Eine Ausstellung zum Thema „Asyl ist Menschenrecht“ ist derzeit in Form von 26 großformatigen Plakaten im Friedberger Kreishaus zu sehen.
Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel hat die Ausstellung zusammen mit Vertretern der AntifaBI am heutigen Mittwoch (4. März) eröffnet. „Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen“, so heißt es in Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Heute sind mehr als 50 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, so viele wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die meisten Flüchtlinge finden Schutz in der Region, meist im Herkunftsland oder in den direkten Nachbarstaaten. Nach Deutschland kamen rund 0,4 Prozent dieser gewaltigen Flüchtlingszahl. Die von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl zusammengestellte Ausstellung macht deutlich, „dass die Herausforderungen an uns und an die Staaten Europas, sich ihrer Verantwortung für den Schutz der Menschen zu stellen, wächst“, sagte Sozialdezernent Betschel bei der Eröffnung der Ausstellung.
Viele sterben auf dem Weg in die Freiheit
In der Ausstellung wird der Frage nachgegangen, was die Staaten Europas unternehmen, um den humanitären und politischen Anforderungen gerecht zu werden? Wie agieren sie gegenüber Flüchtlingen an ihren Grenzen? Wie sieht es mit der Bereitschaft aus, Menschen aufzunehmen und ihnen eine Lebensperspektive zu geben? Die Ausstellung schildert die Lage in Kriegs- und Krisengebieten sowie den Nachbarregionen. Sie informiert über Fluchtursachen und Fluchtwege und berichtet über die Situation, an den EU-Außengrenzen sowie im Inneren Europas und Deutschlands.
Flüchtlinge kommen ins Gefängnis
Immer wieder werden auch einzelne Fälle vorgestellt, die deutlich machen, wie dramatisch die Lage vieler Flüchtlinge ist. In manchen Ländern Europas werden Flüchtlinge wie Straftäter behandelt. In Malta werden alle neu ankommenden Flüchtlinge ausnahmslos inhaftiert“, berichtet Pro Asyl. Asylbewerber sind übrigens nur eine kleine Gruppe der Einwanderer nach Deutschland. „Im Jahr 2013“, so Pro Asyl, „kamen 884.000 Menschen nach Deutschland; davon haben 110.000, das sind etwas mehr als 12 Prozent, einen Asylantrag gestellt. Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Betschel mahnt deshalb die Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen dringend an. Gut sei, dass die Möglichkeit zur Arbeitsaufnahme erleichtert wurde; allerdings gilt für die ersten drei Monate nach wie vor ein absolutes Arbeitsverbot.
Sozialdezernent Betschel fordert mehr Sprachkurse
Sozialdezernent Betschel spricht sich für eine bessere und schnellere Vermittlung von Deutschkenntnissen aus. Dafür müssten allerdings die entsprechenden Finanzmittel vom Bund bereitgestellt werden. Zudem müsste das Bundesamt mehr Fortbildungen zum Erwerb des Zertifikats für die Befähigung Integrationskurse durchzuführen bereitstellen und die Voraussetzungen zur Anerkennung im Bezug auf abgeleistete Unterrichtsstunden entschärft werden.. Derzeit fehlt es an anerkannten Deutschlehrerinnen für diese Personengruppe. „Dann könnten viele Flüchtlinge auch schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Ein Ziel, dass die meisten Flüchtlinge haben. Viele Flüchtlinge leiden darunter, zur Untätigkeit verdammt zu sein.
Die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ wird im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im ersten Obergeschoss des Friedberger Kreishauses, Gebäude B, während der üblichen Öffnungszeiten, montags bis mittwochs von 7:30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr, gezeigt. Die Ausstellung endet am Montag, dem 30. März.
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