Am vergangenen Sonntag starteten gleich zwei Triathleten des SV Gelnhausen bei den beiden in Deutschland wohl bekanntesten Triathlonwettkämpfen über die Langdistanz (3,8 km Schwimmen – 180 km Radfahren – 42,2 km Laufen).

Bei der Ironman European Championship in Frankfurt ging Alexander Hufnagel an den Start und bei der Challenge Roth zeigte Manuel Jackel sein Können. Hufnagels erklärtes Ziel war es, beim Ironman in Frankfurt die magische 10-Stunden-Marke zu unterbieten. Das ist ihm trotz widrigster Bedingungen bravourös gelungen. Nach nur 9:44:23 Stunden blieb die Uhr für ihn stehen und der vom Veranstalter proklamierte längste Tag des Jahres ging zu Ende.
Auch wenn es sich in den letzten Wettkämpfen bereits angedeutet hat, konnte Hufnagel bereits beim Schwimmen mit einer überragenden Zeit aufwarten und unterbot die in Triathletenkreisen viel beachtete 1-Stunden-Marke deutlich: Er benötigte für die 3,8 km im Langener Waldsee nur 57:46 Minuten und kam als 69. Starter seiner Altersklasse aus dem Wasser. Damit überraschte er zumindest seine Trainingskollegen und Freunde, die an der Strecke auf ihn warteten, um ihm ein paar aufmunternde Worte mit auf den Weg zu geben. Nach einem sehr schnellen Wechsel lag dann die nächste Teildisziplin des Tages, das 180 km lange Radfahren vor ihm. Etwa 40 Kilometern auf dem Rad waren absolviert, als sich ausgiebiger Regen einstellte, der für die nächsten 4 Stunden von starken Windböen begleitet in wechselnden Intensitäten anhalten sollte. Für die Athleten ergab sich daraus natürlich eine erhöhte Sturzgefahr, was sich leider auch in den vielen engen Kurven des Radkurses durch die Wetterau bestätigt hat. Viel gefürchteter ist bei solchen Bedingungen allerdings die Gefahr des Auskühlens, zumal die Athleten sogar in der Ebene knapp 40 km/h schnell fahren und nur dünne Wettkampfkleidung tragen. „Ich habe gefroren wie ein Schneider“ so Alexander Hufnagel. „Als dann noch ein Athlet direkt vor mir auf gerader Strecke gestürzt ist und ich über sein Hinterrad fuhr, dachte ich jetzt ist es vorbei, jetzt haut es mich hin“ Glücklicherweise konnte er sich aber ohne zu Stürzen auf dem Rad halten und setzte das Rennen ohne Panne fort. Als der Regen dann endlich aufhörte, hatte Hufnagel schon den größten Teil des Radfahrens absolviert. Nach 5:15:13 Stunden stellte er sein Arbeitsgerät in der Wechselzone am Eisernen Steg ab, wechselte in die Laufschuhe und hatte sich nach dem Radfahren um 10 Plätze nach vorne gearbeitet. Doch seine eigentliche Paradedisziplin, der Marathonlauf, lag noch vor ihm.
Mit dem Wissen ob seiner Laufstärke und der Information über seine aktuelle Platzierung vom Rand der Strecke versorgt, keimte die Hoffnung auf, dass es vielleicht nicht nur für eine Zielzeit unter 10 Stunden reichen könnte, sondern mit viel Glück sogar einer der begehrten Qualifikationsplätze für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii herausspringen könnte. So kämpfte sich Hufnagel auf jeder der vier zu absolvierenden Laufrunden am Mainufer weiter nach vorne. Dabei ließ er sich weder durch den starken Westwind beirren, gegen den sich die Athleten flussabwärts stemmen mussten, der ihnen aber flussaufwärts die nötige Kühlung versagte, noch durch zwischenzeitliche Magenprobleme aus der Konzentration bringen. Immer wieder angefeuert von den zahlreichen Zuschauern an der Strecke und den mitgereisten SVG-Triathleten erreichte er das Ziel schließlich auf Platz 26 seiner Altersklasse und hatte somit beim Laufen weitere 25 Plätze gut gemacht. Das reichte zwar am Ende nicht mehr für den zwischenzeitlich erhofften Hawaii-Startplatz, aber damit ist auch ein neues Ziel für ihn ganz klar definiert.
