Zahlreiche Bürgermeister folgten der Einladung von Hessen Mobil und Landrat Joachim Arnold zur Fachkonferenz Straßenbau 2013 am vergangenen Montag (15. April 2013) in den Plenarsaal des Friedberger Kreishauses.
Zahlreiche Bürgermeister folgten der Einladung von Hessen Mobil und Landrat Joachim Arnold zur Fachkonferenz Straßenbau 2013 am vergangenen Montag (15. April 2013) in den Plenarsaal des Friedberger Kreishauses.

Ziel war die frühzeitige Information der Kommunalverwaltungen in Sachen Straßenbau. Immerhin werden in diesem Jahr rund 30 Millionen Euro in der Wetterau verbaut. Die Zahl der ganz großen Investitionen ist aber nach Abschluss der Konjunkturprogramme von Bund und Land zu Ende.
Hessenweit werden im laufenden Jahr rund 700 Millionen Euro für den Straßenbau investiert. Ein Großteil davon fließt allerdings in die Erhaltung und Sanierung von Bauwerken. Vor allem die in den 60er Jahren gebauten Stahlbetonbrücken sind in die Jahre gekommen und erfordern erhebliche Summen für die Instandhaltung.
Landrat Arnold und der Regionalbevollmächtigte Rhein-Main von Hessen Mobil, Alexander Pilz, baten um Verständnis für mögliche Einschränkungen, Behinderungen und Vollsperrungen im Rahmen des Straßenbaus. „Wenn die Straße wieder frei gegeben ist und der Verkehr fließt, dann sind alle froh. Vorher gibt es allerdings oftmals Unmut über notwendige Sperrungen. Wir versuchen die Einschränkungen so gering als möglich zu halten. Manchmal geht es aber einfach nicht ohne eine Vollsperrung.“
Die erste Vollsperrung erwartet Autofahrer auf der A 5 schon am kommenden Wochenende. Hier wird die Unterführung der Landesstraße 3132 in zwei Bauabschnitten abgebrochen und neu gebaut. Insgesamt wird es sechs Mal zu Vollsperrungen vor allem am Wochenende kommen.
Eine weitere wichtige Baumaßnahme an der Autobahn 5 betrifft die elf Kilometer lange Strecke zwischen den Anschlussstellen Ober-Mörlen und Friedberg. Hier soll der Standstreifen ertüchtigt werden, als Voraussetzung zur temporären Nutzung des Standstreifens für den Verkehr. Die Zahl der Fahrbahnen bleibt auch während der Bauarbeiten bei drei in jeder Richtung, allerdings bei geringerer Straßenbreite. Die rechte Fahrbahn und der Standstreifen erhalten als Deckschicht eine neue Asphaltoberfläche, einen so genannten „Porous Mastic Asphalt“, ein selbst verdichtendes Material, das nicht gewalzt werden muss.
Der feinkörnige bindemittelreiche Mörtel setzt sich in den Hohlräumen des Splittgerüstes der Straße während des Einbauvorgangs nach unten ab. Dadurch entsteht innerhalb dieser Deckschicht eine Verteilung der Hohlräume, die nach unten abnimmt. Die dadurch entstehende Oberflächenstruktur bewirkt eine deutliche Lärmminderung. Die Arbeiten sollen in der Zeit von Mai bis August dieses Jahres durchgeführt werden.
An der A 45 haben die Arbeiten für den Ausbau der beiden Parkanlagen „Hohe Berg“ und an „Auf der Nachtweide“ zwischen den Anschlussstellen Florstadt und Wölfersheim bereits begonnen. Hier sind die Fahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen eingeschränkt, die Parkplätze sind während der Arbeiten voll gesperrt. Insgesamt entstehen hier 153 neue Parkplätze, knapp die Hälfte davon für Lkws. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Ende des Jahres gehen.
Im Juli beginnen dann die Arbeiten zur Sanierung der Überführung der B 455 über die A 45 zwischen Wölfersheim und Berstadt. Die Arbeiten zur Brückensanierung werden ungefähr ein Jahr dauern.
