Unwetter in Wallernhausen: Kein Fußball für Fluthelfer

Wetterau

Den Fußballabend haben sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte in der nordöstlichen Wetterau sicherlich anders vorgestellt.

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unwewallernunwewallern1Statt der Nationalmannschaft beim Gewinn der vierten Weltmeisterschaft zuzuschauen, wurde zum Großeinsatz gerufen Die ersten Meldungen kamen um 16 Uhr: „Nach wolkenbruchartigen Regenfällen auf einen Boden, der keinen Tropfen Wasser mehr aufnehmen konnte, haben sich harmlose Bäche in reißende Ströme verwandelt.“ Der gerade einmal acht Kilometer lange Rambach, der Wallernhausen durchfließt, schickte eine fast zwei Meter hohe Flutwelle durch den Niddaer Stadtteil, die zu erheblichen Beschädigungen führte. Autos wurden fortgespült, der Mannschaftswagen der Feuerwehr Wallernhausen, die gerade dabei war, eine Spundwand zu setzen wurde über einen 1,5 Meter hohen Zaun gehoben.

Am stärksten betroffen waren neben Nidda Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Ortenberg und Ranstadt. Mehr als 300 Einsatzkräfte waren teilweise bis nach Mitternacht im Einsatz und sind heute Morgen wieder mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Neben den Einsatzkräften der betroffenen Kommunen wurden auch überörtliche Kräfte aus , Altenstadt, Bad Vilbel, Büdingen, Echzell, Kefenrod, Limeshain, Niddatal und Reichelsheim zum Einsatz gerufen. Nachbarschaftliche Hilfe gab es aus dem Main-Kinzig-Kreis, der drei Lkw-Ladungen mit Sandsäcken kurzfristig bereitstellte. Die Gesamtkoordination der überörtlichen Kräfte lag beim Führungsstab des Katastrophenschutzes Wetterau. Wie Landrat Joachim Arnold mitteilte, gab es Hunderte vollgelaufener Keller, zum Teil sind in den Kellern Öltanks umgekippt. Der ausgelaufene Ölschlamm musste durch Spezialfirmen entsorgt werden.

Doch nicht nur Wohnhäuser waren von der Hochwasserwelle betroffen, auch Betriebsgebäude, Gewerbebetriebe und Lebensmittelläden meldeten Land unter. „Bei aller Dramatik des Einsatzes bin ich dankbar für den Beweis, wie hervorragend organisiert unsere ehrenamtlichen Kräfte sind. Die Einsatzbereitschaft dieser freiwilligen Helferinnen und Helfer kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, dafür möchte ich ganz herzlich danken“, sagte Landrat Joachim Arnold, sichtlich betroffen von dem Ausmaß der Schäden durch diese Hochwasserwelle. Jetzt gilt es erst einmal aufzuräumen und die Schäden zu begutachten.

Foto: In kürzester Zeit wurde aus dem friedlichen Rambach ein reißender Strom der sich mit einer zwei Meter hohen Flutwelle durch Wallernhausen ergoss.

Foto: Auch diesen Tank hat der Rambach mit sich gerissen.


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