Leider ist vielen Athleten scheinbar immer noch nicht bewusst, dass es sich bei der zweiten Disziplin um ein Einzelzeitfahren, also ein Radrennen ohne Ausnutzung des Windschattens, handelt. So waren auf der Strecke immer wieder große Pulks zu beobachten, in denen die geforderten 10 m Abstand zum Vordermann nicht eingehalten wurden. Das gehört beim Ironman in Frankfurt mit 2600 Startern wohl schon zum normalen Bild. Die Athleten, die dennoch ein faires Rennen absolvieren wollen, sind dadurch klar benachteiligt. Auch Hufnagel hatte unter den sogenannten „Lutschern“, die sich im Windschatten des Vordermannes verstecken zu leiden.
Auf der gleichen Distanz ist Manuel Jackel beim Traditionstriathlon im fränkischen Roth gestartet und auch er schaffte es, die 10-Stunden-Marke zu knacken. Das Schwimmen im an diesem Tag für die Schifffahrt gesperrten Main-Donau-Kanal absolvierte er in respektablen 1:04 Stunden und lag damit voll im Plan. Dann geschah beim Wechsel auf das Rad allerdings ein Missgeschick, das ihn wertvolle Zeit kostete. Da sich ein anderer Athlet wohl versehentlich seinen nummerierten Beutel, in dem die Schwimmutensilien verstaut werden müssen, gegriffen hat, musste er sich zunächst bei den Helfern einen neuen Beutel organisieren. Kurz darauf saß er dann aber auf dem Rad und hat nach dieser ungewollten Überraschung schell die Konzentration wiedergefunden. Auf der ersten Radrunde flog er förmlich über die Strecke und benötigte für diese ersten 90 km nur 2:26 Stunden. Dann aber ereignete sich ein zweites, diesmal selbst verschuldetes Missgeschick, das ihn deutlich mehr Zeit kosten sollte. Bei der Durchfahrt durch ein Schlagloch verlor er zunächst seine spezielle Eigenverpflegung, die er für die nächste Rennstunde benötigt hat.
Etwas später löste sich dann als Folge der Schlaglochdurchfahrt einer der speziellen Lenkergriffe, die die Athleten zum Fahren in der aerodynamisch günstigen Position benötigen. Nachdem der Schaden dann repariert war, setzte Jackel das Rennen fort und versuchte noch auf dem Rad wieder etwas Zeit gut zu machen. Bei dem dann aufkommenden Gegenwind entwickelten sich die letzten 50 Kilometer auf dem Rad dann aber zur echten Quälerei. Nach 5:18:05 Stunden wechselte er dann in die Laufschuhe. Zu Beginn des abschließenden Marathonlaufes musste er nach der kräftezehrenden Radeinheit mehrere kurze Pausen einlegen, um sich schmerzhafte Krämpfe aus den Beinen zu dehnen. Erstaunlicherweise schaffte er es dann jedoch wieder gut in Tritt zu kommen. Wie auch in Frankfurt stellte der Wind an der Laufstrecke entlang des Main-Donau-Kanals eine ganz besondere Herausforderung für die Athleten dar. Nach 30 Kilometern auf der Laufstrecke war sich Manuel Jackel dann jedoch sicher, dass er das Ziel mit einer Zeit unter 10 Stunden erreichen wird. Für den Marathon benötigte er exakt 3:24 Stunden, so dass seine Zielzeit am Ende 9:51:02 Stunden betrug. In seiner Altersklasse hat er damit den 22. Platz belegt. Angesichts seines für einen Langdistanz-Triathleten noch sehr geringen Alters kann man gespannt sein, welche Leistungen er in den kommenden Jahren noch zeigen wird.
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