Eine Bürgermeisterin und zahlreiche Bürgermeister, Kreistagsabgeordnete und für den Straßenbau zuständige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunalverwaltungen folgten der Einladung von Hessen Mobil und Landrat Arnold zur Fachkonferenz Straßenbau 2015 am Montag (13. April) im Plenarsaal des Friedberger Kreishauses.
Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel begrüßte in Vertretung von Landrat Arnold die Gäste und betonte die Notwendigkeit früher Information. „Wer früh informiert, hat gute Chancen, Projekte konfliktfrei umzusetzen.“ Zu den größten Infrastrukturprojekten in der Wetterau zählte Betschel die Ortsumgehung von Ober- und Nieder-Wöllstadt und die Nordumgehung Karben. Für den Wetteraukreis als Bauträger sind vor allem die Arbeiten an den Kreisstraßen 202 Nidda-Fauerbach und Nidda-Wallernhausen sowie der Kreisstraße 232 zwischen Altenstadt-Höchst und der Landesstraße 3189 von Bedeutung.
Alexander Pilz, Regionalbevollmächtigter Rhein/Main von Hessen Mobil, betonte, dass die großen Infrastrukturprogramme des Bundes und des Landes abgearbeitet sind und man in den Normalmodus wieder zurückgekehrt ist. Zu den großen Arbeiten gehört die grundhafte Erneuerung des Standstreifens und des ersten Fahrstreifens sowie Deckenerneuerung des zweiten und dritten Fahrstreifens der A 5 von der Anschlussstelle Ober-Mörlen zur Anschlussstelle Butzbach (Fahrtrichtung Norden). Die Arbeiten sollen von Juni bis November 2015 durchgeführt werden, die Fahrspuren bleiben erhalten. Ohne Auswirkungen auf die Verkehrsführung ist die Fortsetzung der Erweiterung des Parkplatzes und der WC-Anlage Stauferberg/Ost in beiden Fahrtrichtungen. Die Arbeiten haben im September des vergangenen Jahres begonnen und werden voraussichtlich im Oktober abgeschlossen sein.
In Sachen Ortsumgehung Wöllstadt rechnet Helmut Klein, Dezernatsleiter Bau Mittelhessen von Hessen Mobil, mit Abschluss der Arbeiten gegen Ende des kommenden Jahres. Bis zum Juli des Jahres soll die Instandsetzung der Brücke auf der B 275 über die Nidder bei Ortenberg-Selters abgeschlossen sein. Hier kündigte Klein an, dass der Bund sich jetzt in der Pflicht sieht und als Baulastträger die Finanzierung nicht nur der Instandsetzung der Brücke, sondern auch des dazugehörigen Radweges übernimmt. Der Bund hat entsprechende Planungsaufträge für einen kombinierten Rad- und Gehweg von Ortenberg zur Gesamtschule Konradsdorf vergeben mit dem Ziel, Baurecht zu schaffen. Das ist eine wesentliche Veränderung, zumal Hessen Mobil in den letzten Jahren die Stadt Ortenberg als Baulastträger für den Rad- und Gehweg in der Pflicht gesehen hat.
Zu Einschränkungen für Autofahrer wird es von Juli bis September auf der Bundesstraße 275 Ortenberg-Lißberg bis einschließlich Ortsdurchfahrt Hirzenhain geben. Während die Ortsdurchfahrt mit halbseitiger Sperrung realisiert wird, soll auf freier Strecke während der Sommerferien eine Vollsperrung gelten. Die Grunderneuerung der B 455/B 457 im Bereich Nidda-Harb ist weitgehend abgeschlossen, und Restarbeiten sollen bis Juni beendet werden. Danach geht es weiter auf der B 455 zwischen Nidda-Unter-Schmitten und der Ortsdurchfahrt Nidda-Ober-Schmitten mit der Deckenerneuerung auf der freien Strecke bis zur Ortsdurchfahrt und in der Ortsdurchfahrt mit einer Grunderneuerung. Die Arbeiten sollen im Mai 2015 beginnen und voraussichtlich bis Oktober des kommenden Jahres dauern. Dabei ist eine halbseitige Sperrung der Straße vorgesehen. Weitgehend abgeschlossen ist die Grunderneuerung der B 457 Büdingen-Büches bis zum Joh-Kreisel.
