Mut zur eigenen Meinung

Vogler
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Für eine Demokratie ist diese Umfrage nicht nur erschreckend, sondern ein Alarmsignal: Nur 45 Prozent der deutschen Bevölkerung haben das Gefühl, frei und ohne Nachteile ihre Meinung frei äußern zu können.

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Das jedenfalls geht aus einer Studie des Meinungsforschungszentrums Allensbach hervor. Noch bedrohlicher erscheint aber der Umkehrschluss dieser Arbeit. Danach fühlen sich wohl mehr als die Hälfte der Menschen gerade bei diesem Grundrecht deutlich eingeschränkt.

Der zuständige Allensbach-Projektleiter Thomas Petersen sagt dazu in einem Interview dass sich auch in Deutschland zunehmend der Druck der Anpassung, verstärke, der von einer kleinen Minderheit ausgeübt wird. Medien spielen bei der Wahrnehmung einer eingeschränkten Meinungsfreiheit eine sehr große Rolle. Hier werden in vielen Fällen neue Maßstäbe gesetzt, wobei der klassische Begriff „Information“ durch „Haltung“ ersetzt wird. Eine Analyse der gesendeten und gedruckten Beiträge entspricht dabei kaum noch der Lebensrealität der meisten Menschen. So zum Beispiel das Thema ÖPNV, das aus Gründen des sogenannten „Klimaschutzes“ besonders bei den öffentlich rechtlichen Sendeanstalten breiten Raum einnimmt. Da ist dann von „Nachtbussen“ die Rede und von einer kürzeren Vertaktung von Bussen und Bahnen. Das mag in den städtischen Zentren noch auf verhaltenes Interesse stoßen, in den Stadtrandgebieten und im ländlichen Raum gibt es weder U- noch Straßenbahn und beim Busverkehr ist man oft schon froh, wenn am Wochenende überhaupt ein Bus in die Kreisstadt fährt.

Im heraufziehenden Bundestagswahlkampf werden wieder viele Protagonisten nicht von „Andersdenkenden“ sprechen. Wer in Sachen „Gender, Klima und Rassismus & Co.“ nicht im Mainstream schwimmt, wird als „Leugner“, und als „ewig Gestrigen“ bezeichnet und damit sozusagen in den Gruppe der „schlechten Menschen“ gestellt, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Ein solches Individuum wird bei öffentlicher Meinungsäußerung in den sozialen Medien mit einem Shitstorm überzogen, so dass es sich überlegt, nochmals wider den Stachel des Mainstreams zu löcken. Vor diesem Hintergrund ermuntere ich alle, mit ihrer persönlichen Meinung nicht hinter dem Berg zu halten. Außerdem sollte jeder in September sein Wahlrecht nutzen. Egal ob alles bleiben soll, wie es ist, ob man einen Umbruch herbeiführen, die derzeitige Regierung verändern oder Themen anstoßen möchte, die von der aktuellen Regierung stiefmütterlich oder gar nicht bearbeitet werden, wählen gehen ist eine Chance, seinen individuellen Beitrag zur Politik zu leisten.

Für die bevorstehenden Sommer- und Ferienmonate wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein gute Zeit und freue mich darauf, im Spätsommer an dieser Stelle wieder zu publizieren.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (70) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere und nach Stationen als Redaktionsleiter und Mitarbeiter mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von vier Büchern arbeitet der gelernte Redakteur bis heute in Biebergemünd als "Freier Autor" für namhafte Fachpublikationen. Seine enge Verbundenheit zu den lokalen Medien hat er dabei nie verloren: Als Redakteur betreut er gegenwärtig das Mitarbeitermagazin "WIR" der Oikos-Gruppe (Bien-Zenker und Hanse Haus) und leistet für mehrere Unternehmen in ganz Deutschland "Formulierungshilfe" für deren Öffentlichkeitsarbeit. Von 1977 bis 2011 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an. Partei und aktiver Politik hat er seit langem den Rücken gekehrt.



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