Sanktionen wirken – nur gegen wen?

Vogler
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An der medialen „Nachrichtenfront“ bewegt sich etwas. Immer häufiger wagt der eine oder andere mutige Redakteur zu hinterfragen, wie sich die immer neuen Sanktionspakete der Europäischen Union auswirken und vor allen Dingen wer besonders von diesen Effekten betroffen ist. Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten handele es sich um einen „Wirtschaftskrieg“, den Deutschland gegen Russland führt und manch einer sieht die Deutschen dabei auf der Verliererstraße.

Unter anderem war in der vergangenen Woche eine Meldung zu lesen, die zu denken gibt: „Rubel steigt am stärksten. Euro schmiert ab: So holen wir uns noch mehr Inflation nach Deutschland.“ Nachzulesen im Focus, der dazu noch folgende Erklärung nachreicht: „25 der 33 wichtigsten Währungen der Welt haben ihren Wert gegenüber dem Euro seit vergangenem Mai gesteigert. Ganz vorne steht dabei ganz überraschend der russische Rubel.“ Für Ökonomen kein Wunder. Die Sanktionen haben den Preis für Öl und Gas nach oben katapultiert, so dass Russland aktuell über höhere Einnahmen aus diesen Exporten verfügt als vor dem Ukraine-Krieg.

Dass der Dollar im Verhältnis zum Euro zugelegt hat – immerhin um mehr als 13 Prozent – dürfte wenig verwundern, aber der russische Rubel? Das scheint doch ein Hinweis zu sein, dass die EU-Kommission mit Ursula von der Leyen an der Spitze mit ihren Maßnahmen wenn schon nicht danebengegriffen so doch viele Auswirkungen vorher nicht so richtig eingeschätzt hat. Für unsere Währung ist dies ein weiterer harter Schlag, denn seit seiner Einführung hat das europäische Geld gegenüber der globalen Leitwährung, dem Dollar, rund ein Viertel seines Wertes eingebüßt.

Diese Entwicklung auf dem internationalen Währungsmarkt werden wir alle über kurz oder lang deutlich zu spüren bekommen. Zunächst einmal wird die ohnehin kritische Lage für den Einkauf von Energie sich auch preislich weiter zuspitzen. Egal ob wir Öl und/oder Gas in Russland oder in den Ländern der „westlichen Welt“ einkaufen, die Rechnung wird in Euro deutlich höher ausfallen als in der Vergangenheit.

Ein weiterer Aspekt ist der enorme Preisschub, den die Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens ausgesetzt sind. Die Inflationsrate ist bereits fühlbar gestiegen. Und Geldentwertung geht immer zu Lasten des „kleinen Mannes“. Zuerst wurden die Ersparnisse dieses vielzitierten kleinen Mannes durch die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank deutlich geschmälert und was noch davon jetzt übrig geblieben ist, droht nunmehr der Geldwertverfall zu verzehren.

Diese Fakten haben übrigens nur bedingt etwas mit dem Ukraine-Russland Konflikt zu tun. Die unüberlegte „Sanktionitis“ wirkt aber bei diesem währungspolitischen Feuersturm wie ein weiterer Brandbeschleuniger. Es wäre zu wünschen, dass künftige Maßnahmen der EU vorweg genauer daraufhin überprüft werden, wie sie sich auf die Menschen in der EU auswirken. In Russland scheint hingegen der „Sanktionsschaden“ bislang recht überschaubar zu sein.

Bei den zahlreichen Fehlschlägen und Fehlleistungen der EU-Kommission und ihrer Führungsspitze bleibt leider nur das Prinzip Hoffnung auf Besserung. Aber die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Zum Autor

Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (71) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere und nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von vier Büchern ist der gelernte Redakteur bis heute in Biebergemünd als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er seit langem den Rücken gekehrt. Seine enge Verbundenheit zu den lokalen Ereignissen hat er dabei auch im „Unruhestand“ nicht verloren.


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