„Brauchen aus Eigeninteresse eine geregelte Einwanderung“

Wetterau

„Deutschland ist trotz fehlender klarer gesetzlichen Regelungen faktisch längst zum Einwanderungsland geworden. Wir sind aus ökonomischen und demographischen Gründen dringend auf Einwanderung angewiesen, deshalb brauchen wir eine geregelte Einwanderung aus Eigeninteresse!“, sagt Wetteraus Landrat Joachim Arnold.

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Er hatte sich persönlich für das Projekt Ausländerbehörden – Willkommensbehörden eingesetzt. Nun ließ er sich nach den ersten Schritten über den Fortgang aus erster Hand berichten.

Der Wetteraukreis hatte sich mit seinem Fachdienst Aufenthaltsrecht um die Teilnahme an dem bundesweiten Projekt beworben, mit dem Ausländerbehörden sich zu Willkommensbehörden entwickeln sollen. „Wir wurden aus 16 hessischen Bewerbern ausgewählt und nehmen seit kurzen mit neun anderen Landkreisen aus anderen Bundesländern an diesem national organisierten Projekt teil.

Das Projekt „Ausländerbehörde - Willkommensbehörde“ wird von einer wissenschaftlichen Forschungseinrichtung begleitet. Dieser Tage fand ein Abstimmungsgespräch mit Derya Can und Merlin Klein vom Institut für interkulturelle Management- und Politikberatung in Düsseldorf (imap GmbH) und Mitarbeitern der Kreisverwaltung statt. „Dort sorgt unser Fachdienstleiter Holger Gajewski als Projektleiter für die Umsetzung.“, so der Wetterauer Landrat.

Arnold betonte im Gespräch mit den Spezialisten, dass die für das Aufenthaltsrecht von Ausländer im Kreis verantwortliche Fachstelle des Wetteraukreises nicht nur juristisch sehr gut aufgestellt sei, „wir haben auch ein hohes Maß an Kundenorientierung“. Dennoch habe es in der Vergangenheit zu einzelnen Fällen eine schlechte Presse gegeben. Der gesetzliche Spagat, nämlich einerseits auch manchmal durchsetzen zu müssen, dass nicht jeder der will im Land bleiben kann, andererseits auch Willkommensbehörde zu sein, sei nicht einfach.

Im Rahmen des Projektes sollen interne Prozesse und Abläufe weiterentwickelt werden, die Vernetzung mit anderen Behörden, Institutionen aber auch mit Interessensvertretungen vorangebracht werden und kundenorientiertes Handeln und interkulturelle Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestärkt werden. „Am Ende sollen Empfehlungen für alle deutschen Ausländerbehörden entwickelt werden.“, so Landrat Arnold zur großen überörtlichen Bedeutung des Projektes Ausländerbehörden – Willkommensbehörden.

Zur Koordinierung wird ein Projektbeirat eingerichtet dem neben dem Bundesamt und den teilnehmenden Ländern und Ausländerbehörden auch Experten aus den Bereichen Migration und Integration angehören. „Mit der Teilnahme an dem Projekt und der damit erhofften externen Unterstützung wollen wir unsere Vorstellungen zur Integration von Ausländern in unsere Gesellschaft noch besser umsetzen“, so Landrat Arnold zur generellen Zielsetzung des Wetteraukreises.

Foto (von links): Landrat Joachim Arnold, Merlin Klein von Imap GmbH und Fachstellenleiter Holger Gajewski.


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