Ehren-Spaten für Bürgermeister Götz
Ein besonderes Geschenk hat Regionalbevollmächtigter Alexander Pilz dem früheren Wöllstädter Bürgermeister Alfons Götz mitgebracht. Einen mit den hessischen und deutschen Farben geschmückten Originalspaten vom Spatenstich der Ortsumgehung Wöllstadt aus dem vergangenen Jahr.
Damit, so Pilz, wolle man das besondere Engagement und das zielstrebige Wirken des früheren Wöllstädter Bürgermeisters für die dringend notwendige Ortsumgehung von Wöllstadt würdigen. „Die Arbeiten, die voraussichtlich bis Herbst 2016 gehen, werden in drei Bauabschnitten durchgeführt. Die Bauvorbereitungen laufen schon. Die ersten Bauwerke in diesem Jahr entstehen. Jetzt geht es richtig los!“, freute sich auch Landrat Arnold.
Auch für die Ortsumgehung Karben/Groß Karben und den Ausbau der Kreisstraße 246 laufen die Vorbereitungen. Baustraßen werden errichtet und Leitungen verlegt. Zu verkehrlichen Beeinträchtigungen wird es während der Bauarbeiten bis Ende 2016 nur kurzfristig im Zuge der Anbindung an den Bestand kommen.
Bis Ende Juni 2013 werden die Arbeiten für die Instandsetzung der Usa-Brücke und der Deckenerneuerung K 22 im Bereich der Ortsdurchfahrt Friedberg dauern. Die Arbeiten waren insbesondere durch Hochwasserereignisse komplizierter als ursprünglich gedacht. Genau im Zeitplan sind die Arbeiten für die größte Kreisstraßen-Baumaßnahme, nämlich der Ortsumgehung Rosbach/Nieder-Rosbach. Der erste Spatenstich für den dritten Bauabschnitt wurde unlängst durchgeführt. Bis November 2013 soll die Ortsumgehung fertiggestellt werden. Schon heute profitiert die Stadt erheblich von der Ortsumgehung.
Der Ausbau der Ortsdurchfahrt im Butzbacher Stadtteil Münster ist noch im Förderantragsverfahren. „Das Baurecht liegt allerdings vor. Wir wollen den Förderbescheid für November 2013 beantragen, sodass dann spätestens im März 2014 die Bagger zum Ausbau der Ortsdurchfahrt in Münster anrücken können“, gibt sich Landrat Arnold zuversichtlich.
Eine Gemeinschaftsmaßnahme zwischen dem Wetteraukreis und der Stadt Friedberg betrifft die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt in Friedberg/Ockstadt. Hier sind noch Restarbeiten aus der Maßnahme Ortsumgehung Friedberg abzuarbeiten. Eine neue Decke wird die Kreisstraße 234 ab Kloster Engelthal bis zum Anschluss an die Landesstraße 3189 in den Sommerferien erhalten.
Zeit der großen Projekte vorbei
„Mit Auslaufen der Konjunkturprogramme von Bund und Land ist die Zeit der großen Straßenbauprojekte vorbei“, erläuterte Regionalbevollmächtigter Alexander Pilz. „Dass wir Deckenerneuerungen auf fünf oder gar 12 Kilometer Länge auf einen Rutsch durchführen konnten, wird erst einmal nicht wieder geschehen.“
Die Deckenerneuerung der Bundesstraße 275, Ortsdurchfahrt Florstadt/Nieder-Florstadt bis hin zur Ortsdurchfahrt Florstadt/Staden, auf einer Strecke von 4,8 Kilometer, geht dem Ende entgegen. Es stehen nur noch einige Markierungsarbeiten aus, dann ist die Baumaßnahme abgeschlossen.
Ebenfalls kurz vor dem Bauabschluss ist die Deckenerneuerung auf der B 275 zwischen Usingen/Wernborn und dem Anschluss B 3 bei Nieder-Mörlen in einer Länge von 12,7 Kilometer. Ausgenommen ist ein Teilstück der Ortsdurchfahrt in Ober-Mörlen. Auf einer Länge von 500 Metern müssen hier noch Kanalbauarbeiten durchgeführt werden, danach wird die Straßendecke erneuert. Die Bauarbeiten beginnen im Mai dieses Jahres und werden voraussichtlich im November abgeschlossen sein.
