Das Jugendberufshilfe-Programm hat das Ziel, jungen Menschen zwischen 12 und 27 Jahren besondere Unterstützungsangebote zur Wiederaufnahme schulischer Bildung sowie gezielte individuelle Begleitung im Übergang von der Schule in den Beruf anzubieten. Dadurch soll eine schulische, berufliche und soziale Integration ermöglicht werden.
In Hanau sind drei Freie Träger der Jugendberufshilfe im Stadtgebiet tätig, die insbesondere in drei benannten Fördergebieten ihre sozialpädagogischen Angebote umsetzen: Der Internationale Bund ist insbesondere im Fördergebiet Hanau-Freigerichtviertel und Hanau Lamboy unterwegs, während PILOT-Ev. Fachstelle Jugendberufshilfe Hanau Kesselstadt/Weststadt bedient und die Jugendwerkstatt Hanau die Stadtteile Steinheim und Großauheim. Mit professionellen Angeboten werden junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in folgenden Fällen unterstützt: 1.) Wenn die Schule nicht mehr regelmäßig besucht wird oder ein Schulabbruch droht. 2.) Wenn beim Berufseinstieg Schwierigkeiten auftreten. 3.) Wenn die Ausbildung, die Arbeit oder berufsvorbereitende Maßnahmen abgebrochen werden. 4.) Wenn eine Perspektive für die Zukunft fehlt.
Der Träger Internationaler Bund kümmert sich dabei überwiegend um junge, neu zugewanderte Menschen aus Süd- und Südosteuropa mit besonderem Förderbedarf. Charakteristisch für das Programm ist die Koordination und Steuerung der Maßnahmen durch die Kommunen (örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe). In Hanau ist diese Koordinierungsstelle im Amt für Soziale Prävention verortet und mit dem langjährigen Mitarbeiter Ingolf Schwebe kompetent besetzt.
Wie zahlreiche andere Kommunen und Landkreise auch, hat die konkrete Umsetzung des Modellprogramms zum 1. September.2015 mit dem neuen Schuljahr begonnen. „Bis zum 31.12.2018, dem vorläufigen Ende der ersten Förderphase, ist unsere Zielsetzung für Hanau, 480 junge Menschen mit den vielfältigen Angeboten zu erreichen und mindestens die Hälfte von ihnen erfolgreich wieder in Schule, Ausbildung, Maßnahmen oder Arbeit zu bringen“, sagt Sozialdezernent Stadtrat Axel Weiss-Thiel. „Die positiven Wirkungen und Erfahrungen der ersten 14 Monate stimmen uns in Hanau optimistisch, unsere Zielsetzungen auch zu erreichen.“ Nach 14 Monaten der Programmumsetzung könne er eine erste positive Zwischenbilanz ziehen: „Seit September 2015 bis heute haben wir 189 junge Menschen in das Modellprogramm aufgenommen und davon bereits 64 Jugendliche erfolgreich vermittelt“, berichtet Weiss-Thiel. „Wir erreichen die Zielgruppe flächendeckend über das gesamte Hanauer Stadtgebiet. 65 Prozent der Jugendlichen kommen aus den drei benannten Fördergebieten.“ Die Geschlechterverteilung sei fast ausgeglichen – männliche Jugendliche hätten dabei einen leichten Überhang. Bei den Vermittelten hätten die weiblichen Jugendlichen leicht die Nase vorn, ergänzt Koordinator Schwebe.
Insgesamt konnten seit Programmstart bundesweit etwa 13.000 junge Menschen in den 178 Modellkommunen erreicht und begleitet werden. Das Modellprogramm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie durch den Europäischen Sozialfond für Deutschland. Das Finanzvolumen in der Programmlaufzeit von 2015-2018 für die Stadt Hanau beläuft sich auf bis zu 1,1 Millionen Euro, wovon die Kommune auch einen Ko-Finanzierungsanteil sicherstellen muss.
Bei Fragen zum Programm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ steht gerne Ingolf Schwebe von der Koordinationsstelle der Stadt Hanau unter Telefon 06181-295249 oder E-Mail an ingolf.schwebe@hanau.de zur Verfügung.


