Hanau Hornets im Hessenpokalfinale: Lehrgeld bezahlt, Erfahrung gewonnen

Foto: BLURRED PICS

Sport

Nur wenige Wochen vor Beginn der regulären Saison bat der American Footballverband Hessen am Samstag Hessenpokal-Finale, das wie bereits im vergangenen Jahr zwischen den Rüsselsheim Crusaders und den Hanau Hornets ausgespielt wurde.I m Rüsselsheimer „Stadion Am Sommerdamm“ behielten die Gastgeber schließlich mit 42:3 deutlich die Oberhand.

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Obwohl der Gegner in der Regionalliga - also zwei Klassen über den Hornets - antritt, reisten die Brüder-Grimm-Städter durchaus mit breiter Brust nach Rüsselsheim: Im Vergleich zur Vorsaison konnte der Kader weitgehend gehalten und punktuell sogar verstärkt werden, so dass der Trainerstab um Headcoach Andy McMillan und Defensive Coordinator Pierre Sinke genau die Spielphilosophie weiterverfolgen kann, die in der Vorsaison eine „Perfect season“ ermöglichte. Allerdings standen den Hornets im Hessenpokalfinale nur knapp über 30 Spieler zur Verfügung – verletzungs- und berufsbedingte Ausfälle ließen den Roster merklich zusammenschrumpfen, ein kleiner Dämpfer für das ansonsten gesunde Selbstvertrauen des Landesligisten.

Knapp 1.000 Zuschauer hatten den Weg nach Rüsselsheim gefunden, um den Kampf um die Thomas-Meyer-Trophäe mit eigenen Augen mitzuerleben – das erste Highlight im noch jungen hessischen Footballjahr.

Zum Spielverlauf: Hanau empfängt den Ball, erzielt im ersten Drive aber keinen Raumgewinn und muss punten. Rüsselsheim macht es da deutlich besser. Nach einem Punt-Return bis fast an die Mittellinie arbeiten sich die Crusaders zunächst mit Laufspiel zielstrebig nach vorn, um schließlich den Spielzug mit einem Pass auf Carsten Korn abzuschließen – auch der „Point after Touchdown“ gelingt. Früh im Spiel steht es 7:0.

Bei den Hornissen ist noch erkennbar Sand im Getriebe. Zwar rücken sie dank eines Passes auf Marvin Dell, einem Lauf von Nicola Cucuzzella und begünstigt durch zwei 15yard-Strafen gegen Rüsselsheim („Roughing the passer“) bis an die 50yard-Line vor, doch eine Interception macht diesen Erfolg schnell zunichte. Ein Lauf über fast vierzig yards durch Tom Brandau und ein erfolgreicher PAT schrauben das Zwischenergebnis auf 14:0.

Nun schlägt die Stunde von Nicola Cucuzzella. Die Hornets sind bis zur eigenen 10yard-Line zurückgedrängt, doch Hanaus Runningback mit der #31 trägt den Ball zunächst zehn yards, dann bis zur 40yard-Line nach vorn. Die weiteren Versuche bringen allerdings keinen Raumgewinn, die Hornissen müssen – pünktlich zum Ablauf des ersten Quarters – erneut punten.
Dieser Punt durch Marvin Dell allerdings gelingt ausnehmend gut – erst drei yards vor der gegnerischen Endzone trudelt das Ei aus.

Das Angriffsspiel der Crusaders verliert im zweiten Quarter erkennbar an Schwung, auch dieser Drive endet mit einem Punt. Hanau wittert Morgenluft. Maxim Frey kämpft sich bis zur Mittellinie vor, Cucuzzella überbrückt zehn yards, und ein Pass auf Arthur Engels sichert ein weiteres First Down. Eine 15yard-Strafe wegen „Pass Interference“ und ein Pass auf Marvin Dell lassen die Gäste zwei yards an die Endzone heranrücken. Doch der nächste Snap misslingt – zwar kann sich Quarterback Ferdinand Stark gerade noch auf den Ball werfen und ihn so für die Hornets sichern, doch ein Touchdown ist nun wieder in weite Ferne gerückt. Die Hornets entscheiden sich für ein Fieldgoal, das Tim Marbuger sicher zwischen die Stangen setzt.  

Immerhin: Während das Spiel der Crusaders an Sicherheit verliert, kommt Hanau immer mehr auf. Rüsselsheims Quarterback Bennett Asal zirkelt einen Pass genau in die fangbereiten Arme von Alexander Höhl, der heute nicht nur mit dieser Interception auf sich aufmerksam macht. Erst fünf yards vor der Endzone wird Höhl unsanft gestoppt. Es verbleiben noch vierzig Sekunden, die fehlenden yards zu überbrücken. Ein Pass auf Tim Hochapfel bringt Hanau dem Touchdown noch ein Stück näher, doch die Uhr tickt unerbittlich weiter – noch sechzehn Sekunden bis zum Pausentee. Auch Cucuzzella versucht sein Glück, aber auch er wird unsanft ausgebremst. Das zweite Quarter endet ohne weitere Punkte.

Leider gelingt es Hanau nicht, ihren Schwung aus der ersten in die zweite Halbzeit mitzunehmen. Der Kräfteverschleiß ist nun unübersehbar. Bereits ihren ersten Drive schließen die Gastgeber mit einem Lauf von Eric Mason zum 20:6 ab (der Versuch einer Two-Point-Conversion misslingt), dann trägt Fabian Kunkel eine abgefangene Interception zum 26:3 in die Endzone (auch diesmal schlägt der Extrapunktversuch fehl).  

Die Gegenwehr der Hornets ist gebrochen. Zwar stemmt sich die Defense, allen voran Alexander Höhl, Semyon Hochapfel und Simon Jeide, der drohenden Niederlage entgegen, gelingt Jeide im vierten Quarter gar ein Quarterback Sack, doch aller Einsatzwille kann zwei weitere Touchdownläufe durch Laurent Runkel nicht verhindern. Diesmal sind auch die beiden TPCs erfolgreich und schrauben den Endstand auf 42:3.

„Kurz vor der Halbzeit hätten wir mit ein wenig Glück in Führung gehen können“, resümiert Headcoach Andy McMillan nach dem Spiel. „Zwei Mal standen wir nur eine Handbreit vor der Endzone – hätten wir da etwas besonnener agiert, hätte es zur Pause 14:17 gestanden. Die beiden Touchdowns innerhalb von zwei Minuten kurz nach Wiederanpfiff haben uns dann das Genick gebrochen – und zum Schluss haben uns einfach die Körner gefehlt, um den Crusaders noch entscheidend Widerstand leisten zu können. Glückwunsch an Rüsselsheim zu dem verdienten Sieg!“

„Die Niederlage wirft uns nicht um“, bilanziert auch DC Pierre Sinke. „Wir haben unser Lehrgeld bezahlt und können die Erfahrung in die Saison mitnehmen. Sicherlich ist nicht alles so gelaufen wie geplant, aber wir haben uns insgesamt gut präsentiert und den Test für die kommende Saison gegen einen höherklassigen Gegner bestanden.“

Für die Rüsselsheim Crusaders steht bereits am Samstag, dem 02. Mai 2026 das erste Heimspiel in der Regionalliga gegen den Vorjahresmeister Bad Homburg Sentinels an. Hanaus Footballhornissen starten am Sonntag, dem 24. Mai in die Saison. Gegner im „DJ Arnie-Bowl“, dem Spiel im Gedenken an den langjährigen Pressesprecher des AFC Hanau e.V und selbsternannten „Hornets-Lautsprecher“ Achim Korn, wird das Team der neuformierten Frankfurt Universe sein.

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