Seit 1996 treffen sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Gruppe „Flüstertüte“ um Zeitungstexte mit regionalem Bezug aufzunehmen.
Seit 1996 treffen sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Gruppe „Flüstertüte“ um Zeitungstexte mit regionalem Bezug aufzunehmen.
Die Aufnahmen werden speziell für Blinde aufbereitet und diesen kostengünstig zur Verfügung gestellt. Kürzlich traf sich Kreisbeigeordneter Helmut Betschel mit der Sprecherin der Gruppe Boda-Maria Fuchs, um sich zu informieren und auf das Angebot aufmerksam zu machen. Blinden Menschen bleibt als Informationsquelle fast nur der Ton von Fernseh- und Radiosendungen. Das reicht aus, um über Geschehnisse im nationalen und internationalen Raum informiert zu werden. Sie haben jedoch oft keine Chance das lokale und kommunale Tagesgeschehen zu verfolgen, ihnen fehlen die Nachrichten aus der Tagespresse.
Diesen Missstand zu beheben hat sich ein loser Zusammenschluss von Menschen vorgenommen, der sich selbst „Flüstertüte“ nennt. Einmal pro Woche treffen sie sich, werten die Zeitungen aus und sortieren sie nach Ressorts mit lokalem Bezug. Die Themen Wirtschaft, Lokalpolitik, Veranstaltungen, Verbrauchertipps und Gesundheit, Wissenschaft und Forschung und Kultur werden anschließend vertont. Die Aufbereitung der Texte für die Belange der Blinden übernimmt der ATZ e.V., der Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde herstellt. Die „Wetterauer Flüstertüte“ erscheint jede Woche als CD im Daisy-/MP3-Format. Sie kann wie jede Zeitung abonniert werden. Das Abo kostet jährlich 48 Euro.
Angelika Janke, blinde Mitarbeiterin beim Wetteraukreis zeigte sich über das Angebot sehr erfreut: „Ich kannte die Flüstertüte bisher nicht. Das Angebot scheint jedoch für Blinde sehr reizvoll, da die Zeitung sonst erst mühsam eingescannt werden müsste, um sie sich dann vorlesen zu lassen. Sich die Nachrichten vorlesen zu lassen ist daher sehr reizvoll.
Bei dem Treffen mit Boda-Maria Fuchs stellte Sozialdezernent Helmut Betschel heraus: „Die ‚Flüstertüte‘ leistet hervorragende Arbeit und ist ein Beispiel für gelungene Inklusion. Ich kann deshalb nur jeden ‚Sehenden‘ bitten, die Information über die ‚Flüstertüte‘ an Blinde aus dem Bekanntenkreis weiter zu leiten und für das Angebot zu werben“, so Betschel. Gleichzeitig sichert er zu, auch bei der Blindenschule und den Regelschulen, für das Angebot zu werben.
Fragen und Bestellwünsche zur „Flüster CD“ nimmt Frau Boda-Maria Fuchs unter der Mobilnummer 01709962477 entgegen.
Foto: Sozialdezernent Helmut Betschel mit der Sprecherin der „Flüstertüte“ Boda-Maria Fuchs.
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