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Inklusion gemeinsam voranbringen

Inklusion gemeinsam voranbringen
Ursula Weber, Marianne Unte, Michael Becker, Susanne Zellmer und Lothar Kempf vom Behindertenrat des Main-Kinzig-Kreises (v. l.) freuen sich mit Andreas Hofmann, Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent, über die zahlreichen Gäste bei der Ausstellungseröffnung.

„Leben mit Behinderung – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“: So heißt die Ausstellung, die derzeit im Bürgerportal des Main-Kinzig-Kreises präsentiert wird.

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Gestaltet wurde sie vom Behindertenrat des Main-Kinzig-Kreises und mit Unterstützung des Fachbereich Kultur organisiert und umgesetzt. Verbunden ist die Präsentation mit der indirekten Aufforderung an die Besucherinnen und Besucher, sich zu fragen, in welcher Gesellschaft sie leben wollen.

Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann (SPD) eröffnete die Ausstellung kürzlich gemeinsam mit Susanne Zellmer, Vorsitzende des Behindertenrates des Main-Kinzig-Kreises. In seinem Grußwort sagte der Sozialdezernent: „Inklusion beginnt nicht bei baulichen Maßnahmen. Sie beginnt mit der Überzeugung, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt zu unserer Gesellschaft gehören – und zwar mittendrin.“ Er betonte, dass es dem Kreis wichtig sei, Inklusion gemeinsam mit engagierten Partnerinnen und Partnern voranzubringen, „Barrieren abzubauen und Teilhabe zu stärken“. Dies geschehe durch bauliche Maßnahmen sowie durch Fachtage, Aktionstage, barrierefreie Freizeitangebote und weitere Projekte. Andreas Hofmann würdigte in diesem Zusammenhang die Arbeit des achtköpfigen Behindertenrates. „Seine Mitglieder bringen Erfahrungen und Perspektiven ein, die in politischen Entscheidungen unverzichtbar sind, und machen auf Probleme aufmerksam, die andere oft gar nicht wahrnehmen.“

Susanne Zellmer mahnte in ihrer Einführung mehrfach, dass niemand aufgrund einer Behinderung benachteiligt werden dürfe. Gleichzeitig machte sie klar, dass der Wert eines Menschen nicht davon abhänge, wie viel Unterstützung er oder sie brauche. „Wenn Menschen mit Behinderungen bei jeder Haushaltsdebatte fürchten müssen, dass ihre Teilhabe gekürzt wird, dann ist das kein Zeichen einer inklusiven Gesellschaft.“ Sie warnte davor, Teilhabe vor allem als Kostenproblem darzustellen, weil es dann nicht mehr um Rechte, Würde und Gleichberechtigung gehe. Teilhabe, wie sie in der UN-Behindertenrechtskonvention festgelegt sei, sowie Grundrechte, wie sie die Verfassung festschreibe, seien nicht verhandelbar. Den Besucherinnen und Besuchern gab sie auf den Weg: „Ich wünsche mir, dass Sie diese Ausstellung nicht verlassen mit dem Gedanken: ‚Das war interessant.‘, sondern dass Sie hinausgehen und denken: ‚Das geht mich etwas an.‘“

Die Ausstellung erinnert daran, wie Menschen mit Behinderung während der NS-Herrschaft entrechtet, ausgegrenzt und ermordet wurden. Sie zeigt, dass Menschen mit Behinderung auch nach dem Ende der NS-Herrschaft noch lange bevormundet und ausgegrenzt wurden – und wie ihre Rechte Schritt für Schritt erkämpft wurden. Heutzutage können selbst Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in der eigenen Wohnung leben. Menschen mit Behinderung arbeiten, studieren, gründen Familien, engagieren sich politisch, treiben Sport, reisen und gestalten Öffentlichkeit. In der Ausstellung werden Vergangenheit und Gegenwart auf einer Tafel mit dem Titel „Zukunft wird barrierefrei, wenn wir sie gemeinsam gestalten.“ zusammengeführt. Sie thematisiert die Vision einer Gesellschaft, in der Inklusion selbstverständlich gelebt wird.

Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung von Lothar Kempf, Musiker und Mitglied des Behindertenrates. Er begeisterte die Gäste mit Interpretationen von „Reichtum der Welt“ von Holger Biege und „Die Gedanken sind frei“, einem deutschen Volkslied, das seit Jahrhunderten den Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit zum Ausdruck bringt.

Die Ausstellung „Leben mit Behinderung – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ kann bis einschließlich Donnerstag, 30. Juli, zu den Öffnungszeiten der Kreisverwaltung besucht werden.

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