Zu Beginn des Schuljahres 2015/2016 besuchten 29.700 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen in der Wetterau. Hinzu kamen 6.856 Schülerinnen und Schüler an den berufsbildenden Schulen. Die Schulform mit den meisten Schülerinnen und Schülern ist die Grundschule mit 10.616 im laufenden Schuljahr, 80 mehr als im Vorjahr, aber deutlich weniger als vor zehn Jahren (13.444). Zurückgegangen ist auch die Zahl der Gymnasiasten auf jetzt 10.469 (11.169 im Schuljahr 2005/2006). Die Zahl der Realschüler hat ebenso abgenommen 4.109 (5.515) wie die der Hauptschüler 1.289 (2.454).
Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der Förderschüler auf 583 gegenüber 1.184. Das hat allerdings auch mit der Teilnahme des Wetteraukreises an der Modellregion Inklusion zu tun, bei der Eltern nun das Wahlrecht haben, ihre Kinder in Förderschulen oder in Regelschulen zu beschulen. Größte allgemeinbildende Schule im Wetteraukreis ist das Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel mit 1.331 Schülerinnen und Schülern. Im laufenden Schuljahr (im Schuljahr 2005/2006) waren es 1.270, im Schuljahr 2008/09 sogar 1586 Schülerinnen und Schüler. Die Gesamtschule Ortenberg-Konradsdorf hat 1.291 (1.463) Schülerinnen und Schüler.
Drittgrößte Schule ist die Singbergschule Wölfersheim mit 1.268 Schülerinnen und Schülern, vor zehn Jahren waren es noch 651 allerdings noch ohne Gymnasialzweig und Oberstufe. In zwei Jahren wird die Singbergschule in Wölfersheim vermutlich die größte Schule in der Wetterau sein, dann werden auch die Klassen 12 und 13 gebildet sind.
Es folgen der Größe nach in Klammern die Zahlen des Schuljahres 2005/06:
Augustinerschule Friedberg - 1.262 (1.486),
Kurt-Schumacher-Schule Karben - 1.249 (1.452),
Weidiggymnasium Butzbach - 1.198 (1.517),
Ernst-Ludwig-Schule Bad Nauheim - 1.076 (1.482),
Limesschule Altenstadt - 997 (1.184),
Wolfgang-Ernst-Gymnasium Büdingen - 986 (1.393),
Henry-Benrath-Schule Friedberg - 905 (1.076),
Gymnasium Nidda - 778 (1.161)
Burggymnasium Friedberg - 709 (609),
Bei den aktuellen Zahlen muss freilich berücksichtigt werden, dass der Rückgang der Schülerzahlen an Gymnasien durch die Verkürzung der Schulzeit eingetreten ist. Jetzt sind alle Wetterauer Oberstufenschulen wieder zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückgekehrt. Dies bedeutet mittelfristig einen zusätzlichen Jahrgang und damit mehr Schülerinnen und Schüler für diese Schulen.
Schule im Ort ist ein Stück Lebensqualität
Es gibt aber auch eine ganze Reihe von kleinen Schulen. „Diese kleine Schulen wollen wir erhalten, weil die Schule im Ort ein Stück Lebensqualität ist und ein wichtiger Beitrag gegen die Abwanderung aus den Dörfern darstellt“, argumentiert Schuldezernent Betschel. 14 Schulen in der Wetterau haben weniger als 100 Schülerinnen und Schüler. Kleinste Schule im Wetteraukreis ist die Grundschule in Nidda-Ulfa mit 34 Buben und Mädchen. Im vergangenen Schuljahr waren es 33. Die Grundschule Stammheim hat 39 Schülerinnen und Schüler (32), die Hoheberg-Schule Nidda/Ober-Lais 45 (45) und die Karoline-von-Günderrode-Schule in Altenstadt-Höchst hat 48 Schülerinnen und Schüler, fünf weniger als im letzten Schuljahr.
Deutlich bessere Raumsituation
Die Raumsituation in den Wettrauer Schulen hat sich indes nicht nur durch die geringere Zahl der Schülerinnen und Schüler entspannt. „Wir haben in den letzten zehn Jahren durch Neubauten die Schulraumflächen von knapp über 345.000 Quadratmeter auf über 375.000 Quadratmeter erhöht. Dies sind rund 30.000 Quadratmeter mehr.“ Durch den starken Rückgang der Schülerzahlen in den vergangenen zehn Jahren bietet dies nach Ansicht von Schuldezernent Betschel eine deutliche Verbesserung im Verhältnis von Schüler zu Schulraum.
Die Politik kann sich aber nicht zurücklegen und auf den Lorbeeren der Arbeit in den letzten Jahren ausruhen. Schon jetzt sieht der Schuldezernent auch hier einige Besonderheiten, die schon im aktuellen Haushaltsentwurf für 2016 eingearbeitet wurden. So werden durch vermehrte Baugebiete in einigen Kommunen in der Wetterau, insbesondere in Bad Nauheim und Karben, die Schülerzahlen wieder nach oben gehen, so dass hier auch gebaut werden muss. Im Bereich der Außenanlagen von Schulen wurden seit 2011 erhebliche Anstrengungen unternommen, um diese zu modernisieren und an den heutigen Bedarf anzupassen. Aktuell werden jährlich mindestens drei Außenanlagen modernisiert.
Die fünf Berufsschulen in der Wetterau unterrichten derzeit 6.856 Schülerinnen und Schüler. Größte berufliche Schule ist die am Gradierwerk in Bad Nauheim mit 2.184 Schülerinnen und Schülern, gefolgt von der Johann-Philipp-Reis-Schule Friedberg mit 1.974 Schülerinnen und Schülern, der Beruflichen Schule Butzbach 1.120, der Beruflichen Schule Büdingen 872 und der Beruflichen Schule Nidda mit 706 Schülerinnen und Schülern.
Wer weiter in die Vergangenheit zurückblickt, kann bei der Entwicklung der Schülerzahlen eine Wellenbewegung erkennen. Die höchste Zahl mit 46.313 Schülerinnen und Schülern wurde in der Wetterau im Schuljahr 1975/76 erreicht. Danach sank die Zahl kontinuierlich. Elf Schuljahre später waren es 32.275. Jetzt gab es wieder einen Aufwärtstrend bis zum Schuljahr 2003/04 mit rund 43.000 Schülerinnen und Schülern. In den Folgejahren sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler auf aktuell rund 36.500 Schülerinnen und Schüler. „Wenn die Zahl der Flüchtlinge auf dem aktuellen Niveau bleibt, wird sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler künftig wieder leicht erhöhen“, rechnet Schuldezernent Betschel.

