Beim Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring ist auch in diesem Jahr Tibor Molnar aus Steinau-Bellings wieder als Schrauber dabei und wird wie schon seit 18 Jahren einen Ford Escort technisch betreuen.



Vor etwa 20 Jahren lernten sich Molnar und der Besitzer des Autos kennen. Aus dieser Zufallsbekanntschaft entstand eine echte Freundschaft zwischen beiden. Seit dieser Zeit „schraubt“ Autonarr Molnar unentgeldlich an dem Rennfahrzeug. Bei dem Auto handelt es sich um einen „Hundeknochen“, einen Ford Escort MK1 RS 1600. Hundeknochen deshalb, weil der Kühlergrill einem Hundeknochen ähnelt. Das Fahrzeug stammt aus dem Jahr 1972 und verfügt über ca. 280 PS.
70 bis 80 Siege können der Fahrer und der Escort in seiner Rennklasse verbuchen, darunter zwei Erfolge in der FIA-Europameisterschaft bis 2 Liter. All das wäre nicht ohne die „Schrauberhände“ von Tibor Molnar möglich gewesen. Im August 2015 beim Oldtimer Grand Prix am Nürburgring war ihnen das Glück leider nicht hold. Kurz nach dem Fotograf Heinrich Stichel das Team in der Boxengasse noch fotografiert hatte, brach bei einem Trainingslauf ein Stößel. Schluss, aus, vorbei für diese Veranstaltung. Aber Molnar „schraubte“ weiter und es gelang im Oktober 2015 ein Sieg in der Rennklasse bei der „Youngtimer-Serie“, ebenfalls auf dem Nürburgring. Und jetzt heißt für beide wieder volle Konzentration auf den Oldtimer Grand Prix im August auf dem Nürburgring.
In diesem Jahr präsentiert sich der AvD-Oldtimer-Grand-Prix vielfältig wie nie zuvor: Im exzellenten historischen Rennprogramm wird von der historischen Formel-1-Meisterschaft der FIA bis hin zu den einstigen Nachwuchsklassen nahezu alles zu sehen sein, was in den vergangenen 60 Jahren schnell und aufregend war. Demonstrationsfahrten und Gleichmäßigkeitsprüfungen ergänzen das Programm um Vorkriegsrennwagen, Tourenwagen aus DTM und STW und erstmals auch Rallyefahrzeuge. Namhafte Hersteller öffnen ihre Werksmuseen und zeigen auf und neben der Strecke einmalige Schätze aus der Motorsport-Historie. Hinzu kommen Clubtreffen der Sportwagen-Ikonen mit zahlreichen automobilen Höhepunkten. Erstmals wird das Wochenende durch einen Trackday eingeleitet, zu dem am Freitag rund 100 Oldtimer, Youngtimer und Supersportwagen erwartet werden: Wer die aufregenden Formen der schönsten und schnellsten Rennfahrzeuge der Vergangenheit liebt, für den ist das Wochenende vom 12. bis 14. August ein Muss. Im Vorverkauf sind Eintrittskarten für den AvD-Oldtimer-Grand-Prix bei www.eventim.de erhältlich (im Internet oder über die Ticket-Hotline 01805 311210 für 0,14 € / Min. aus den deutschen Festnetzen, max. 0,42 € / Min. aus den Mobilfunknetzen).
Informationen rund um das Event gibt es unter www.avd-oldtimer-grand-prix.de. Fast 20 Rennen und Gleichmäßigkeitsprüfungen stehen am zweiten August-Wochenende beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Programm. Und das ist auch in diesem Jahr so hochkarätig und vielfältig, wie bei kaum einem anderen Klassik-Event. Formel-1-Fahrzeuge der Ford-Cosworth-Ära und Sportwagen-Prototypen der 60er- und 70er-Jahre lassen den Asphalt ebenso beben wie die beliebten Rennwagen der deutschen Rennsport-Meisterschaft von 1972 bis 1981. Der stimmungsvolle Höhepunkt im sportlichen Programm ist das Abendrennen der Le-Mans-Fahrzeuge der 50er-Jahre: Ungemein elegante Sportwagen und GTs, die im einstündigen Rennen in die Dämmerung hineinfahren und echtes Langstrecken-Flair verbreiten. Und auch im zweiten Lauf dieser zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/61 ist für hohe Aufmerksamkeit gesorgt: Am Sonntagnachmittag zeigen die Piloten bei einer Le-Mans-Start-Vorführung, wie der Langstreckenklassiker an der Sarthe ehedem begonnen wurde: Erst nach einem kurzen Sprint der Piloten über die Start-Ziel-Gerade springen sie ins Auto, lassen den Rennwagen an und fahren los: ein Spektakel, das sich auf der Haupttribüne garantiert niemand entgehen lassen wird. Auch für Tourenwagen- und GT-Fans gibt es eine erfreuliche Neuigkeit: Der Lauf der AvD-Tourenwagen- und GT-Trophäe am Samstagmorgen wird verlängert und in diesem Jahr als einstündiges Rennen ausgetragen.
