Nikola Angelovski ist Weltmeister im Ju-Jutsu Fighting

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Vom 16. bis 24. November 2019 fanden in Abu Dhabi die Weltmeisterschaften im Ju-Jutsu statt. Die Brüder Grimm-Städter vom Kampf- und Sportclub Hanau 2012 waren in der Nationalmannschaft Ju-Jutsu Fighting mit vier Athleten vertreten und kehrten aus der Mubadala Arena in Abu Dhabi mit einem kompletten Medaillensatz zurück. Nikola Angelovski wurde in der U21 bis 69kg Weltmeister, Timon Kaeppel wurde in der U21 bis 62 kg Vize-Weltmeister und Simon Roiger sicherte sich in der Gewichtsklasse plus 94kg im kleinen Finale die Bronzemedaille.

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Als erstes war vergangene Woche die Gewichtsklasse der U21 bis 69kg am Start. Nikola Angelovski hatte zunächst ein Freilos und traf dann im zweiten Kampf auf den Mitfavoriten Jasper De Beer aus Holland, der in der ersten ‚Runde den amtierenden Europameister besiegt hatte. Von Anfang an ging Nikola Angelovski in Führung und führte zwischenzeitlich mit sieben Punkten. Insbesondere im Part 1, dem Faust- und Fußkampf, war er seinem Gegner haushoch überlegen. Nach einer kleinen Unachtsamkeit wurde Nikola Angelovski geworfen und De Beer kam nach einmal auf zwei Punkte heran. Dann aber drehte Nikola Angelovski noch einmal so richtig auf und gewann am Ende mit 15:11Punkten. Ein weiterer Mitfavorit wartete dann mit dem German Open Sieger 2018, Adrian Schmidt aus Österreich, im nächsten Kampf. Bei zahlreichen Turnieren hatten sich beide bereits gegenübergestanden und es waren stets enge Kämpfe, die Nikola Angelovski bisher immer für sich entscheiden konnte. Auch dieses Mal war es ein sehr enger Kampf, indem Nikola Angelovski von Anfang an in Führung ging und diese immer wieder clever verteidigte. Am Ende siegte er denkbar knapp aber verdient mit 14:13Punkten. Im Finale, das am Abend ausgetragen wurde, stand er dann Zhandos Nurmuhtonbetov aus Kasachstan gegenüber, der im Halbfinale den Europameister aus dem Jahr 2018 besiegt hatte. Es entwickelte sich das erwartet spannende Finale, das Nikola Angelovski von Anfang an in Part eins dominierte. Von Anfang an ging er in Führung und sicherte sich nach einem hochspannenden Kampf am Ende den Weltmeisterschaftstitel mit 14:12 Punkten. Der mitgereiste Heimtrainer Jens Gottwald überglücklich: „Das ist der Lohn für jahrelange Arbeit und eine Medaille für das gesamte Hanauer Team. Auch Nikola hat von dieser stärke des Teams profitiert und heute gezeigt, welch Schnelligkeit und Nervenstärke in ihm stecken. Ich freue mich riesig für Nikola und natürlich auch über meinen fünften WM-Titel!“

Unmittelbar nach Angelovski musste als nächstes Timon Kaeppel in der U21 bis 62kg auf die Matte. Er hatte ebenfalls ein Freilos im ersten Kampf. Im zweiten Kampf traf er dann auf den starken Russen Aleksandr Kippilov. Es entwickelte sich ein harter Kampf, den Timon Kaeppel annahm und gestaltete. Mit drei gelungenen Würfen, für die es einen halben Punkt gab, brachte er den Russen aus dem Konzept, der immer wieder einem Rückstand hinterherlief. Am Ende gewann Timon Kaeppel mit 11:9 Punkten. Im dritten Kampf stand ihm dann sein Finalgegner der German Open und Drittplatzierter der EM aus Belgien, Jasper Debruyn, gegenüber. Schon bei der diesjährigen German Open haben sich beide nichts geschenkt. Es war zu erwarten, dass es ein schwieriger Kampf werden würde. Immer wieder wechselte die Führung und ein kräftezehrender Kampf entwickelte sich. Nach dem Kampf wurde zunächst, auch nach umstrittenen Entscheidungen, der Belgier zum Sieger erklärt. Das deutsche Team legte gegen die alles entscheidende Fehlentscheidung in Part 2 Einspruch ein. Mit dem Ippon in Part 2, Timon Kaeppel hatte bereits Ippon in Part eins und durch einen Armstreckhebel Ippon in Part 3, hätte Timon Kaeppel den Kampf mit technischer Überlegenheit gewonnen. Unruhe brach in der Halle aus, Videomaterial wurde gesichtet und die Kampfrichter zogen sich zur Beratung zurück. Zulange lies man die Sportler im Ungewissen und zu lange diskutierte man mit. Dann wurde die Entscheidung bekannt gegeben und dem Einspruch der Deutschen stattgegeben. Damit stand Timon aufgrund des 14:0 Sieges gegen den Belgier im Finale und der Belgier nur noch im kleinen Finale.

