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Mordfall Jürgen Volke: Angeklagter schweigt

Mordfall Jürgen Volke: Angeklagter schweigt

Vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht Hanau hat heute der Prozess gegen einen 52 Jahre alten, zuletzt in Österreich wohnhaften Mann begonnen, der im September 2013 den Hanauer Unternehmer Jürgen Volke erschossen haben soll. Beim Prozessauftakt schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen. Ein Urteil in diesem Prozess wird frühestens Mitte Dezember erwartet.

Der Angeklagte soll sich am 7. September 2013 gegen 23:30 Uhr zum Wohnhaus seines Schwagers in Hanau begeben haben, um diesen aus Rache zu töten. Hintergrund sollen langjährige innerfamiliäre Zerwürfnisse gewesen sein, in deren Verlauf Jürgen Volke seine Ehefrau – die Schwester des Angeklagten – dazu veranlasst haben soll, eine erbrechtliche Zivilklage gegen den Angeklagten zu führen, die möglicherweise dessen wirtschaftliche Existenzgrundlage gefährdete.

Auf das Klingeln des 52-Jährigen hat sich Jürgen Volke, der offenbar mit keinem Angriff gerechnet hatte, zur Haustür begeben. Der Angeklagte soll durch die transparent verglaste Eingangstür seinen Schwager schemenhaft erkannt und aus einer mitgeführten Pistole vier Schüsse auf dessen Oberkörper abgegeben haben. Zwei der abgefeuerten Projektile sollen den Bauch des Opfers getroffen haben, woraufhin das Opfer gegen 00:30 Uhr im Krankenhaus durch inneres Verbluten starb.

Am 10. Mai 2016 nahmen Spezialkräfte der österreichischen Polizei in Kärnten den Angeklagten fest. Auch mehrere Fernsehsender berichteten über den außergewöhnlichen Fall aus dem Main-Kinzig-Kreis. Was folgte, waren sehr aufwändige Ermittlungen und mehrere öffentliche Aufrufe an Zeugen, sich zu melden. Für entsprechende Hinweise lobte die Hanauer Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro aus. Schon kurz nach der Tat geriet der Angeklagte in den Fokus der Hanauer Staatsanwaltschaft und der Hanauer Kriminalpolizei. Der 52-Jährige wurde zwar wenig später festgenommen und verhört; für eine Untersuchungshaft reichten die Beweise zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht aus. Daher mussten die Ermittler den Mann wieder gehen lassen.

Die Fahnder blieben aber weiterhin auf seiner Spur, die in dem mehrjährigen Ermittlungsverfahren gewonnenen Erkenntnisse waren letzten Endes so schwerwiegend, dass der Verdächtige im Mai erneut festgenommen wurde. Als besonders schwerwiegend bewerten die Fahnder, dass bei dem Verdächtigen eine Schusswaffe sichergestellt wurde, bei der es sich um die mutmaßliche Tatwaffe handelt.

Der Prozess wird am 15. November im Langdericht Hanau fortgesetzt (9 Uhr).

Screenshot: Youtube/ZDF Aktenzeichen XY

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