„Archäologen arbeiten Hand in Hand mit Straßenbau“

Wetterau

„Die notwendigen archäologischen Grabungen im Vorfeld des Baus der Umgehung Wöllstadt kommen gut voran. Die Archäologen arbeiten Hand in Hand mit dem Straßenbau. Dank der guten Abstimmung wird es durch die Grabungen keine zeitlichen Verzögerungen geben“, fasst Landrat Joachim Arnold seinen Besuch an der Baustelle der Umgehung Wöllstadt zusammen.

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Für Verdruss sorgen allein die vielen unliebsamen Besucher, die nachts sinnlos die Baucontainer aufbrachen.

Das Gebiet rund um Wöllstadt ist wie die gesamte zentrale Wetterau wegen seiner klimatisch günstigen Lage und der besten Böden ein uraltes Siedlungsgebiet. Auch die im Zuge des Baus der Ortsumgehung Wöllstadt notwendigen Grabungen liefern Nachweise, dass hier bereits vor 7000 Jahren gesiedelt wurde. Die Grabungen werden weitere Informationen über die Siedlungsgeschichte der Gemarkung liefern. „Von Anfang an stand die Kreisarchäologie mit der Straßenbauverwaltung in engem Kontakt, so dass die Grabungen eng mit dem Bauzeitplan vertaktet werden konnte. So erfolgten die ersten archäologischen Untersuchungen im Bereich der notwendigen Baustraßen, nun sind die Abschnitte der geplanten Brückenbauwerke an der Reihe“, erläutert Landrat Arnold die Reihenfolge der Grabungen.

Mit Spaten, Kellen und Pinsel ist das Team von Grabungsleiterin Jessica Meyer derzeit trotz der noch winterlichen Witterung täglich von früh bis spät am Werk. Die gefundenen Siedlungsreste und Keramikscherben werden erfasst und katalogisiert. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse vervollständigen das Wissen über die Besiedelung der heutigen Wetterau in der Jungsteinzeit.

„Auch wenn die Funde nur von wissenschaftlicher Bedeutung sind, werden sie ebenfalls wie hochwertige Geräte nachts nicht vor Ort gelagert. Die Zeitgenossen, die schon mehrfach sinnlos die Baucontainer gewaltsam aufgebrochen haben, fanden nur einfaches, jahrelang benutztes Handwerkszeug vor. Der materielle Schaden ist aber beträchtlich und die Hilfen zur polizeilichen Ermittlungen führen zu unnützen Zeitverschwendungen“, äußert Landrat Arnold seinen Unmut über den Vandalismus.

„Trotzdem tun wir alles dafür, dass die notwendigen begleitenden archäologischen Grabungen die dringend benötigte Umgehung Wöllstadt nicht verzögern, sondern schneller nach vorne bringt“, bekräftigt Landrat Arnold seinen Willen, sich auch weiterhin für einen zügigen Bauverlauf einzusetzen.

Foto: Landrat Joachim Arnold und Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal vor Ort bei den archäologischen Grabungen im Bereich der Ortsumgehung Wöllstadt. Mit dabei Grabungsleiterin Jessica Meyer und ihr Kollege Werner Feth.


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