Zuwanderung tut der Wetterau gut

Wetterau

Die Diskussion um den demografischen Wandel hat es deutlich gemacht. Deutschland ist ein Land, das dringend auf Zuwanderung angewiesen ist, schon allein um die sozialen Sicherungssysteme auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten finanzieren zu können.

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„Deutschland ist ein weltoffenes Land, die meisten Mitmenschen sehen das genauso. Das haben viele Umfragen ergeben. Auf dem Weg zu einer echten Willkommenskultur sind allerdings noch einige Schritte zurückzulegen. Ich bin aber optimistisch, dass uns das gemeinsam gelingen wird“, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Helmut Betschel. In einer kleinen Serie wollen wir Menschen vorstellen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in unser Land gekommen sind, die aber sich in einem Punkt einig sind. Sie wollen ihr Leben selbst in die Hand nehmen und für ihren Unterhalt selbst aufkommen.

Als Christ habe ich in Syrien keine Chance

Tarek Alnakoula ist 28 Jahre alt. Nach einem Medizinstudium in Damaskus hat er in einer Klinik, unweit der syrischen Hauptstadt, die Facharztausbildung zum Kardiologen begonnen. „Als Christ habe ich keine Zukunft mehr gesehen. Meine Familie, meine Eltern, mein Bruder, leben noch in Damaskus, aber es wird immer schwieriger in dem Land. Vor allem dort, wo die fundamentalistischen Rebellen die Macht übernehmen, wird es regelrecht gefährlich. Bewaffnete Jugendliche kamen in unser Krankenhaus. Wenn jemand in Verdacht stand, für die Regierung zu arbeiten oder Christ zu sein, wurde er ohne große Umstände erschossen. Ich hatte Glück. Sie wussten von meiner Religionszugehörigkeit nichts.“

Über den Libanon, die Türkei, Griechenland, Italien und Frankreich ist Tarek Alnakoula nach Deutschland gekommen. „Das war von Anfang an mein Ziel, ich habe Freunde hier und glaube, dass ich als Mediziner gute Chancen in Deutschland habe.“ Deutsch als Sprache findet Tarek Alnakoula, anders als viele andere Migranten, als nicht so schwierig. Nach einem Jahr intensiven Lernens spricht er nahezu fließend Deutsch. Jetzt fehlt ihm nur noch ein weiterer Sprachkurs mit entsprechender Zertifizierung, um die Zulassung als Mediziner zu bekommen.

„Ich will als Kardiologe im Krankenhaus arbeiten.“ Ein Praktikum hat er mittlerweile schon in einer Bad Nauheimer Klinik absolviert. Dort wurde ihm auch eine Stelle in Aussicht gestellt. „Der Alltag als Flüchtling gestaltet sich schwierig. Ich habe viel freie Zeit und würde so gerne arbeiten, aber das ist leider noch nicht möglich.“ Alnakula bedauert, dass er nach seinem letzten Sprachtest nicht den nächsten Kurs direkt anschließen konnte, da hapert es manchmal an entsprechenden kurzfristigen Behördenterminen, um endlich den ersehnten Abschlusskurs zu machen. „Die Gesetze in Deutschland sind gut, aber manchmal wünsche ich mir etwas mehr Flexibilität. Manch einer geht seinen Weg durch die Sprachkurse langsam und bedächtig, der andere ist viel schneller. Ich würde eben gerne etwas Sinnvolles tun.“

In seiner Freizeit tut Tarek Alnakoula das auch. So besucht er regelmäßig eine ältere Dame von über 80, liest mit ihr die Bibel und spricht Deutsch. In der Kirchengemeinde in Butzbach hat er Freunde gefunden. Hier lebte er für fünf Monate, nachdem er das Erstaufnahmelager in Gießen verlassen konnte. Mit einem Landsmann wohnt Tarek Alnakoula in Bad Nauheim, wo er mittlerweile eine kleine Wohnung gefunden hat. Das war ein großes Glück. Wenn alles gut läuft, könnte Tarek Alnakoula schon im kommenden Sommer seine Zulassung bekommen und die ersehnte Stelle in der Klinik antreten.

Integrationskurse bei FAB

Frauen, Arbeit Bildung (FAB) in Friedberg bieten sogenannte Integrationskurse für Migrantinnen und Migranten an. „Diese Kurse stehen allen Menschen mit Migrationshintergrund zu. Asylbewerber haben darauf allerdings erst nach ihrer Anerkennung einen Anspruch. Die Kurse umfassen 600 Stunden und vermitteln nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch Kenntnisse über das Leben in Deutschland. Am Ende der Kurse haben die Teilnehmer den Nachweis des sogenannten BA-Niveaus, die Voraussetzung für die Einbürgerung in Deutschland. Die Nachfrage“, so Irmhild Neidhardt von FAB „ist groß. Die Menschen, die zu uns kommen, wollen lernen. Sie wollen ihren Beitrag zur Entwicklung unseres Landes leisten.“


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