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Gemeinsames Gemeindebüro der "Mainperlen" eröffnet

Gemeinsames Gemeindebüro der "Mainperlen" eröffnet

Wo bis vor wenigen Wochen noch Handwerker ein und aus gingen, beginnt nun ein neues Kapitel kirchlicher Zusammenarbeit: Mit der offiziellen Eröffnung des gemeinsamen Gemeindebüros der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde der Mainperlen ist in der Hainstädter Uhlandstraße 1 der nächste sichtbare Meilenstein auf dem Weg der Anfang 2025 gegründeten Nachbarschaft erreicht.

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Künftig bündeln hier die sechs Verwaltungskräfte, bisher den Ortskirchengemeinden Hanau-Steinheim und Klein-Auheim, Hainburg sowie Seligenstadt und Mainhausen zugeordnet, ihre Arbeit unter einem Dach. Als erste Gesamtkirchengemeinde im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau haben die Mainperlen diesen Schritt vollzogen und übernehmen damit erneut eine Vorreiterrolle im landeskirchlichen Transformationsprozess „ekhn2030“.

Rund 70.000 Euro investierten die Mainperlen in Umbau, Einrichtung und moderne technische Ausstattung. Entstanden sind helle, klimatisierte und freundlich gestaltete Arbeitsplätze. Hier arbeiten künftig Heike Gramann, Nicole Fischer, Britta Windt, Claudia Piechaczek, Petra Gröger und Anke Hölzinger als gemeinsames Verwaltungsteam zusammen. Die Verwaltung wird dabei nicht mehr nach einzelnen Orten, sondern nach Aufgabenbereichen organisiert. Kurze Wege, enge Abstimmung und gebündelte Kompetenzen sollen die Zusammenarbeit erleichtern – ohne dass die vier Ortskirchengemeinden ihre Identität verlieren.

Der Name „Mainperlen“ steht dabei längst für gelebtes Miteinander: Bereits vor rund drei Jahrzehnten wurde er für die gemeinsame Konfirmandenarbeit entlang des Mains geprägt, heute verbindet er eine Gesamtkirchengemeinde mit rund 9.500 Mitgliedern. Für den Vorsitzenden des Gesamtkirchenvorstands, Norbert Schweitzer, markiert das gemeinsame Gemeindebüro den nächsten konsequenten Schritt eines Weges, der vor gut zwei Jahren begonnen hat. Die Mainperlen seien zwar seit Anfang 2025 als Gesamtkirchengemeinde unterwegs, doch Zusammenwachsen brauche Zeit. „Das neue Büro macht nun sichtbar, was in den vergangenen Monaten gewachsen ist: engere Zusammenarbeit, bessere Koordination und die Überzeugung, gemeinsam stärker zu sein und zugleich die Eigenständigkeit der einzelnen Orte zu bewahren.“

Sein besonderer Dank galt den Verwaltungskräften, die den Umzug mit großem Engagement vorbereitet hätten, sowie Thomas Arnold, der das Projekt als Vorsitzender des Bauausschusses federführend begleitet habe.

Hintergrund: EKHN2030

Hintergrund ist der landeskirchliche Transformationsprozess „ekhn2030“, mit dem die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ihre Strukturen an veränderte gesellschaftliche und finanzielle Rahmenbedingungen anpasst. Ziel ist es, dass mehrere bislang eigenständige Ortskirchengemeinden in sogenannten Nachbarschaftsräumen enger zusammenarbeiten, ohne ihre Identität vor Ort aufzugeben. Die Mainperlen gehören zu den Vorreitern dieser Entwicklung: Die vier Ortskirchengemeinden haben sich bereits Anfang 2025 zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammengeschlossen und organisieren viele Aufgaben heute gemeinsam.

Dazu gehören unter anderem ein gemeinsames Verkündigungsteam aus Pfarrer*innen, gemeindepädagogischem Team und Kirchenmusiker*innen sowie nun auch ein gemeinsames Gemeindebüro als zentrale Anlaufstelle für Mitglieder und Mitarbeitende. Parallel läuft der sogenannte Gebäudestrukturprozess, in dem jede Nachbarschaft zusammen mit der Landeskirche prüft, welche kirchlichen Gebäude langfristig am sinnvollsten erhalten und finanziert werden können. Ziel all dieser Veränderungen ist es, trotz zurückgehender Ressourcen eine Kirche zu erhalten oder neu zu gestalten, die weiterhin, wenn auch auf teils neuen Wegen, bei den Menschen ist, weil sie weiterhin jeden Ort seeslorgerlich und gottesdienstlich begleitet. Die Alternative wäre nämlich, dass für manch kleine Gemeinde bald keine eigene Pfarrstelle mehr finanzierbar ist.