Für Büdingen ist der Ausbau der Landesstraße 3195 von Hammersbach-Langenbergheim nach Büdingen-Eckhartshausen von großer Bedeutung. Hier wird die Straße ab September 2015 ausgebaut und ein Rad- und Gehweg realisiert. Im Rahmen umfangreicher Arbeiten in der Ortsdurchfahrt Kefenrod wird die Fahrbahn neu hergestellt und ein sicherer Gehweg in der Ortsdurchfahrt errichtet. In drei Bauabschnitten wird die Ortsumgehung Karben/Groß-Karben realisiert. Die Arbeiten wurden vor zwei Jahren begonnen und sollen bis Ende des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Der Ausbau der Kreisstraße 246 von Karben nach Nidderau könnte theoretisch sofort begonnen werden. Der Wetteraukreis hat die entsprechenden Mittel bereitgestellt. Vom Main-Kinzig-Kreis, der ebenfalls an der Finanzierung und Realisierung der Straße beteiligt ist, gibt es noch keine entsprechenden Signale.
Die Kreisstraße 202 wird ab der Ortsdurchfahrt Fauerbach bis nach Wallernhausen ausgebaut. Die Ortsdurchfahrt in Fauerbach soll bei Vollsperrung und innerörtlicher Umleitung in den Monaten September bis November realisiert werden. Die Strecke bis nach Wallernhausen soll dann bis Oktober 2016 fertiggestellt werden; auch hier wird es aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen eine Vollsperrung mit Umleitungsempfehlung geben. Die letzte Maßnahme betrifft die Kreisstraße 232 zwischen Altenstadt-Höchst und der Landesstraße 3189. Hier soll in den Sommerferien die Deckenerneuerung bei Vollsperrung stattfinden.
Intensives Nachfragen von Seiten der Bürgermeister gab es insbesondere hinsichtlich der Fahrbahnerneuerung zwischen Ranstadt-Bobenhausen und Ortenberg-Wippenbach. An diesem Beispiel machte Alexander Pilz von Hessen Mobil den Ablauf solcher Straßenbaumaßnahmen deutlich. Die Straßen werden regelmäßig untersucht; dabei wird eine Dringlichkeitsbewertung erstellt, die mehrere Aspekte beinhaltet. Neben dem Straßenzustand spielen die Nutzungshäufigkeit und die Verkehrsbedeutung auch für den ÖPNV eine entscheidende Rolle. Die Abarbeitung der gesammelten Bewertungen erfolgt dann entsprechend der Haushaltsmittel. „Das ist ein objektives Verfahren mit nachvollziehbaren Kriterien“, so Alexander Pilz.
Die Straße zwischen Ober-Mockstadt und Dauernheim ist ebenfalls in keinem besonders guten Zustand. Dr. Johannes Fertig, Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung und Umwelt beim Wetteraukreis, betonte, dass es hier schon erste Vorentwürfe gibt. Die Realisierung hängt allerdings von der Zuweisung entsprechender Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz ab. Kurz- und mittelfristig könnten hier keine Aussagen hinsichtlich der Realisierung getroffen werden. Niddatals Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel fragte nach der Ortsdurchfahrt Niddatal-Bönstadt und der Erneuerung der Straßenverbindung zwischen Assenheim und Bruchenbrücken. Auch hier sind es vor allem die fehlenden Mittel, die einer schnellen Realisierung entgegenstehen.
Foto: Unser Bild zeigt Ersten Kreisbeigeordneten Helmut Betschel mit dem Regionalbevollmächtigten für das Rhein-Main-Gebiet von Hessen Mobil, Alexander Pilz.
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