Im Finale, dass dann kurze Zeit später stattfand, traf Timon Kaeppel dann auf Vlad-Dan Lascou aus Roumänien, den U21 Europameister. Nach all der Aufregung sah man nicht mehr den Timon Kaeppel kämpfen, den man bei der German Open oder den anderen WM Kämpfen sehen konnte. Timon Kaeppel, fand nicht in den Kampf und verlor am Ende mit 9:14 Punkten gegen den Rumänen. Trainer Jens Gottwald kommentiert das Geschehen: „Zunächst einmal freue ich mich riesig für und mit Timon. Nach dem Europacupsieg im Februar und dem Sieg bei den German Open ist sein Vize WM-Titel die Krönung dieses Jahres. Nach der Aufregung im Halbfinale war bei ihm die Luft raus, das wird nicht noch einmal vorkommen.“

Am Ende der Woche folgte dann der nächste Athlet und Simon Roiger vom Kampf- und Sportclub 2012 Hanau ging in der Gewichtsklasse plus 94kg an den Start. Auch er hatte endlich einmal Losglück, das ihm im ersten Kampf ein Freilos bescherte. Im zweiten Kampf traf er dann auf den starken Iraner Reza Shafiei. Dieser hatte zuvor seinen Kampf gegen einen Tunesier mit technischer Überlegenheit gewonnen. Shafiei war ein Kraftpaket und Simon Roiger dominierte zunächst Part eins und traf mit klaren Fausttechniken. Im Verlauf des Kampfes gelang es Simon Roiger den Iraner mit Hüftfegen und Schulterwurf auf Ippon zu werfen. Am Boden bekam er den Iraner allerdings nicht zu fassen. Am Ende des Kampfes siegte Simon Roiger souverän mit 15:7 Punkten. Im dritten Kampf stand ihm der ein Kopf größere und weitaus schwerere amtierende Weltmeister Deyan Vukcevic aus Montenegro gegenüber. Die vorgegebene Marschroute für den Kampf setzte Simon Roiger vorbildlich um und er lag zwischenzeitlich mit vier Punkten in Führung. Immer wieder versuchte Vukcevic geschickt sein Gewicht in Part zwei einzusetzen, doch Simon Roiger hielt dagegen und es gelang Vukcevic nicht, Simon Roiger zu werfen. 30 Sekunden vor Schluß führte Vukevic mit 10:9 Punkten und es war noch alles offen. Klar war nun, dass Roiger mit schnellen Techniken angreifen musste, um in Part eins zu Punkten. Doch ihm unterlief ein riesiger Fehler und er Griff viel zu langsam mit dem hinteren Bein an, dem Vukcevic auswich und dann seinerseits Konterte. Zwei Fausttechniken, die mit Ippon zum Stand von 14:9 gewertet wurden, waren das Resultat. Simon Roiger griff beherzt an, doch lief dem Rückstand hinterher, so dass er am Ende mit 15:20 Punkten verlor. „Es war heute mehr drin. Simon hat perfekt gekämpft und dann den Kampf durch einen krassen Fehler abgegeben. Nach der 9:14 Führung war klar, dass der Kampf weg ist. Dazu sind die Jungs hier alle zu clever und gut. Warum Simon mit dem hinteren Bein angegriffen hat, was wir beide extra noch einmal ausgeschlossen haben, wird unerklärlich bleiben.“, so Trainer Jens Gottwald. Im kleinen Finale traf Simon Roiger dann auf Azamat Abayev aus Kasachstan. Hier lies Simon Roiger seinen ganzen Frust raus und dominierte den Gegner von Anfang an in allen Parts. Nach anderthalb Minuten, hatte er seinen Gegner niedergerungen und mit technischer Überlegenheit, 14:0 Punkten, besiegt. Highlights dieses Kampfes findet man auf der Instagramseite des KSC Hanau unter: Kampf_und_Sportclub_Hanau.

Trainer Jens Gottwald hoch zufrieden: „Für Simon freue ich mich riesig, ich bin stolz auf ihn! Er hat 2009, 2012 und 2014 den Vize-Weltmeistertitel gewonnen. 2009 sicherte er sich in Kolumbien die Bronzemedaille. Nach langer Verletzungszeit und einem tollen Jahr mit dem Europacupsieg in Maribor, dem dritten Platz bei den Paris Open und dem Deutschen Meistertitel ist dies die Krönung des Jahres und die Rückkehr in die absolute Weltspitze. Was er die letzten 10 Jahre geleistet hat ist herausragend und verdient höchsten Respekt!“

Max Strauch fand in der Gewichtsklasse bis 94kg nicht in das Turnier. Er stand völlig neben sich und verlor zwei Kämpfe. „Sowas kann vorkommen. Max hat dieses Jahr bewiesen was er kann und tolle Kämpfe gezeigt. Ich erinnere nur an seinen Europacupsieg in Maribor oder seinen dritten Platz bei den Paris Open. Das Turnier wird einfach abgehakt.“ Der erste Vorsitzende des Kampf- und Sportclubs 2012 Hanau, Jan Deparade, gratulierte den Athleten und dem Trainer: „Wir können stolz auf diese Leistung sein. Es ist beachtlich wie das Hanauer Ju-Jutsu Team den Sport und Hanau in Abu Dhabi vertreten haben. Bei allen mitgereisten Fans und Familienmitgliedern bedanke ich mich. Ich habe vernommen, dass ordentlich gefeiert wurde. Das gehört dazu und macht es auch aus.“

Damit krönt das Hanauer Fighting Team ein absolut erfolgreiches Sportjahr und freut sich mit allen Mitgliedern des KSC Hanau auf die erste Ju-Jutsu Fight-Night in Hanau am 7.12.2019 in der Orangerie des Schloß-Philippsruhe in Hanau. Informationen dazu findet man unter  www.fightnight-hanau.de

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