Dadurch können auch die Mitarbeiter der Arbeitsagentur passgenauer weitere Bildungsmaßnahmen wie Praktika, Berufsvorbereitung, Ausbildung oder modulare Nachqualifizierungen veranlassen. So können wir den Integrationsprozess optimieren“.

Für Ponyan Semnani könnte es aufgrund der Ergebnisse der Kompetenzfeststellung bei der GfW schnell weitergehen. Auch wegen seiner sozialen Kompetenzen wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit wird er kein Problem haben, eine Ausbildungsstelle im Elektrohandwerk zu finden.

Foto: Heike Hengster lässt sich die Kompetenzfeststellung für Menschen mit Migrationshintergrund bei der GfW am Beispiel von Ponyan Semnani (links) von GfW-Geschäftsführer Reinhold Maisch und Elektro-Ausbildungsmeister Thorsten Menge (rechts) erläutern.


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