Die Reaktion der NATO, besser gesagt der Vereinigten Staaten, ließ nicht lange auf sich warten. Obwohl (bislang) noch kein einziger russischer Soldat die Grenze zum Nachbarland überschritten hat, unternehmen die amerikanischen Militärs alles, um Kriegsgefahr zu schüren und laut mit dem sprichwörtlichen Säbel zu rasseln.

Es lohnt sich, auf die Zeit der deutschen Wiedervereinigung zurückzublicken. Dem damaligen Präsidenten der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, wurde nach seinen Angaben zugesichert, dass eine Erweiterung der NATO über Deutschland hinaus in Richtung Osten nicht geplant sei. Dies wird von den damaligen Vertragspartnern (Zwei-Plus-Vier) nicht ernsthaft bestritten und was Gorbatschows Wort angeht, er ist international als sehr vertrauenswürdig einzustufen.

Darüber hinaus gilt es daran zu erinnern, dass die USA sowohl ihr militärisches Engagement in Vietnam als auch im Irak mit einer faustdicken Lüge begonnen haben. Bei dem sogenannten „Zwischenfall im Golf von Tonkin“ in den 1980er hat die US-Regierung die Vorfälle durch bewusste Falschdarstellung zur Durchsetzung ihres seit 1963 geplanten direkten Kriegseintritts benutzt. Für den Irak-Krieg benutzte die US-Administration die als Falschaussagen bekannten Darstellungen eines Irakers, um den Einmarsch in das Land zu begründen. Die desaströsen Folgen sind bekannt und Vietnamesen und Iraker leiden bis heute unter den Folgen der US-Aggression.

Vor diesem Hintergrund fällt es sehr schwer, den Ausführungen der aktuellen US-Regierung Glauben zu schenken. Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass es wirtschaftliche Interessen der USA sind, sich in Europa einzumischen. Die europäische Energieversorgung ist derzeit von den USA weitgehend unabhängig – für die Manager der US-Industrie eine Situation, die man ändern möchte. Ob dies jedoch im Interesse der Europäer liegt, das ist den USA völlig egal. Wir in Europa müssen aber unsere eigenen Interessen vertreten. Das gilt gegenüber den USA und Russland in gleicher Weise.

Unter einer bewaffneten Auseinandersetzung über einen Beitritt der Ukraine in der Militärbündnis NATO leidet in erster Linie Europa schwer. Die USA würden sich ohnehin wieder zurückziehen, wenn sich kein kurzfristiger Erfolg einstellt. Die Hinterlassenschaften einer solchen US-Konfrontation sind sowohl in Vietnam als auch im gesamten mittleren Osten eindrucksvoll zu besichtigen. Der Streit um die Zukunft der Ukraine ist eine rein europäische Angelegenheit. Diplomatische Unterstützung der USA kann dabei durchaus hilfreich sein, auf das militärische Engagement der USA können die Europäer gut und gern verzichten.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (71) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere und nach Stationen als Redaktionsleiter und Mitarbeiter mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von vier Büchern arbeitet der gelernte Redakteur bis heute in Biebergemünd als "Freier Autor" für namhafte Fachpublikationen. Seine enge Verbundenheit zu den lokalen Medien hat er dabei nie verloren: Als Redakteur betreut er gegenwärtig das Mitarbeitermagazin "WIR" der Oikos-Gruppe (Bien-Zenker Living- und Hanse Haus) und leistet für mehrere Unternehmen in ganz Deutschland "Formulierungshilfe" für deren Öffentlichkeitsarbeit. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an. Partei und aktiver Politik hat er seit langem den Rücken gekehrt.


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