Mit einem symbolischen Türöffnen wurde das neue Gemeindebüro nun seiner Bestimmung übergeben. „Wir schließen heute gemeinsam eine neue Tür auf“, sagte Pfarrerin Anna Jung in ihrer Andacht. Hinter dieser Tür entstehe weit mehr als ein moderner Verwaltungsstandort. Das Gemeindebüro sei Schaltzentrale für die Mitarbeitenden ebenso wie erste Anlaufstelle für Gemeindemitglieder. „Hier begegnen sich Administration und Menschlichkeit.“

Jung erinnerte daran, dass sich vor eineinhalb Jahren Menschen mit ganz unterschiedlichen Traditionen, Erfahrungen und Arbeitsweisen gemeinsam auf den Weg gemacht hätten. „Aufbruch braucht Zeit, gehört aber zum Glauben dazu.“ Gott gebe selten einen fertigen Plan, wohl aber seine Verheißung und seinen Beistand. Strukturen und Gebäude könnten Orientierung geben, „Gemeinschaft entsteht aber erst dort, wo Menschen einander begegnen und Gottes Gegenwart erfahrbar wird“.

Dass die Mainperlen mit diesem Schritt echte Pionierarbeit leisten, hob Dekan Steffen Held hervor. Wer sich auf den Weg mache, könne viel erleben – Engagement und Mut ebenso wie Lust und Frust. „Die Mainperlen gehen viele Wege nun zum ersten Mal in unserer Region“, sagte Held. „Vielen Dank für eure Wegbereitung, von der andere lernen können und von der auch die Kirchenleitung gerade lernt.“ Auch Hainburgs Bürgermeister Christian Spahn freute sich darüber, dass das gemeinsame Gemeindebüro seinen Standort in Hainburg gefunden hat. Er würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune, die oft weit über formale Zuständigkeiten hinausgehe. Dass die Mainperlen ihr gemeinsames Verwaltungszentrum in Hainburg eingerichtet haben, sei „für unsere Gemeinde etwas Besonderes“.

Zum Abschluss griff Pfarrer Willi Gerd Kost vom katholischen Pastoralraum Mainbogen das biblische Gleichnis von der kostbaren Perle auf. Bei aller Freude über das Erreichte gelte es auch wahrzunehmen, was Menschen auf dem gemeinsamen Weg zurückgelassen hätten. Seine guten Wünsche für das neue Gemeindebüro fasste er schließlich in einen Satz, der dem Titel der Veranstaltung alle Ehre machte: „Möge dieser Ort eine Perle für die Mainperlen sein.“

Das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau
Das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau umfasst 27 Kirchengemeinden in sechs Nachbarschaftsräumen mit rund 50 Pfarrerinnen und Pfarrern, 16 Mitarbeitenden im Gemeindepädagogischen Dienst sowie fünf Kantorinnen und Kantoren in den hauptamtlichen Verkündigungsteams für 65.000 evangelische Kirchenmitglieder im Kreis Offenbach und den Hanauer Stadtteilen Klein-Auheim und Steinheim. Es erstreckt sich von der A5 und dem Frankfurter Flughafen im Westen bis zur Mainlinie im Norden und Osten. Das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau hat die Trägerschaft für 19 evangelische Kindertagesstätten und betreibt die Evangelische Familienbildung im Kirchenkreis. Das Dekanatsteam im Haus der Evangelischen Kirche in der Kreisstadt Dietzenbach engagiert sich unter anderem in der Kinder- und Jugendarbeit, der Kirchenmusik, den Handlungsfeldern Ökumene und Gesellschaftliche Verantwortung sowie in der Alten-, Klinik-, Hospiz- und der Notfallseelsorge. Präses der Dekanatssynode ist Dr. Michael Grevel, Pfarrer Steffen Held ist der Dekan.

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