So etwas ist schwer vorstellbar: Die CIA oder ein anderer Geheimdienst eines Nato-Staates würde die Masten eines Windparks in der Nordsee sprengen. Die deutsche Öffentlichkeit würde – zu Recht – empört reagieren. Sofern Präsident Trump nicht schon ohnehin als Staatsfeind Nummer ein gelten würde, jetzt wäre er es. Was bislang ein Privileg des linken und rechten Rands gewesen ist, nämlich den Austritt aus der Nato und ein Ende der transatlantischen Beziehungen massiv einzufordern, jetzt wäre es Realität.
Die Empörung über diesen Vorgang wäre in Deutschland wohl grenzenlos. Es macht Sinn, dieses Szenario im Gedächtnis zu behalten, wenn man sich damit beschäftigt, dass ein angeblich befreundeter Staat unsere Infrastruktur attackiert hat.
Mit Nord Stream zementierten die Regierungen Schröder und Merkel die Energieabhängigkeit von Russland. Das war bequem. Ob es vorausschauend war, darüber wird gestritten. Zwischenzeitlich ist auch der Generalbundesanwalt überzeugt, dass die ukrainischen Streitkräfte die deutsch-russische Gaspipeline Nord Stream angegriffen und drei der vier Röhren in der Ostsee in die Luft gejagt haben. Er erließ Haftbefehl gegen die Attentäter. Einer der Verdächtigen sitzt in deutscher Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess. Dazu ist aktuell ein Buch erschienen, dessen Autor, ein Korrespondent des «Wall Street Journal», präzise recherchiert hat, dass es sich bei der Sprengung um ukrainischen Staatsterrorismus gehandelt hat. Doch die Empörung von Politik und Medien blieb und bleibt aus, die korrupte Regierung mit dem Staatsschauspieler Selenskyj an der Spitze wird unverändert von und in Berlin hofiert.
In Anbetracht der Tatsache, dass Deutschland mittlerweile der bedeutendste Finanzier der Ukraine ist, wäre eine unmissverständlich Verurteilung dieses ukrainischen Staatsterrorismus ein wichtiges Zeichen deutscher Selbstachtung. Ein Land, dass die flagrante Missachtung seiner nationalen Interessen schulterzuckend hinnimmt, hat einen beträchtlichen Teil seiner Selbstachtung bereits verloren. Was dies im Verhältnis zu anderen Staaten bedeutet, kann sich jeder unschwer ausmalen.
Demgegenüber wird der zweifelhafte ukrainische Heroismus hierzulande extrem verklärt. Von Protest weit und breit keine Spur. Die Sprengung von Infrastruktur wird genauso gleichmütig hingenommen wie unrealistische Klimaziele, die bereits Tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland vernichtet haben. Noch Fragen?
Zum Autor
Im Jahre 1971 startete Hans-Jörg Vogler (75) als nebenberuflicher Vereinsberichterstatter seine journalistische Karriere. Nach Stationen als Redaktionsleiter und Publizist mehrsprachiger, internationaler Kundenmagazine sowie als Autor von mehreren Büchern ist der gelernte Redakteur als "Freier Autor" aktiv. Von 1977 bis 2001 gehörte Vogler - mit einer kurzen Unterbrechung - als CDU-Abgeordneter dem Main-Kinzig- Kreistag an und war zehn Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender in Erlensee. Partei und aktiver Politik hat er vor mehr als 20 Jahren den Rücken gekehrt. Er lebt heute mit seiner Familie in Biebergemünd.
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