Zwischen Kuhstall und Kartoffelacker

Wetterau

Seit 16 Jahren gibt es in Hessen das Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“.

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In der Wetterau nehmen rund 28 landwirtschaftliche Betriebe daran teil, in ganz Hessen sind es 200. Beim Treffen der Ortslandwirte in Ranstadt übergab Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler die neuen Hofschilder für die teilnehmenden Betriebe in der Wetterau. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von den hessischen Ministerien für Umwelt und Kultus und dem Hessischen Bauernverband.

Im Wetteraukreis waren neben dem Landwirtschaftsamt, vor allem der ehemalige Kreislandwirt Herwig Marloff, Regionalbauernverband und Brigitte Albrecht als Bezirkslandfrauenvorsitzende Friedberg am Erfolg der Initiative stark beteiligt. „Die Zahl der Landwirte geht zurück, die Höfe werden größer und die Technisierung in der Landwirtschaft schreitet voran. Der Landwirt ist zum Unternehmer geworden, der sich dem Markt stellen muss“, sagte Landwirtschaftsdezernent Jan Weckler in seiner Begrüßung bei der Tagung der Ortslandwirte. Die Produkte der Landwirtschaft haben ihren Preis, weil die Arbeit der bäuerlichen Landwirtschaft es auch wert ist, so Weckler: „Was wir brauchen, sind Landwirte, die von ihrem Einkommen gut leben können.“

Die Wetterau mit ihrer landwirtschaftlichen Tradition als Kornkammer Hessens ist auch eingebunden in den Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main. Eine wachsende Bevölkerung will nicht nur wohnen, sondern auch ein gut ausgebautes Verkehrsnetz nutzen. Gleichzeitig gilt es, wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu schützen. „Dafür müssen wir sensibilisieren und im Einzelfall in der Abwägung auch landwirtschaftliche Belange mit bedenken“, betonte Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler.

„Bauernhof als Klassenzimmer“ ist Öffentlichkeitsarbeit

Für Kreislandwirt Michael Schneller ist das Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“ eine wichtige Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Landwirtschaft. Als Informationsquelle eine nicht zu unterschätzende Ergänzung zu Tierschutzorganisationen und Umweltverbänden. „Bauernhof als Klassenzimmer“ richtet sich unter anderem an Kindergärten und Schulen. 6.000 Kinder konnten so von 2001 bis 2015 erreicht und von der „Landwirtschaft zum Anfassen“ begeistert werden. 2014 wurde die 50-Prozent-Marke geknackt: Da hatte die Hälfte aller Wetterauer Grundschüler einen landwirtschaftlichen Betrieb besucht.

Weil die Kinder von heute die Verbraucher von morgen sind, ist es wichtig, sie beizeiten an einen bewussten Umgang mit Nahrungsmitteln heranzuführen und Wissen über Landwirtschaft zu vermitteln. Die wenigsten Kinder wissen noch von Saat und Ernte, vom Arbeiten auf dem Hof, dem Acker oder im Stall.

Beim „Bauernhof als Klassenzimmer“ können sowohl Neben- als auch Vollerwerbslandwirte mitmachen. Schulen, Kindergärten und Landwirte werden unterstützt von Dörte Striebl, Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises, und Miriam Bienau vom Hessischen Bauernverband. Sie organisieren unter anderem Fachkongresse und Fortbildungen für Lehrer, sind bei der Vor- und Nachbereitung der Hofbesuche mit Rat und Tat behilflich.

Kontakt: Dörte Striebl, Fachdienst Landwirtschaft, Telefon: 06031/83-4216, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Miriam Bienau, Hessischer Bauernverband, Telefon: 06172/7106196, oder: 0171/3045359, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Foto: Einige der Landwirtinnen und Landwirte mit den neuen Hofschildern „Bauernhof als Klassenzimmer“ (vVon links): Andrea Rahn-Farr, Vorsitzende des Regionalbauernverbands, Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler, Miriam Bienau, Hessischer Bauernverband, sechster v.l. Kreislandwirt Michael Schneller. Ganz rechts Dörte Striebl, Fachdienst Landwirtschaft.


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