Genau 167.500 Euro bewilligte Landrat Joachim Arnold für die Dorferneuerung im Nidda Stadtteil Unter-Widdersheim.
Genau 167.500 Euro bewilligte Landrat Joachim Arnold für die Dorferneuerung im Nidda Stadtteil Unter-Widdersheim.
Dieser Tage machte sich der Landrat vor Ort ein Bild von den bislang umgesetzten Projekten. Das Dorf wurde bereits im Jahre 2009 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen und kann schon einige beachtliche Ergebnisse vorlegen. Die Verkehrsberuhigungen der Ortseingänge, mehr Grün im Dorf, innerörtliche Wege im Dorf, die Freiflächengestaltung am Bach und die Schaffung eines klar erkennbaren Dorfplatzes in der Unterdorfstraße, nannte Arnold beispielhaft.
Der Landrat lobte die intensive Bürgerbeteiligung. „Je mehr mitmachen, umso mehr können nachher auch die Ergebnisse tragen.“ Mit 82.500 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm soll ein Dorftreff im Dorfgemeinschaftshaus errichtet werden. Er ist Teil des Projekts „Alt werden im Dorf“. Hilfreich ist dabei die Gründung des Vereins „Dorfgemeinschaft Unter-Widdersheim“ mit dem Ziel, die Jugend-, Senioren-, Familien- und Vereinsarbeit zu fördern und gleichzeitig das Dorfgemeinschaftshaus zu erhalten.
Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation der Stadt Nidda wird schon seit Längerem über Einsparmöglichkeiten bei den Gemeinschaftseinrichtungen diskutiert. „Wenn durch den Dorftreff die ohnehin schon hohe Auslastung des Dorfgemeinschaftshauses noch erhöht wird, kann das nur gut sein“, so Landrat Arnold. Zusätzlich sollen Personalkosten für Pflege und Verwaltung durch ehrenamtliche Leistungen reduziert werden.
Jugendliche bauen mit
Der geplante Dorftreff hat aber noch eine weitere Perspektive: Der Limesradweg wird an Unter-Widdersheim vorbeiführen. „Bislang mangelt es an diesem Teilabschnitt des Radweges an attraktiven Einkehrmöglichkeiten für Radfahrer. Mit der Errichtung des Dorftreffs und einer geplanten Rastmöglichkeit kann hier eine attraktive Station für Radtouristen entstehen“, freut sich der Wetterauer Landrat.
Zudem ist auch die Errichtung eines Informationszentrums über das Naturschutzgebiet „Mittlere Horloffaue“ geplant. Es liegt in unmittelbarer Nähe. Aber nicht nur alt werden sollen die Menschen im Dorf, auch für die Jugendlichen soll etwas geschehen: Im Gewölbekeller soll mit geringen Mitteln ein Jugendraum eingerichtet werden. Die dazu notwendigen Arbeiten sollen von den Jugendlichen selbst durchgeführt werden. Der Dorftreff soll eine soziale Einrichtung für die Bürgerinnen und Bürger Unter-Widdersheim werden, indem sie sich selbst organisieren können und damit die ursprüngliche Idee „Alt werden im Dorf“ auch in einem kleinen Ort ermöglichen.
Für Rollator geeignet
Ein zweiter Zuwendungsbescheid in Höhe von 85.000 Euro wird für das Projekt „Innerörtliche Wege und Treffpunkte im Dorf“ verwendet. Dazu wird ein innerörtlicher Rundweg entlang der Bebauungsgrenze, vorbei an bauhistorisch bedeutenden gut erhaltenen Scheunengrenzen, den Gärten und schönsten Plätzen im Ort geschaffen.
Teilweise werden Wege ausgebaut oder wiederhergestellt. In der Ober-Widdersheimer Straße wird der vorhandene
Bürgersteig verlängert. Durch die innerörtlichen Wege sollen alle neugeschaffenen Bereiche im Ort, wie etwa die im letzten Jahr fertiggestellte Dorfmitte, der Dorftreff, der neugestaltete Bachlauf und der Naturteich, und die bereits vorhandenen Einrichtungen, wie Kinderspielplatz und Backhaus, fußläufig verbunden werden. Die Wege sollen kurze und sichere Verbindungen herstellen und sollen für alle Nutzerinnen und Nutzer, auch mit Rollator oder Kinderwagen, leicht nutzbar sein.
Positive Bilanz
Das Dorfentwicklungsprogramm für Unter-Widdersheim läuft im kommenden Jahr aus. Insgesamt wurden 13 kommunale Projekte unter einem Investitionsvolumen von 480.000 Euro mit 304.000 Euro gefördert. 25 private Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 1,8 Millionen Euro wurden mit insgesamt 475.000 Euro gefördert. Unter-Widdersheim ist nach Stornfels und Wallernhausen der dritte Dorferneuerungsschwerpunkt der Stadt Nidda. Ortsvorsteher Arthur Schneider nutzte den Termin mit Landrat Arnold, um den Verantwortlichen in Kreis und Stadt für die gemeinsame Kraftanstrengung zu danken.
„Jetzt können wir das für alle Unter-Widdersheimer wichtige Projekt „Dorftreff – Dorfgemeinschaftshaus“ realisieren. Dank auch an Wolfgang Wagner, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises „Dorferneuerung“, und seinen unermüdlichen Einsatz, private Haus- und Grundstückseigentümer für Investitionen im Förderprogramm zu gewinnen. Das Ergebnis ist im alten Dorfkern jetzt schon gut sichtbar“, freut sich Arnold.
Wolfgang Wagner, der Vorsitzende des Arbeitskreises „Dorferneuerung Unter-Widdersheim“ schloss sich dem Dank an die Beteiligten an und lobte insbesondere das Engagement der Arbeitskreismitglieder, die den Prozess der Dorferneuerung mit 75 Sitzungen und vielen Außenterminen inhaltlich für das Dorf begleitet haben. „Ich freue mich im Namen aller, dass nun die wichtigsten Ziele erreicht wurden und umgesetzt werden können“, so Wagner.
Freude schließlich auch bei Bürgermeister Hans-Peter Seum. "Ich freue mich über das große anhaltende Engagement der Unter-Widdersheimer und sehe es als besonders beispielhaft an, wie hier eine Lösung gesucht worden ist, ein defizitäres Bürgerhaus in Zukunft wirtschaftlich zu betreiben."
Foto (von links) Wolfgang Wagner, 1. Vors. des Arbeitskreis Dorferneuerung, Rainer Strauch, Stellv. Vors. des Arbeitskreis Dorferneuerung, Bürgermeister Seum, Ortsvorsteher Arthur Schneider, Tina Harth, Hausmeisterin im Dorfgemeinschaftshaus mit ihrer Tochter Lennia und Harald Bechstein, Dipl.-Ing. bei der Stadt Nidda.
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