Das bedeutet zugleich, dass nicht allein der röhrende Hirsch am Hausgiebel sich als wahres Kunstobjekt präsentiert, sondern auch zahlreiche andere Objekte, egal ob gemalt, geformt oder in noch anderer Form hergestellt. Kunst soll in anspruchsvoller, toleranter Art und Weise stets einen Beitrag zum individuellen Wohlbefinden leisten, etwas ausdrücken oder zum Nachdenken anregen. Nicht umsonst spricht die Fachwelt von den „schönen Künsten“, denen es zu huldigen gilt. Im römischen Reich zählten übrigens auch eindeutig pornografische Mosaiken dazu, die unter anderem heute noch in Pompeji besichtigt werden können.

Alle fünf Jahre präsentiert sich die nordhessische Metropole Kassel als Mekka von Kunstschaffenden und solchen, die es gerne werden wollen oder sich zumindest an den ausgestellten Werken ergötzen möchten. Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Missklänge ob der sogenannten Kunst gegeben: Eine Treppe, die ins Nichts führte zum Beispiel, da kamen so manch einem – auch wohlwollenden Kunstbetrachter – Zweifel, ob so etwas nun wirklich Kunst ist, oder ob die Bezeichnung „gelungener Gag zur Eigenwerbung und Selbstdarstellung“ den Vorgang nicht besser beschreiben würde. Wie dem auch sei, mit all diesen Kuriositäten wurden in aller Regel die Gefühle von Mehr- und Minderheiten nicht ernsthaft verletzt. Daraus folgt, auch solche Exzentriker haben ihren Platz.

Was diesmal aber in Kassel den Besuchern vorgesetzt wurde, das sprengt den Rahmen. Schon allein die Tatsache, dass israelische Künstler nicht eingeladen wurden, stimmt mehr als bedenklich. Dass es das Kuratorium dann auch noch zuließ, eindeutige antisemitische, monumentale Hetzbilder auf- und auszustellen, darauf gab es nur eine Antwort: Sofortige Entfernung, eine Verhüllung reichte da nicht. Überdies müssen die Verantwortlichen über personelle Konsequenzen nachdenken.

Für die aufsichtsführenden Gremien sollte es zudem eine Überlegung wert sein, den zuständigen Kuratoren den Begriff der „Volksverhetzung“ deutlichst vor Augen zu führen. Ein vergleichbares Bildnis – ausgestellt von der anderen Seite des politischen Spektrums – hätte völlig zu Recht den Staatsanwalt auf den Plan gerufen.

Kunst hat auch etwas mit Respekt vor Menschen zu tun und darf als Bühne für ideologische Auseinandersetzung nicht Hass und Hetze sähen. Das gilt auch für Künstler die dem Islam huldigen, zumal diese Religion Bildnisse ohnehin für entbehrlich hält. Vor diesem Hintergrund sollte sich jeder überlegen, ob ein angedachter Besuch dieses vermeintlichen Kunst-Happenings in Kassel besser unterbleibt. Der Bundeskanzler hat mit seiner Absage dazu ein wichtiges und richtiges Zeichen gesetzt.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (71) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere und nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von vier Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute in Biebergemünd als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er seit langem den Rücken gekehrt. Seine enge Verbundenheit zu den lokalen Ereignissen hat er dabei auch im „Unruhestand“ nicht verloren.


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