Im November 2013 sollen auch die Arbeiten für eine Deckenerneuerung und eine Brückensanierung der Bundesstraße 257; Ortsdurchfahrt Büdingen/Büches in Richtung Ortenberg/Bleichenbach, abgeschlossen sein. Im Sommer 2013 beginnen die Arbeiten für die Deckenerneuerung der Bundesstraße 521, Altenstadt/Lindheim einschließlich der Straßenbrücke über die Eisenbahn bei Lindheim. Die Arbeiten sollen bis Oktober 2013 abgeschlossen sein.
So wie entlang der Autobahn etliche Brücken saniert werden müssen, trifft das auch Landes-, Kreis- und Bundesstraßen, etwa in der Ortsdurchfahrt Hirzenhain/Glashütten. Hier muss die Brücke über den Hillersbach saniert werden. Die Arbeiten haben bereits im vergangenen Jahr begonnen und sollen im Oktober dieses Jahres beendet werden.
Die Landesstraße 3184 führt in der Ortsdurchfahrt Ranstadt/Bobenhausen über und zum Teil entlang des Laisbaches. Hier muss sowohl die Brücke als auch die Uferstützwand instand gesetzt werden. Die Arbeiten, die im September 2012 begonnen haben, sollen im Juli dieses Jahres abgeschlossen sein.
Zu erheblichen Belastungen führt die Sperrung der Landesstraße 3187 für Lkws. Grund dafür ist die Sperrung der denkmalgeschützten Sandsteinbrücke über die Horloff. Die Brücke bei Reichelsheim muss dringend saniert werden. Die Arbeiten sollen im Mai beginnen und bis Oktober 2013 abgeschlossen sein.
Eine neue Decke erhält die Landesstraße 3188, Niddatal/Ilbenstadt bis zur Anschlussstelle der Kreisstraße 243. Für die Arbeiten an der 2,6 Kilometer langen Strecke werden die Monate Juni bis August 2013 eingeplant. Bereits im vergangenen Jahr haben die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt Glauburg/Stockheim auf der Landesstraße 3190 begonnen. „Nach der Kanal- und Gehwegerneuerung durch die Gemeinde und die Grunderneuerung der Straße sind wir jetzt mit den Arbeiten auf der Ziellinie“, erläuterte Alexander Pilz.
Eine sehr aufwendige, auch aus ingenieurstechnischer Sicht, Baumaßnahme betrifft die Ortsdurchfahrt Kefenrod/Bindsachsen einschließlich der Überführung über den Wolfsbach und dem Bau einer Stützwand. Die Arbeiten haben bereits im Oktober 2009 begonnen und sollen im April des kommenden Jahres abgeschlossen sein.
Alexander Pilz scheute auch ein weniger angenehmes Thema nicht, nämlich die missratenen Oberflächenbehandlungen an einer ganzen Reihe von Kreis- und Landesstraßen, insbesondere im Bereich Büdingen und Ortenberg. „Wir können uns bis heute die Panne nicht erklären, zumal mit den Oberflächenbehandlungen ein gängiges Verfahren eingesetzt wurde.“
Dem Hinweis, statt der Oberflächenbehandlung eine Deckenerneuerung durchzuführen, begegnete Pilz mit den Kosten. „Eine Deckenerneuerung ist zehn Mal teurer als die Oberflächenbehandlung.“ Derzeit ist man in Verhandlungen mit der Baufirma, um auch die letzten finanziellen Fragen zu klären.
Foto: Unser Bild zeigt den Regionalbevollmächtigten Alexander Pilz (Hessen Mobil) bei der Überreichung des Ehren-Spatens an Wöllstadts früheren Bürgermeister Alfons Götz zusammen mit Landrat Joachim Arnold.
Foto: Landrat Joachim Arnold, Alexander Pilz und Helmut Klein (Baudezernent bei Hessen Mobil in Gelnhausen).
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