Die VORSPRUNG-Redaktion konfrontierte den Rathauschef am Montagvormittag mit dem Sachverhalt und stellte mehrere Fragen. Diese ließ Bär unbeantwortet, äußerte sich dann aber am Nachmittag auf seiner Facebookseite. „Selbst wenn dieses Ereignis in meinem Privatleben stattfand, ist mir bewusst, dass aufgrund meiner Tätigkeit als Bürgermeister auch mein privates Verhalten auf öffentliches Interesse stößt. Nach Abschluss der behördlichen Ermittlungen teile ich daher heute mit, dass ich während meiner Unfallfahrt unter Alkoholeinfluss stand und eine absolute Fahruntüchtigkeit vorlag“, räumte er sein Fehlverhalten ein.
Bär weiter: „Damit habe ich einen schweren Fehler gemacht, den ich zutiefst bedaure und für den ich keine Erklärung habe. Ich danke Gott, dass keine weitere Person bei meinem Unfall zu Schaden kam. Ich übernehme für meinen Fehler die volle Verantwortung und akzeptiere mit Demut die juristischen, aber auch gesundheitlichen Konsequenzen meines Handelns. Mir ist bewusst, dass ich mit meinem Fehler Menschen enttäuscht habe und bitte diese um Verzeihung. In den zurückliegenden Monaten, vor allem während meines Krankenhausaufenthaltes, habe ich viel über meinen Unfall nachgedacht und begonnen, dessen Ursachen aufzuarbeiten. Obwohl dieser Prozess noch lange nicht abgeschlossen ist, spüre ich stärker denn je die Verantwortung und die Pflicht, den Erwartungen an mein Amt und meine Person gerecht zu werden. Auch deshalb war es mir wichtig, so früh und umfangreich wie möglich meine Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen, die mir Ehre und Verpflichtung sind. Den an meinem Rettungseinsatz beteiligten Feuerwehrmännern und -frauen, den medizinischen Rettungskräften sowie dem Personal der BG Unfallklinik Frankfurt danke ich von ganzem Herzen, dass ich aufgrund ihres vorbildlichen Handelns trotz schwerer Verletzungen an der Wirbelsäule aller Wahrscheinlichkeit nach in den kommenden Monaten und Jahren wieder ganz gesund werden darf. Ebenso möchte ich mich ganz herzlich für die vielen Genesungswünsche bedanken, die mich in den zurückliegenden Monaten auf den unterschiedlichsten Wegen erreicht haben und mir viel Kraft und Optimismus gaben.“
Mit wie viel Promille er sich ans Steuer setzte, erklärte Bär nicht, auch kein Wort zum Strafmaß, das inzwischen ergangen sein soll. Demnach wurde Bär von der Amtsanwaltschaft Frankfurt per Strafbefehl zu einer Geldstrafe in Höhe von 7.600 Euro verurteilt und ein sechsmonatiges Fahrverbot verhängt. Fragen wirft auch sein Verhalten direkt nach dem Unfall auf: Über die Pressestelle der Stadtverwaltung ließ Bär danach mitteilen, dass er aus gesundheitlichen Gründen aktuell seine Tätigkeit als Bürgermeister nicht ausüben könne und vom Ersten Stadtradt Rainer Vogel (Grüne) vertreten werde.
Unklar ist bislang auch, ob Bär seinen Dienstherr von dem Unfall unter Alkoholeinfluss informiert hat. Vor seinem Amtsantritt war er Lehrer an einer Hanauer Schule, ist aktuell beurlaubter Beamter und untersteht somit weiterhin allen Pflichten. Hier könnte ihm noch ein Disziplinarverfahren drohen. Und auch die Kommunalaufsicht könnte nach dem erst jetzigen Bekanntwerden des Unfalls aus dem März 2024 noch tätig werden.



Ansonsten, ja, der Vorfall ist nicht zu beschönigen und wird sicherlich ein juristisches Nachspiel haben. Vielleicht hat es auch ein Nachspiel bei der nächsten Wahl. Bei der nächsten Wahl sollten sich die Bürger aber dann auch fragen ob es nicht wert ist ein Bürgermeister zu haben der so viel Ehrlichkeit besitzt ist wie Herr Bär und nicht versucht die eigene Haut zu retten wie so viele viele andere Politiker.