Mercedes-Arena wird Mekka der Sportwagen-Liebhaber
Porsche feiert in diesem Jahr das 40. Jubiläum seiner Transaxle-Modelle – der 1976 vorgestellte 924 und seine Artgenossen 928, 944 und 968 stehen im Mittelpunkt des Interesses im großen Areal der Zuffenhausener in der Mercedes-Arena. Dort, wo sich bei anderen Veranstaltungen die Rennwagen duellieren, geht es beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix traditionell um die Faszination Sportwagen. Deshalb finden sich hier auch die Modelle weiterer Weltmarken, die das Areal zum Festivalgelände der Supersportwagen machen. Neben den vielen Porsche-Kunden und Gästen, die mit ihren Fahrzeugen zum großen Schaulaufen der Traumautos beitragen, sind es die Mitglieder des Ferrari Club Deutschland und des Deutschen Maserati Clubs, die hier zu finden sind. Die Liebhaber der klassischen italienischen Linien sind außerdem beim Clubtreffen von Alfa Romeo dabei. Neu ist außerdem die Beteiligung von McLaren in diesem Bereich.
Trackday eröffnet Programm auf der Nordschleife
Neu ist beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix in diesem Jahr das Programm am Freitag. Während auf der Grand-Prix-Strecke die Freien Trainings und Qualifyings für alle Rennklassen anstehen, treffen sich auf der Nordschleife faszinierende Fahrzeuge zum Trackday. Das Fahrevent ohne sportliche Wertung ist offen für Oldtimer, Youngtimer und Supersportwagen. Es ist für Fahrer, die ihren Klassiker einmal selbst auf der schönsten Rennstrecke der Welt bewegen wollen. Rund 100 Teilnehmer werden erwartet, die in leistungsgerechten Gruppen auf die Strecke gehen – auch für Zuschauer dürfte das ein besonderes Erlebnis werden. Der Eintritt rund um die Nordschleife ist frei und lädt damit zum „kiebitzen“ ein. Der Trackday löst den
traditionellen Historic-Marathon ab. Er soll ein zeitgemäßes Angebot an die Fahrer besonderer Fahrzeuge sein. Als Organisator konnten die Veranstalter des AvD-Oldtimer-Grand-Prix Jörg Bratke von Bergen gewinnen, der unter anderem als Teamchef seines Klassik-Rennteams über großes Know-how verfügt, wenn es darum geht, einen rasanten Klassiker adäquat zu bewegen. „Der Historic-Marathon war natürlich ein Magnet für Zuschauer, und ich habe als Pilot selbst gerne teilgenommen“, beschreibt er. „Nun hoffen wir aber, den Fahrern und Zuschauern etwas sehr Spannendes und Neues bieten zu können. Beim Trackday werden nicht nur Oldtimer und Youngtimer zu sehen sein, sondern auch Supersportwagen. Sie passen mit ihrer Optik und ihren Fahrleistungen sehr gut zum ganzen Umfeld des AvD-Oldtimer-Grand-Prix.“ Dabei ist der Trackday nicht als reines Vollgas-Event geplant. Bratke: „Wir haben ein Programm aufgelegt, das sich deutlich von anderen Trackdays auf der Nordschleife abhebt. Nicht nur das exklusive Umfeld beim Oldtimer-Event, auch die Rahmendaten sind andere. Die Teilnehmer erhalten viel Support und Service, die tollen Fahrzeuge werden in leistungsgerechte Gruppen eingeteilt, Instruktoren begleiten das ganze Geschehen. So sollen schnelle Nordschleifen-Routiniers ebenso auf ihre Kosten kommen, wie die Eigner einmaliger Fahrzeuge, die sich den Traum von der Nordschleife zum ersten Mal erfüllen wollen.“ Ab 9:00 Uhr werden die ersten Fahrzeuge auf die Strecke gehen, nach dem Ende des Trackdays um 18:00 Uhr treffen sich die Teilnehmer zum After-Race-Barbecue im Fahrer- / Teamzelt des AvD-Oldtimer-Grand-Prix im Fahrerlager. Dort sind dann auch einige der schönsten Fahrzeuge zu bewundern, denn sie dürfen bis in den Paddock direkt vor das Zelt fahren. Und das Bild dürfte sehr interessant werden, denn angekündigt sind Stil-Ikonen, wie ein Aston Martin GT12, ein Bizzarrini 5300 Strada, Porsche 930 Turbo oder Ferrari 512BB LM Thomson.
Text und Fotos: Heinrich Stichel/AvD
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