Einzelhandel weiter unter Druck

Vogler
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Der Lockdown im Frühjahr hat den Einzelhandel insbesondere in den Innenstädten massiv unter Druck gesetzt.

Dabei hatten die Ladenbesitzer bereits vor der Corona Pandemie unter sinkenden Kundenbesuchen und damit verbundenen Umsatzeinbußen kräftig zu leiden. In den vergangenen Jahren haben folglich viele Geschäfte aufgegeben. Diese Tendenz betraf nicht allein bestimmte Branchen: Nahezu alle Fachhandelsbereiche waren und sind betroffen, weil sich die Einkaufsgewohnheiten der Kunden massiv verändert haben.

In Anbetracht der zweiten Corona-Welle sah sich deshalb der Bundeswirtschaftsminister veranlasst, eine Ausweitung der Öffnungszeiten zu verlangen, um dem Einzelhandel unter die Arme zu greifen. Diese Forderung ist wohlfeil, aber offensichtlich wenig durchdacht und in keiner Weise zielführend. Was lässt den Minister glauben, dass mehr Kunden in die Geschäfts strömen, nur weil die Ladenöffnungszeiten ausgeweitet werden? Mit einer solchen Maßnahme wird eher das Gegenteil erreicht. Für die innerstädtischen, mittelständischen und kleinen Einzelhändler entstehen lediglich höhere Belastungen durch längere Arbeitszeiten und erhöhte Kosten – zum Beispiel für den Energieeinsatz.

Analysiert man das Einkaufsverhalten, so ergeben sich zwei starke Trends beim Verhalten der Kunden. Auf der einen Seite steigt der Anteil des Online-Handels und auf der anderen Seite profitieren die sogenannten „Outlet-Center“. Gerade bei den Outlets ballen sich zahlreiche Geschäfte zu einer „Einkaufsstadt“ zusammen und vermitteln den Besuchern ein besonderes Einkaufserlebnis, das in kleineren und mittleren Orten so nicht machbar ist. Das fängt bereits bei der Parkplatzsituation an, reicht über die große Auswahl und endet nicht zuletzt bei den zentral gesteuerten Werbe- und Marketingaktionen.

Genau diese Zentren freuen sich natürlich, wenn der Gesetzgeber die Ladenöffnungszeiten erweitert. Das bringt zusätzliche Kundenfrequenz und erlaubt Sonderaktionen, wie zum Beispiel „Shopping bis Mitternacht“. So gesehen hat der Bundeswirtschaftsminister einmal mehr unter Beweis gestellt, dass in der „Berliner Politikblase“ die reale Wirtschaftssituation falsch eingeschätzt wird.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (70) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere und nach Stationen als Redaktionsleiter und Mitarbeiter mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von vier Büchern arbeitet der gelernte Redakteur bis heute in Biebergemünd als "Freier Autor" für namhafte Fachpublikationen. Seine enge Verbundenheit zu den lokalen Medien hat er dabei nie verloren: Als Redakteur betreut er gegenwärtig das Mitarbeitermagazin "WIR" der Oikos-Gruppe (Bien-Zenker und Hanse Haus) und leistet für mehrere Unternehmen in ganz Deutschland "Formulierungshilfe" für deren Öffentlichkeitsarbeit. Von 1977 bis 2011 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an. Partei und aktiver Politik hat er seit langem den Rücken gekehrt.

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